11.05.2011 Rettungsaktion vor Felsküste – 10 Varianten (Ausbildung)

 

Ja, was macht man, wenn man bei auflandigem Wind in der Kreuzsee einer Felsküste kentert? Nun:

 

 

Aber wie holen einen die Kameraden dort wieder heraus?

 

 

 

Eine weitere Variante stellt der Herausgeber des us-amerikanischen SEA KAYAKER, Chr. Cunningham, in seiner Zeitschrift, Ausgabe: June 2011, S.4, kurz vor:

 

 

Gibt es dabei Probleme, weil sich z.B. beide Seekajaks wegen Wind, Strom, Seegang bzw. Fahrt durchs Wasser so dicht parallel zusammenlegen, dass der Retter nicht mehr mit voller Kraft paddeln kann, bieten sich auch die folgenden Alternativen an:

 

 

 

Da der im Wasser treibende „Kenterbruder“ wie ein Treibanker das Voranpaddeln erschwert, müsste er versuchen, seinen Körper möglichst weit aus dem Wasser zu hieven oder mit zu schwimmen:

 

So könnte er bei Variante (7) ausprobieren, ob es etwas nutzt, wenn er jeweils eines seiner Beine über sein Seekajak und das des Retters legt bzw. wenn das nicht klappt, mit seinen Beinen versuchen, Grundschläge wie beim Brustschwimmen oder Kraulen auszuführen.

 

Bei Variante (8) könnte er versuchen, je ein Bein aufs Deck seines Seekajaks und das des Retters zu legen.

 

Und bei Variante (9) bietet es sich u.U. an, dass er seine beiden Beine um den Bug seines Seekajaks klammert, wobei er sich mit einem Arm am Bug seines Seekajaks und mit dem anderen am Heck des Seekajaks seines Retters festhalten könnte. Funktioniert das im Seegang nicht, sollte er zumindest versuchen, wie bei Variante (7) mit zu schwimmen.

 

Schließlich bietet sich noch eine andere Möglichkeit an:

 

 

Wer nicht glaubt, dass wenigstens eine dieser 10 Varianten funktioniert, sollte sie mal im Sommer draußen auf dem Wasser zunächst bei „Ententeichbedingungen“ und danach bei „Kabbelwasser“ ausprobieren. - Versuch macht klug! In der Brandung sollte man jedoch auf solche Versuche verzichten. Spätestens dann, wenn die Brecher die Seekajaks seitwärts mitnehmen können, besteht nämlich die Gefahr, dass die Seekajak unkontrolliert übereinander schlagen. Sach- und Personenschäden sind dann nicht mehr auszuschließen und sollten – wenn überhaupt - nur im extremen Notfall in Kauf genommen werden.

 

Text: Udo Beier