18.12.2005 Gezeitenflutwellen (Bore) (Ausbildung)

 

In KANU MAGAZIN berichtet Corran Addison in dem Beitrag:

 

„Das große Rauschen: Meilensurf auf der Gezeitenflutwelle Pororoca“

 

über eine der größten Gezeitenflutwelle (auch „Bore“ genannt, aus dem Indischen: „Flut“) der Welt, die auf einem Nebenarm des Amazona, dem Miriam River, zu beobachten ist. Diese Welle, die Pororoca (= „Großer Lärm“) genannt wird, bewegt sich mit bis zu 25-30 km/h fort, ist bis zu 4-6 m hoch und reicht vom Mündungstrichter bis 100 km (in der Literatur ist auch zu lesen: 500 km) ins Landesinnere hinein. Sie entsteht im Falle des Pororoca bei Springflut, wenn der der Miriam River Hochwasser (in der Literatur ist auch zu lesen: Niedrigwasser) führt.

 

Insgesamt gibt es auf der Welt ca. 60 erwähnenswerte Gezeitenflutwellen, die in Gebieten mit höherem Tidenhub überwiegend bei trichterförmig bzw. durch Untiefen verengten Flussmündungen zu beobachten sind. Die „Tidal Bore Research Society“ führt auf ihrer Homepage über 50 Gezeitenflutwellen auf. Zu den „Top 10“ zählen u.a.

 

  • Araguari Pororoca (Brasilien): max. 6 m hoch / max. 25 km/h; Fearfactor: 4
  • Gironde Mascarat (Frankreich): 1,5 m / 12 km/h; Fearfactor: 2
  • Hugli Tidal Bore (Indien): 2 m / 20 km/h; Fearfactor: 3
  • Lupar Benak (Malaysia): 3 m / 20 km/h; Fearfactor: 3
  • Qiantang Dragon (China): 8,9 m /40 km/h; Fearfactor: 5
  • Shubenacadie Tidal Bore (Kanada): 1,2 m / 14 km/h; Fearfactor: 2
  • Severn Bore (Großbritannien): 2,8 m /16 km/h; Fearfactor: 2
  • Turnagain Arm Tidal Bore (Fjord im Cook Inlet) (Alaska): 3 m / 16 km/m; Fearfactor: 3

 

Übrigens, ich selber habe einmal eine Mini-Bore in der Bretagne (F) erlebt. Wir wollten unmittelbar neben dem Kulturdenkmal der Klosterinsel „Mont St. Michelle“ in einem kleinem Bach unsere Seekajaks einsetzen, um die Klosterinsel zu umrunden. Nach dem Tidenstand (ca. 2 h vor Tiden-Hochwasser) hätte der Bach voll Wasser sein müssen. Aber es floss nur ein kleines Rinnsal, welches wir mit unseren Seekajaks nicht erreichen konnten, da das flach ins Wasser reichende Ufer total verschlickt war. Während wir darüber diskutiert, was zu tun sei, rauschte plötzlich eine ca. 50 cm hohe, weiß aufschäumende Flutwelle heran und füllte das Bachbett innerhalb ca. 1 Minute mit Wasser. Danach konnte bei Ententeichbedingungen die Umrundung angetreten werden.

 

Text: U.Beier – www.kanu.de/kueste/

Quelle: KANU MAGAZIN, Nr. 1/06 S. 78-81 – www.kanumagazin.de

Link:

Fotovorschau Pororoca è www.2imagine.net/films/film9.html

Homepage der “Tidal Bore Research Society” è www.tidalbore.info/tour.html

Homepage der “Severn Bore” è www.severn-bore.co.uk

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