19.09.03 Angstbewältigung (Ausbildung)

Im KANU-MAGAZIN nimmt Olli Grau in dem Beitrag

"Über die richtige Motivation und dem Umgang mit der Angst"

Stellung zu einem Problemkreis des Wildwassersports, der auch das Küstenkanuwandern betrifft.

Sinngemäß weist er darauf hin, dass die Zeiten, kritische Passagen mit "Mut" zu meistern, vorbei sind. Auch sollte die "passive Sicherheit", d.h. die eigentlich Ausrüstung, nicht im Vordergrund stehen, sondern die "aktive Sicherheit", d.h. das "antrainierte Fahrkönnen und nüchterne Analytik".

Es wird der "Risky-Shift-Effekt" erwähnt, d.h. jenem Phänomen, dass meist auf eine "risikoreiche Entscheidung wahrscheinlich bald noch eine risikoreichere Entscheidung folgt und man irgendwann den Bogen überspannt." Je größer dabei die "Konkurrenzsituation" (Gruppendruck; Prestigestreben) ist, desto schneller kann man diesen Punkt erreichen.

"Angst schafft Respekt, sie ist eine natürliche Schutzreaktion." "Je mehr Information man hat, desto weniger Angst (vor dem Unbekannten) nimmt man mit ins Boot." Diese Informationen betrifft das Ausmass von Schwierigkeiten einzelner Gewässerpassagen. Auf das Küstenkanuwandern übertragen: Wer auf Grund des Studiums von Seekarte, Stromatlas und Tidenkalender im voraus erkennt, bei welchem Wind wo mit welchen Problemen zu rechnen ist und wie diese Probleme umfahren werden können, braucht weniger Angst zu haben, insbesondere wenn er und sein Kajak seetüchtig sind.

Quelle: KANU-MAGAZIN, Nr. 6/03, S.50-52 - www.kanumagazin.de

Weitere Literatur zum Thema Angst:

U.Beier, Fragen & Antworten zum Thema Angst, in: Kanu-Sport, Nr. 3/97, S.127-129.