11.05.2005 Kenterung mit Schulterluxation (Ausbildung)

 

Im SEA KAYAKER berichtet Doug Alderson in dem Beitrag:

 

„One Paddler’s Achilles“

 

über eine Kenterung in steiler, brechender See, bei dem sich ein erfahrener Küstenkanuwanderer anlässlich einer Solo-Nachmittagstour durch bekanntes Revier südlich von Vancouver Island beim Einsatz der hohen Paddelstütze die Schulter auskugelt, dadurch handlungsunfähig wird und darauf wartet, endlich von einem der vorbei fahrenden Dampfer bzw. Segelboote entdeckt und gerettet zu werden.

 

In dem Beitrag weist der D.A. darauf hin, wie wichtig es ist, auch auf solche Verletzungen vorbereitet zu sein; d.h. wir sollten die Rolle bzw. den Wiedereinstieg per Paddlefloat auch mit einem Arm beherrschen!? Außerdem bemerkt er, dass es manchmal ratsamer ist, statt gegen einen Brecher anzustützen, freiwillig zu kentern, um dann nach dem Vorbeirauschen des Brechers wieder hoch zu rollen. Schließlich wird auf die Wichtigkeit einer „Life-Line“ verwiesen; denn nach einer Kenterung mit dem verbleibenden gesunden Arm sich am Seekajak festzuhalten und gleichzeitig damit das Paddel zu halten, um Dritte winkend auf sich aufmerksam zu machen, funktioniert nicht immer.

 

3 Monate nach der Kenterung war der Kenterbruder fit. Er paddelt wieder, aber stets mit Seenotsignalmitteln und einem UKW-Handfunkgerät! Ja, so ist das halt mit uns Küstenkanuwanderinnen und –wanderern. Wir sind halt meist nur bereit, von unseren eigenen Fehlern - d.h. aus selber erlebten Erfahrungen - zu lernen! Ach ja, je „bombensicherer“ unsere Rolle klappt, desto leichtsinniger werden wir.

 

Übrigens, die Schulter kann am leichtesten ausgerenkt werden, wenn wir beim Paddeln den Ellenbogen über die Schulter und die Hand über den Kopf heben und nach hinten ausschwenken lassen. Gerade bei einer nachlässig ausgeführten hohen Paddelstütze kann das leicht passieren. Statt den Ellenbogen dicht am Körper zu halten, langt man in einer kritischen Situation plötzlich mit dem Arm hoch bis über den Kopf hinaus. Wenn dann der Brecher das Paddel nach hinten bzw. das Seekajak nach vorne reißt, ist es schnell passiert, dass eine weniger trainierte Schulter den Arm nicht mehr in der Schulterpfanne halten kann, sondern ihn auskugeln lässt.

 

Quelle: SEA KAYAKER, June 2005, S.62-65 – www.seakayakermag.com

Allgemeine Literatur:

Grifka,J.: Die Schulterschule, Rowohlt Verlag 2004