19.06.2005 Tsunami-Merkblatt (Ausbildung)

 

Das GeoForschungsZentrum Potsdam hat ein Merkblatt herausgegeben, das diejenigen informieren möchte, die sich in Tsunami gefährdeten Küstenregionen aufhalten. Zu folgenden Punkten findet wir u.a. Infos:

 

Wellenhöhe: „Die Wellenhöhen sind auf tiefer offener See gering, meist zwischen 30 – 80 cm und ungefährlich. Bei Annäherung an die Küste, vor allem in flachen Buchten können sich die Wassermassen aber über 10m, in Extremfällen auch mehr als 30 – 50 m hoch auftürmen, flaches Land hinter der Küste bis zu mehreren Kilometer landeinwärts überfluten und verheerende Verwüstungen anrichten.“

 

Gefährdete Regionen: „Die meisten Tsunamis ereignen sich im Pazifik, es gibt sie aber auch in allen anderen Ozeanen und Meeresgebieten.“

 

Frühwarnungen: „… Ist die Vorwarnzeit noch ausreichend, um tiefere offene See zu erreichen, dann sollte umgehend ausgelaufen werden. Für kleinere und langsamere Boote kann das aber riskant sein. … Dann sollten die Besatzungen besser sofort an Land gehen und schnellstmöglich höhere gelegene Zufluchtsorte aufsuchen.“

 

Erscheinungsbild: „Ein Tsunami besteht aus mehreren Wellenbergen, die im Abstand von einigen 10 Min. bis zu über 1 Std. aufeinander folgen und häufig erst in späteren Wellenbergen zu maximalen Höhen an der Küste auflaufen. Deshalb dürfen die Zufluchtsorte auf keinen Fall nach Rückzug der ersten Welle(n) bereits wieder verlassen werden. Man muss ggf. mehr als 5 Std. auf den höhere gelegenen Zufluchtsorten ausharren …“

 

Verhaltensempfehlung: „Sind sie an der Küste und nehmen einen unerwarteten schnellen Anstieg oder Abfall des Wasserspiegels innerhalb von Minuten wahr, dann eilen Sie sofort zu einem hochgelegenen bzw. küstenfernen Zufluchtsort. In keinem Fall sollten sie in plötzlich trocken fallende Meeresbuchten hinauslaufen. Die erste hohe Tsunamiwelle folgt mit Sicherheit innerhalb einiger Minuten.“

 

Link:

è www.gfz-potsdam.de/bib/pub/m/merkblatt_tsunami.pdf

è www.gfz-potsdam.de/bib/pub/m/infoblatt_tsunami.pdf