18.07.2004 Strömung und Navigation (Ausbildung)

 

Im SEEKAJAK berichtet Rüdiger Schäfer & Peter Meyer in dem Beitrag:

 

„Graphische Hilfsmittel zur Bearbeitung der drei Strömungsaufgaben für die Kajak-Navigation“

 

ausführlich darüber, welche Hilfsmittel man einsetzen und welche Berechnungen man anstellen kann, um die Strömungsabdrift bei der Navigation zu berücksichtigen. Zur Vereinfachung der Berechnungen wird - in Anlehnung an eine früher in der Fliegerei gebräuchlichen Rechenscheibe - eine Schablone entwickelt, die Zirkel und Lineal ersetzen soll.

 

Übrigens, die Anwendung dieser Hilfsmittel setzt nicht nur die genaue Kenntnis von:

 

 

voraus, sondern auch von:

 

 

Letzteres ist nur unter Idealbedingungen bekannt und Ersteres ist nur ungefähr bekannt:

 

1) Wie schnell paddelt man denn z.B. bei einem böigen 5er Wind, der schräg von vorne bzw. achtern kommt, und hält man - oder die ganze Gruppe von Küstenkanuwanderinnen und -wanderer - auch diese Geschwindigkeit über eine längere Zeitspanne ein?

 

2) Woher bekommt man die Infos über Strömungsdaten? Z.B. gibt der vom BSH herausgegebene Stromatlas, richtiger: „Der küstennahe Gezeitenstrom in der Deutschen Bucht“ (2002), nur die Stromgeschwindigkeiten im Stunden-Takt an, und zwar bezogen auf die mittleren Tidenstromverhältnisse. Während der Spring- bzw. Nippzeit und je nach Wind (Stärke & Richtung) können jedoch die Stromgeschwindigkeiten größer oder kleiner sein. Außerdem unterliegen die angegebenen Stromgeschwindigkeiten großen Schwankungen, die davon abhängen, wo man sich gerade aufhält: mitten im Fahrwasser, Gatt, Priel oder über einer Sandbank bzw. nahe der Wattkante.

 

3) Schließlich ist ein Kanute gerade mal in der Lage, einen auf ca. 10° genauen Kurs zu paddeln.

 

Insofern trägt dieser Beitrag mehr zur „Bildung“ von Küstenkanuwanderinnen und –wanderer bei. Einen praktischen Nutzen wird er wohl für das Küstenkanuwandern nicht liefern.

 

Quelle: SEEKAJAK, Nr. 92/04, S.36-50 – www.salzwasserunion.de