10.01.2004 Gepäckverteilung: 2x5 gewichtige Aspekte (Ausbildung)

 

Im us-amerikanischen SEA KAYAKER berichtet Heather-Lynn Nelson in dem Beitrag:

 

„Get a Load of This. Efficient Packing for Kayak Trips”

 

wie & wo bei einer Küstenkanuwanderung Ausrüstung & Gepäck zu verstauen ist.

 

Grundsätzlich ist dabei Folgendes zu beachten:

 

  1. schwere Gegenstände sollten möglichst weit unten und nicht auf dem Oberdeck liegen (anderenfalls wird die Kippligkeit des Seekajaks erhöht), die leichteren Gegenstände können dagegen auch weiter oben, notfalls auch auf dem Oberdeck gelagert werden. Sind sie jedoch zu voluminös, erhöhen sie die Windanfälligkeit bzw. stören den Trimm.
  2. schwere Gegenstände sollten auch möglichst nahe zur Mitte (Gewichtsschwerpunkt) des Seekajaks gelagert werden (das verbessert das Seegangsverhalten bei Gegenwind- und Surfkursen); die leichteren Gegenstände können zuvor in den Enden von Bug bzw. Heck verstaut werden.
  3. Das Seekajak muss gewichtsmäßig gut ausbalanciert sein. Ist der Bug zu schwer beladen, dann wird es luvgierig, und ist das Heck zu schwer beladen, wird es leegierig.
  4. Bei Tagestouren kann im Bug- bzw. Heckgepäckraum zu wenig Gepäck gelagert sein. Man muss dann darauf achten, dass unterwegs im Seegang bzw. nach einer Kenterung die Lage des Gepäcks sich nicht verschieben kann. Z.B. kann das mit aufblasbaren Beuteln verhindert werden.
  5. Harte Gegenstände sind so zu platzieren, dass bei einer Grundberührung das Unterwasserschiff nachgeben kann.

 

Beim Packen selber werden dann 4 (+1) verschiedene Arten von Ausrüstungs-/Gepäckgegenständen unterschieden:

 

  1. „First-need“-Gegenstände: Diese trägt man am Körper (z.B. Schwimmweste mit extra Taschen und Nierenbeutel um die Taille), damit sie auch noch dann zugänglich sind, wenn man nicht mehr im Seekajak sitzt. (Motto: „I fit ain’t on you, you don’t have it!“)

Z.B.: Seenotsignalmittel inkl. Signalpfeife, Blitzleuchte, Taschenlampe und UKW-Funkgerät; Schleppleine, Notverpflegung/-getränk, Messer, kleine Tube Sonnen-/Lippencreme; Erste-Hilfe-Material; Feueranzünder; Alu-Biwaksack

  1. „Second-need“-Gegenstände: Diese sind so – natürlich brandungsfest - auf Deck bzw. unter Deck (z.B. in extra Beuteln/Behältern, die im Cockpit befestigt sind) zu verstauen, dass sie unterwegs auf dem Wasser griffbereit zugänglich sind, aber bei einer Kenterung nicht verloren gehen.

Z.B.: Verpflegung, Getränke, Sonnencreme, Sonnenbrille, Lampe, Gewebeband, extra Leine, Landkarten, Regen-/Sonnenhut, Handschuhe, Kompass, zusätzliche Seenotsignalmittel und Erste-Hilfe-Material, Paddeljacke; Paddelfloat, Reservepaddel, Lenzpumpe.

  1. „Third-need“-Gegenstände: Es handelt sich um solche Gegenstände, die man nach dem Anlanden erreichen möchte, ohne dabei die Gepäckluken öffnen zu müssen (z.B. verstaut in einem wasserdichten Beutel auf dem Achterdeck).

Z.B. Sitzkissen, Schuhe, etwas Bekleidung für den Landgang, Verpflegung, Radio, Buch, Tarp, Bootswagen.

  1. „Forth-need“-Gegenstände: Hierunter fallen alle solche Gegenstände, die nur dann erreichbar sind, wenn man die Gepäckluken öffnet.

Z.B.: Zelt, Schlafzeug, Verpflegung/Wasser für die nächsten 24 Std., Kochgeschirr.

 

Diese „Forth-need“-Gegenstände sind jedoch zu wenig differenziert. Zu ihnen sollten nur jene Gegenstände zählen, die man sofort nach dem Öffnen der Gepäcklukendeckel erreichen möchte, während die:

 

  1. „Fifth-need“-Gegenstände solche sein sollten, die erst nach dem Auspacken mehrerer anderer Gegenstände (hier: „forth-need“) erreichbar sind.

Z.B.: Reservebekleidung, Verpflegung, Wasser, Brennstoff und Landkarten, die erst in den nächsten Tagen benötigt werden; Reservebatterien; Fotomaterial; seltener benötigte Reparatur- bzw. Erst-Hilfe-Materialien.

 

Quelle: SEA KAYAKER, Nr. Febr. 04, S.54-59 – www.seakayakermag.com