18.10.2011 BCU 4 Star Training (Ausbildung)

 

Im SEEKAJAK berichtet Gero Meinen in dem Beitrag:

 

„BCU 4 star training auf Anglesey“

 

über die Erfahrungen, die er während einer Ausbildung in Wales im Rahmen von BCU 3 und 4 Star (Sea) gemacht hat, und zwar hauptsächlich beim Befahren von Gezeitenstromkabbelungen („Tidal Races“), Felsküstenpassagen in Griffweite („Rock Hopping“) bzw. Höhlen, also bei Bedingungen, die man an der deutschen Küste nicht kennt und höchstens nur ansatzweise erleben kann, wenn bei einem 5er Wind Dünung, Windsee, Dampferwellen und Tidenstrom von verschiedenen Richtungen auf eine flache Sandbank treffen und chaotisch clapotische Grundseen produzieren.

 

 

(1) „Man nehme mindestens zwei Paddler nebst Schleppleinen. Paddler Nr. 2 befestigt seine Schleppleine am Heck (des Seekajaks) von Paddler Nr. 1.

(2) Paddler Nr. 1 steigt aus und fixiert seine Leine am Bug des eigenen Schiffes.

(3) Nunmehr geht es schwimmend auf den etwa 80 bis 100 Zentimeter über dem Meeresspiegel liegenden, möglichst mit Muscheln und Seepocken übersäten und aus scharfkantigem Gestein gestehenden Felsvorsprung zu. Dabei (erleichtert) ein Schwell von mindestens 50 Zentimetern das Gelingen der Übung.

(4) Paddler Nr. 2 achtet derweilen darauf, dass das leere Boot Paddler Nr. 1 nicht die Wirbelsäule zertrümmert.

(5) Paddler Nr. 1 erreicht das Ufer und kraxelt den Felsen hoch. Handschuhe verhindern blutige Hände (und Schuhe blutige Füße). Auch sollte der Trockenanzug recht widerstandsfähig sein. Hilfreich ist es auch, das Schwimmen mit der hinter sich treibenden Schleppleine zuvor einige Male zu üben.

(6) Hat Paddler Nr. 1 sich auf dem Felsen aufgerichtet, zieht er mit Hilfe der Schleppleine sein Boot ans Ufer und sodann auf den Felsen.

(7) Paddler Nr. 2 hat zwischenzeitlich seine Schleppleine am Körper gelöst.

(8) Sobald Boot (von Paddler Nr. 1) und Leinen (von beiden Paddlern) an Land sind, verknotet Paddler Nr. 1 die beiden Leinen auf eine Länge von knapp 20 Metern.

(9) Die verknotete Leine wird Paddler Nr. 2 zugeworfen, der sie an seinem Boot befestigt, aussteigt und sich nun seinerseits schwimmend zum Felsen bewegt.

(10) Ist dies gelungen und Paddler Nr. 2 mit einigen Schürfwunden sicher an Land, wird sein Boot ans Ufer und dann auf den Felsen gezogen.

(11) Sind Paddler, Boote und Leinen auf dem Felsen angekommen, kann man sich dem Zweck der Übung widmen: Der Bootsreparatur. Denn – nicht durch die Übung, sondern - irgendwann vorher hat eines der Boote Leck geschlagen, weshalb das Rock Landing erforderlich geworden ist.

 

Ja, die Engländer, die „spinnen“ doch nicht! Sie wollten es auch nicht den „Krauts“ mal so richtig zeigen. Und sicherlich verhalten sie sich auch materialschonender, wenn sie auf Gepäck- statt nur auf Übungs- bzw. „Spritztour“ sind!? Aber wie zieht man ein voll Wasser gelaufenes Seekajak auf den Felsen, ohne es nicht noch mehr zu beschädigen? But: „What must, that must!“ ;-)

Zumindest kommt man anschließend so wieder vom Felsen herunter?

 

(12) Paddler Nr. 1 bindet seine Schleppleine um, befestigt sie in Höhe des Kartendecks, schubst das Boot ins Wasser,

(13) schwimmt hinterher, steigt unter Wasser ein und rollt hoch. (Hilfreich ist dabei, dass die Schleppleine sich nicht um Hals oder Beine wickelt.) Spritzdecke schließen.

(14) Nunmehr schubst Paddler Nr. 2 sein Boot ins Wasser.

(15) Paddler Nr. 1 fährt heran und es folgt ein Paralleleinstieg.

(16) (Anschließend werden die Boote gelenzt.)

 

So weit, so interessant. Andere Küsten, andere Sitten. Trotzdem wäre ich ab Schritt (8) anders vorgegangen:

 

(8a) Paddler Nr. 2 befestigt seine Schleppleine an seinem Boot.

(9a) Paddler Nr. 1 ergreift die Schleppleine, die ja auch am Heck seines Boots befestigt ist und zieht das Boot von Paddler Nr. 2 an und auf die Felsen.

(10a) Paddler Nr. 2 schwimmt zu den Felsen und klettert hoch zu Paddler Nr. 1.

 

Zusammenfassung: .U.Beier

Quelle: SEEKAJAK; Nr. 127/11, S.52-57 – www.salzwasserunion.de

Links:

http://www.mallaigcanoeclub.co.uk/3starseasyl.pdf

http://www.mallaigcanoeclub.co.uk/4starseasyl.pdf