14.03.2005 Seenotfall Baltrum (Ausbildung)

 

Im SEEKAJAK wird etwas verspätet zum Seenotfall vor Baltrum, der sich am 29.08.04 ereignet hat, berichtet.

 

Zunächst wird auf Grund der Aussagen des in Seenot geratenen Küstenkanuwanderers von Krischan Wöste der Ablauf des Seenotfalls von der Kenterung bis zur Rettung mit dem SAR-Hubschrauber aufgezeigt. Anschließend werden einige relevante Aspekte herausgestellt, u.a.:

 

 

In einer ergänzenden Stellungnahme geht Bernhard Hillejan darauf ein, ob es vertretbar ist, dass die Kameraden ihren neben seinem Seekajak im Wasser treibenden Kameraden verlassen dürfen, um vom nahen Strand aus Hilfe herbei zu rufen. Zumindest für den Fall, dass es sich um eine geführte Küstentouren handelt, werden zwei Alternativen allein für zulässig gehalten, die vom folgenden Motto geprägt sind:

 

„Niemand bleibt allein zurück!“

 

 

 

Leider wird bei diesem Vorschlag Folgendes vernachlässigt:

 

 

Wie man sieht, können die beiden vorgeschlagenen Alternativen nur als Richtschnur möglichen Handelns in einem Seenotfall angesehen werden. Letztlich hängt es von der konkreten Situation ab, wie man sich verhält:

 

a)      wenn im Kentergebiet keine Strömung herrscht?

b)      wenn der „Kenterbruder“ in eine Brandungszone gerät, die ihn bei den vorherrschendem Wind in absehbarer Zeit an den Strand spült?

c)      wenn vom nahen Strand aus, die Seenotrettung alarmiert werden kann und die Retter relativ schnell vor Ort sein können?

d)      wenn der Tag erst begonnen hat, d.h. die Nacht noch nicht hereinbricht?

e)      wenn die Gewässertemperaturen über +15° C liegen, der „Kenterbruder“ über einen Trockenanzug plus Neoprenkappe verfügt und mit genügend Seenotsignalmitteln (z.B. 2 Seenotfallschirmraketen, 1 Handfackel, 1 Handfunkgerät) ausgerüstet ist?

 

Quelle: SEEKAJAK, Nr. 95, S.8-9 – www.salzwasserunion.de

Link zu einer Stellungnahme des DKV:

www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotfallanalyse-II.pdf