10.11.2006 Europäischer Paddel-Pass (Ausbildung)

 

Die Ausübung von Kanusport setzt gleichermaßen voraus, dass:

 

 

Diese Anforderungen finden auch im zusammenwachsenden Europa immer mehr Bedeutung. Die entsprechende Ausbildung aller Kanufahrerinnen und Kanufahrer ist daher eine wichtige Aufgabe der Arbeit des Deutschen Kanu-Verbands (DKV).

 

Um die in den Kanuvereinen des DKV oder bei anderen Anbietern erlernten Fähigkeiten nach international vergleichbaren Kriterien belegen zu können, hat der DKV die von der ECA erarbeiteten Grundsätze für einen Europäischen Paddel-Pass (EPP):

 

è www.EuroPaddlePass.com

 

aufgegriffen und den Rahmenbedingungen in Deutschland angepasst:

 

è www.kanu.de/nuke/downloads/EPP-BedingungenNovember06.pdf

 

Die Erwerber des EPP haben damit - bezogen auf die jeweilige Qualifikationsstufe – einen Nachweis der beherrschten Mindestanforderungen für einen natur- und landschaftsverträglichen und sicheren Kanusport.

 

Der EPP soll aber auch dazu beitragen, die Bereitschaft zur Ausbildung zu steigern. Angesprochen sind hier alle Kanuvereine, ihre Ausbildungsaktivitäten zu steigern, und alle Kanufahrer, sich an Ausbildungsveranstaltungen zu beteiligen. Der DKV lädt deshalb alle aktiven Kanufahrer ein, den Europäischen Paddel-Pass zu erwerben und damit auch zum Ausdruck zu bringen, dass sie ihren Kanusport verantwortungsbewusst ausüben wollen.

 

Der EPP unterscheidet fünf verschiedene Qualifikationsstufen:

 

Revier: Zahmwasser Typ I

 

Revier: Zahmwasser Typ I bis II

 

Revier:

a) Zahmwasser (Typ II bis III)

b) Wildwasser (Typ I bis II)

c) Küste (Typ I bis II)

 

Revier:

a) Wildwasser (Typ II bis III)

b) Küste (Typ II bis III)

 

Revier:

a) Wildwasser (Typ III bis IV)

b) Küste (Typ III bis IV)

 

Für das Küstenkanuwandern sind die Qualifikationsstufen 3 – 5 relevant. Im Folgenden sollen die Bedingungen für den Erwerb von EPP 3 – 5 (Küste) vorgestellt werden.

 

Tab.: Voraussetzungen zum Erwerb von EPP 3 – 5 (Küste)

Bedingungen

EPP 3 (Blau)

EPP 4 (Rot)

EPP 5 (Schwarz)

Allgemeines

EPP 2

EPP 3

EPP 4

Kondition

3 Std. Paddeln

mit 2 kurzen Pausen,

ca. 15 km

4 Std. Paddeln

mit 3 kurzen Pausen

ca. 20 km

5 Std. Paddeln

mit 4 kurzen Pausen

ca. 25 km

Erfahrungen

-

2 Gepäckfahrten

auf unterschiedlichem

Gewässer (ca. 30 km)

3 Gepäckfahrten

auf unterschiedlichem

Gewässer (ca. 30 km)

(2 unterschiedliche

Tidengewässer)

Prüfungsablauf: Praktische Prüfung während einer Ausbildungsfahrt Im seetüchtigen

                             Einer-Kajak bzw. Einer-Faltboot. Mit Nachprüfung möglich.

Prüfungsbedingungen

mind. 3 Bft. Wind,

Brandung (bis 40 cm),

1-tägige Tour;

Küste I-II

mind. 4 Bft. Wind,

Brandung (40-75 cm),

2-tägige Gepäcktour

im eigenen Boot;

Küste II-III

mind. 5 Bft. Wind,

Brandung (über 75 cm)

3-tägige Gepäcktour

im eigenen Boot;

Küste III-IV

Prüfungsinhalt: Sind Kenntnisse bzw. Fähigkeiten zu folgenden Themen vorhanden?

Ausrüstung:

Auswahl und Beurteilung der erforderlichen Ausrüstung:

 

doppelte Abschottung

Lenzpumpe

Schwimm-/Rettungsweste

Signalpfeife

Fuß-/Hüft-/Schenkelhalt

festsitzende Spritzdecke

Schutzkleidung:

- Wind, Nässe, Kälte

Sonnenschutz

Karte & Kompass

Kartendeck

Paddelsicherungsleine

Rettungshalteleine

Handseenotsignalmittel

Reservekleidung

Handy oder Radio

Essen & Trinken

Reparaturmaterial

Erste-Hilfe-Material

Deckskompass

Kopfschutz (Brandung)

Reservepaddel

Barometer

Taschenlampe

Schleppleine

Rettungsdecke

Handrauchsignal

Handfackel

Fallschirmsignalraketen

UKW-Sprechfunk

GPS-Gerät

Seenotbaken

Life-Line

Technik:

Aufwärmübungen

Gepäckverteilung

Bootstrimm

Robbenstart

Paddeltechnik:

- vor-/rückwärts

- Bogenschlag

- Ziehschlag

- Paddelstütze

   (flach/hoch)

- Wriggen

Päckchenbildung

Seilfähre (vorwärts)

Starten/Anlanden:

- bei Brandung

(vor-/rückwärts)

- an Spundwand/Fels

Paddeltechnik (4 Bft.)

Skeg-Paddel-Theorie:

- Trimmen, Kanten

- Heckruder

Paddeln ohne Abdrift:

- „Hundekurve“

Brandungspaddeln (bei

4 Bft):

- von vorn/hinten/seit-
wärts

- Surfen vorwärts

Kehrwasserfahren

Paddeltechnik (5 Bft.)

Brandungspaddeln (bei 5 Bft.):

- Surfen rückwärts

 

Sicherheit (Praxis):

Schleppmethoden:

- Solo-/V-Schlepp

TX-Lenz-Methode

Wiedereinstiegs-Methoden:

- V-/Parallel-Einstieg

Eskimorettung

Rolle (einseitig)

Schleppen, Lenzen u.

   Wiedereinsteigen

   (bei 4 Bft.)

Paddel-Float-Einstieg

   (bei Flachwasser)

Päckchen-Schlepp

Rollen (beidseitig)

Schleppen, Lenzen,

   Rollen  u. Wieder-
   einsteigen (bei 5 Bft.)

Reentry & Roll

Rollen seitwärts zur

   Brandung

 

Tab.: Voraussetzungen zum Erwerb von EPP 3 – 5 (Küste) (Fortsetzung)

Bedingungen

EPP 3 (Blau)

EPP 4 (Rot)

EPP 5 (Schwarz)

Sicherheit (Praxis):

(Fortsetzung)

Bootstransport:

- PKW

- Bootswagen

- Hand

 

 

Sicherheit (Theorie):

Seetüchtigkeit:

- Begriffserklärung

Handsignale (Küste)

Erste-Hilfe

Kälteschock u. Unter-
   kühlung (Folgen/Vor-
   beugung)

See-Wetterbericht

Fahrvorbereitung mit

   Seekarte/topo. Karte

Auswahl von Start- u.

   Anlandeplätzen

Gefahrenkenntnis:

- Windstärke (Bft.)

- auf-/ablandiger Wind

- Windsee/Dünung

- Brandung/Grundseen

- Kreuzseen

- Stromkabbelung

- Untiefen/Hindernisse

- Steil-/Felsküsten

- Wind gegen Strom

- See-/Landwind

- Nebel/Dunkelheit

- Gewitter

- Schiffsverkehr

Kompassarbeit

Gezeitenkenntnisse:

- Bestimmung von

   Hoch-/Niedrigwasser

Seezeichen:

- laterale/kardinale

Verkehrsvorschriften

   (Vorfahrt-/Ausweich-
   regeln SeeSchiffStrO

   und KVR)

Bootsreparatur:

- Bootskörper/Steuer

bzw. Skeg

Seenotrettung (DGzRS)

Wiederbelebung

Wetterkunde:

- Tiefs + Hochs (Wind-
richtung/Zugbahn)

- Warm-/Kaltfront

(Wolken/Wind/Tem-
peratur)

- Gewitter/Nebel

Gezeitenkunde:

- Wasserstand

(12er-Regel)

- Stromstärke

- Stromkabbelung

Gewässerschwierig-
   keitsanalyse anhand

   der Seekarte

Navigationskunde:

- Deckpeilung

- Standlinienpeilung

- Kreuzpeilung

Revierauswahl (in Ab-
   hängigkeit d. Gewäs-
   serschwierigkeiten

Fahrtenplanung:

- 2 Tage auf Nord-/

Ostsee

 

Leitung von Gruppenfahrten:

- Gruppenzusammen-
halt

- Untergruppenbildung

- Angstbewältigung

- Verantwortung

Fahrtenplanung:

- 3 Tage auf Nord-/I

  Ostsee

 

Umwelt:

Kenntnis von Stör-
   wirkungen auf

   Tiere, Pflanzen,

   Mitmenschen

Grundkenntnisse über:

- Naturschutzvorschrift.

- Abstandsregeln

- Auswahl geeigneter

   Ein-/Ausstiegsstellen

- Rundtouren

- Befahrensregeln

- Übernachtungsregeln

Erkennen von:

- Seeschwalbe

- Lach-/Silbermöwe

- Austernfischer

- Rotschenkel

- Eiderente/Brandgans

- Kegelrobbe

- Strandflieder

- Queller

- Herzmuschel,

- Sandklaffmuschel

- Ohrenqualle

- Kompassqualle

Kenntnis relevanter

Schutzzeiten für Vögel, Enten/Gänse, Seehunde

 

Zusammenfassung: U.Beier – www.kanu.de/kueste/