07.11.2002 Winterpaddeln (Ausbildung)

Das Winterpaddeln entlang der Küste oder gar aufs Meer hinaus bietet für manche einen besonderen Reiz, einen eigenartigen Thrill; denn unvorbereitet und unangepasst klappt eigentlich gar nichts mehr so, wie man es vom Sommer her kennt. Nach einer Kenterung bleibt einem plötzlich die Luft weg, sodass man noch nicht einmal die Zeit hat, zur Rolle anzusetzen. Schwimmt man aber erst einmal, dann schwinden einem nach wenigen Minuten schon die Kräfte, die man so dringend benötigt, um seinen Reentry vorzubereiten und durchzuführen ... und bald darauf verlassen einen auch die Sinne. Dann hilft nur noch eine ohnmachtssichere Rettungsweste .... und viel, viel Glück.

Wer mehr dazu erfahren möchte, möge z.B. zu den folgenden Seiten auf der DKV-Homepage surfen:

Beitrag: "Kaltwetter-Paddeln"

www.kanu.de/spezial/kuestenpaddeln/kaeltepaddeln.html

Beitrag: "Überlebenschancen im kalten Wasser"

www.kanu.de/spezial/kuestenpaddeln/kkw_sicherheit_ueberleben.html

Im us-amerikansichen SEA KAYAKER bringt nun Nicolas Bertrand in dem Beitrag "Breaking the Ice: Winter Paddling" ein paar Tipps, was man alles bei eisigen Touren beachten sollte. Es sind praktische Tipps, die sicherlich auch davon geprägt sind, dass es dort, wo Nicolas paddelt, noch etwas kälter ist, als bei uns in Deutschland. Folgendes führt er dabei auf:

1.      Achte darauf, dass du trocken bleibst und nicht ins Schwitzen gerätst; denn wer ins Schwitzen gerät, wird unweigerlich frieren, wenn er unterwegs mal eine Pause machen möchte. Es werden folgende Ausrüstungs- und Verhaltenstipps gegeben:

(Anmerkung U.B.: Da gibt's Kameraden, die ziehen zusätzlich noch einen Long-John unter den Trocki an.)

(Anmerkung: Paddelfötchen tuen es eigentlich auch, aber nur solang, wie man nicht im Wasser schwimmen muss.)

(Anmerkung: Ich meine, dass hier Füßlinge z.B. aus Latex (z.B. Dryfashion) oder Avilastic (z.B. Zölzer) besser geeignet sind.)

weiterhin:

1.      Achte auf warme Hände. Es wird Folgendes empfohlen:

1.      Sammle Erfahrungen für eine Kenterung bei eisigen Gewässerbedingungen. Es Folgendes wird empfohlen:

Sei dir dabei bewusst, das alles schief gehen könnte, die bombensicher Rolle plötzlich nicht mehr klappt, der Atem nicht mehr reicht und die Finger u.U. schon nach 30 Sek. funktionsunfähig werden, sodass du die Spritzdecke anschließend nicht mehr schließen und das Paddel nicht mehr richtig führen kannst.

Anmerkung: Gerade was das Schließen der Spritzdecke betrifft, tauchen diverse Schwierigkeiten auf, sei es, dass das kalt gewordene Spritzdeckenmaterial so sperrig ist, der Süllrand so unfunktionell, die getragenen Handschuhe so unhandlich und die kalt geworden Finger so klamm sind, dass das Schließen der Spritzdecke plötzlich unmöglich ist.

1.      Sorge für Reserveauftrieb, -bekleidung und -verpflegung. Es wird Folgendes empfohlen:

Anmerkung: Es wird wohl nicht erwähnt, aber zum Thema "Auftrieb" gehört natürlich auch das Thema "Lenzen". Je weniger Volumen das Cockpit hat, desto weniger Wasser muss gelenzt werden.

1.      Sorge dafür, auch auf rutschigem Eis Halt zu finden. Es wird Folgendes empfohlen:

  1. Rechne mit Vereisungsproblemen. Auf Folgendes sollte geachtet werden:

Anmerkung: Außerdem wäre darauf zu achten, dass die Lenzpumpe nicht einfriert. D.h. die Lenzöffnung ist wasserdicht zu verschließen. Schließlich sollte zur Reserve eine tragbare Lenzpumpe unter Deck mitgeführt werden.

  1. Achte darauf, dass unterwegs der Eisgang nicht das Paddeln bzw. Anlanden verhindert. Achte insbesondere auf Folgendes:

Quelle: SEA KAYAKER, Nr. Dec. 02, S.8-14 - www.seakayakermag.com