16.05.2004 10 Essentials für Seakayaker (Ausbildung)

 

Im SEA KAYAKER arbeitet Roger Schumann 10 wichtige Punkte als Basisgrößen der Risikominimierung heraus, die man/frau beim Küstenkanuwandern beachten sollte, wenn sie wieder Sicherung zurück ans Land kommen möchten. Roger Schumanns Überlegungen werden dabei von dem folgenden Leitsatz getragen:

 

„Je größer die See, desto weiter kannst du vom sicheren Ufer entfernt sein.“

 

Wie man schnell erkennen wird, wird die Sicherheit einer Küstenkanuwanderung nicht allein von der Ausrüstung bestimmt, sondern auch vom Können und vom Wissen. Aus Letzterem leitet Roger Schumann die zwei zentrale Gründe von Kanuunfällen ab:

 

 

Bei den 10 Essentials handelt es sich um:

 

1. Mentale Sicherheitsvorkehrungen

 

 

2. Rettungstechniken

 

Übrigens, das Kajak-Schwimmen, dass Schwimmen im gekenterten Kajak, um ein Ausstieg zu verhindern, wurde vor Jahren schon von Bernhard Hillejan propagiert. Jeder sollte es im Hallenbad mal üben, ob er dazu imstande ist; denn neben der Rolle ist das Kajak-Schwimmen die zweit wichtigste Rettungsmöglichkeit, die jedoch zur Komplettierung die Eskimo-Rettung, d.h. das Hochziehen am Retter-Kajak erforderlich macht.

 

3. Ausrüstungsessentials

 

Wer ein unabgeschottetest Kajak fährt – m.E. haben solche Boote auf dem Meer fernab vom sicheren Strand nichts zu suchen, wer dennoch sich mit solch einem Kajak von der sicheren Küste entfernt, kann im obigen Sinne als „arrogant“ bezeichnet werden -, sollte über ausreichend dimensionierte Spitzenbeutel für den Bug- und Heckbereich verfügen, so dass bei einer Kenterung nur wenig Wasser eindringen und die Spitzenbeutel sich nicht lockern und wegtreiben können. Dabei sollte einem bewusst sein, dass voll Gepäcksäcke nicht als Ersatz für aufgeblasene Spitzenbeutel tauglich sind.

Kajaks mit zu hohem Cockpitvulomen sind nicht mehr „seetüchtig“ (seaworthy), sondern höchstens „ententeichtüchtig“ (pond-worthy). Aus diesem Grund hätte ich auch Probleme, mich auf einen meiner Offshore-Touren von Kanuten begleiten zu lassen, die z.B. mit dem einem oder anderen Kajak von Prijon paddeln und – No risk no fun? – auch auf eine fest installierte Lenzpumpe verzichten (z.B. Barracuda: 198 Liter Cockpitvolumen; Seayak: 208 Liter Cockpitvolumen; Kodiak: 213 Liter Cockpitvolumen; Touryak: 265 Liter Cockpitvolumen; Yukon Expedition: 290 Liter Cockpitvolumen).

Leider verweist R.S. nicht auf die Lösung dieses Problems: die auf die Körpergröße maßgeschneidert fixierbar Bugschottwand und eine Heckschottwand, die gleich hinterm dem Süllrand befestigt wird:

„Only profit counts here!“ heißt hier wohl das Motto vieler Allround-Kajak-Produzenten, das sie davon abhält, für die Bugabschottung mehrere Schottwandgrößen bereit zu halten, um flexibel (z.B. in 5-cm-Abständen) auf die unterschiedlichen Beinlängen der Kanuten, insbesondere aber auch der Kanutinnen reagieren zu können.

Und „Comfort first“ heißt hier das Motto vieler Seekajakanfänger, die einen nassen Stauraum hinterm Sitz für recht bequem ansehen, nur zur Sicherheit trägt das halt nicht bei!

Leider versäumt es R.S. darauf hinzuweisen, dass bei rauer See – wann herrschen denn sonst Kenterbedingungen vor – der Paddel-Float-Wiedeinstieg eigentlich nur dann noch funktioniert, wenn man das Float zur Unterstützung beim Rollen einsetzt (hier: „Reentry & Paddle-Float-Roll“). Ürigens, wer das Float zur Unterstützung des Hochrollens, statt des Hochkrabbelns einsetzt, sollte bei der Anschaffung sich für ein weniger voluminöses Float entscheiden: Es lässt sich nicht nur leichter verstauen, sondern auch schneller aufblasen.

 

4. Kenterbekleidung

 

 

5. Reservebekleidung

 

 

6. Essen & Trinken

 

Geht es bei einer Tour zur Sache – sei es, dass die Gewässerbedingungen härter sind oder das Paddeltempo höher ist (und auf die Kameraden kein Verlass ist, dass sie unterwegs genügend Pausen einlegen) – führe ich auch immer einen Trinkbehälter mit Schlauch mit mir, so dass ich auch Trinken kann, ohne das Paddel zur Seite legen zu müssen.

Ein dänischer Kanute schwört übrigens auf seine „Nudel (ungekocht) / Erdnuss (gesalzen) – Mischung“, die er lose in einer Schwimmwestentasche lagert, so dass er unterwegs immer Mal hineinlangen kann. Auf den Nährwert der Erdnüsse (hier: Fett) ist man wohl nicht angewiesen, dafür lassen sich mit ihnen die kohlenhydratreichen Nudeln leichter herunter schlucken.

 

7. Schleppleine & Messer

 

 

8. Signalmittel

 

 

9. Erste Hilfe-, Reparatur-, Notfall- & Navigations-Materialien

 

 

10. Respekt vor der See

 

 

Quelle: SEA KAYAKER, Nr. June 2004, S.41-45 – www.seakayakermag.com