03.12.2012 Vor der Tour steht der Start – Freyas 340. + 343. Fahrtentag (Ausbildung)

 

Anlanden kann jeder, wenn auch manchmal nur schwimmend und nicht immer ganz „heile“! Aber starten?

 

In meinem Bericht über Freyas & Peters 290. + 291. Fahrtentag habe ich Freyas Rezept für „Sicheres Anlanden“ herausgearbeitet. In ihrem Bericht vom 340. + 343. Fahrtentag erfahren wir, wie beide beim Starten vorgehen.

 

Am Anfang steht eigentlich der „Robbenstart“:

 

  1. Wir ziehen bzw. tragen unser Seekajak bis kurz hinterm Spülsaum, und zwar so weit, dass das Seekajak aufschwimmt, solange wir noch nicht in der Sitzluke Platz genommen haben.
  2. Dann richten wir unser Seekajak so zum vor uns brechenden Seegang aus, dass es nicht sofort quer getrieben wird.
  3. Anschließend setzen wir uns in die Luke und schließen die Spritzdecke.
  4. Nun warten wir mit einer Hand am Paddel ab, bis das Restwasser eines höher aufspülenden Brechers unser Seekajak so erreicht, dass es aufschwimmt.
  5. Sobald das Wasser wieder abläuft, versuchen wir mit einer Hand auf der einen Seite und dem Paddel auf der anderen Seite uns vom Grund Richtung tieferes Wasser vorzurobben.
  6. Sobald das Wasser unter unserem Seekajak so tief ist wie unser Paddelblatt breit, fangen wir mit voller Kraft an loszupaddeln Richtung der vor uns auftürmenden und anrollenden Brecher.
  7. In dem Moment, wenn der Brecher uns überspült, wird das Paddel nicht mit beiden Händen über den Kopf gehalten (è ansonsten bestände die Gefahr, dass unser Oberkörper inkl. Paddelblätter dem Brecher zu viel Angriffsfläche  bieten,  was dazu führen könnte, dass der Brecher uns wieder zurück an den Strand spült), sondern ein Paddelblatt wird seitlich vor uns ins Wasser getaucht (è um einen Rückwärtssurf zu verhindern bzw. abzubremsen) und dort solange gehalten, bis der Brecher uns überspült hat, dabei beugen wir unseren Oberkörper weit nach vorne, so dass der Brecher sich nicht an unserem Oberkörper verfangen kann.
  8. Danach wird mit voller Kraft solange weiter gepaddelt, bis wir die Brecher-Zone hinter uns gelassen haben.

 

Der Startvorgang wird erleichtert, wenn Mitpaddler uns beim Starten unterstützen:

 

 

„Den Letzten beißen die Hunde!“ D.h. es gibt immer einen (è das sollte möglichst der leistungsfähigste Kanute sein), der ohne Hilfe seiner Mitpaddler versuchen muss, durch die Brandung zu starten. Dabei ist es hilfreich, sich den Startplatz genau anzuschauen und zu prüfen, ob es nicht weiter links oder rechts einen Platz gibt, wo die Brecher nicht so hoch auflaufen oder einen nicht so schnell quer treiben. Übrigens, wenn unser Seekajak gleich zu Beginn des Startvorganges quer treibt, bleibt einem meist nichts anderes übrig, als auszusteigen, das Seekajak neu auszurichten und erneut zu starten.

 

In den beiden folgenden Links werden beispielhaft Fotos vom Startvorgang durch die Brandung gezeigt:

 

USK: Launching A Kayak Through Surf

www.useakayak.org/surf_zone/launch_thru_surf.html

 

Wayne Horodowich: How To Punch Through Surf

www.useakayak.org/surf_zone/punch_thru_surf.html

 

Ja, und wie gehen nun Freya & Peter vor? Bislang startete Freya stets als Letzte, d.h. sie half Peter - der stets mehr Kilo Gepäck transportiert - beim Starten und versuchte anschließend allein ihr „Glück“. Anscheinend wurde jedoch beiden das tagtägliche Starten durch die Brandung so zur Routine bzw. die anrollenden Brecher sahen so harmlos aus, dass am 340. Fahrtentag jeder nach seiner eigenen „Fasson“ sein „Startglück“ versuchte:

 

http://freyahoffmeister.com/2012/11/26/sun-2511-2012-day-340/

 

 

 

Trotz dieser anfänglichen Startprobleme schafften die beiden an diesem Tag wieder ihr „Tagessoll“ von um die 60 Kilometer.

 

3 Tage später gab es dann wieder erneut Startprobleme, obwohl die Brandung eigentlich recht harmlos aussah:

 

http://freyahoffmeister.com/2012/11/29/wed-2811-2012-day-343/

 

Freyas Kommentar dazu: „In der Tat, da denkst du nach tausenden von „Launchings & Landings“ durch die Brandung, du beherrschst das sicher zumindest zu 95 % … aber davon ist keine Rede …. jedes Mal sind die Bedingungen etwas anders gelagert.“

 

Das trifft auch für den 341. Fahrtentag zu, als Freya beim Anlanden bei mäßiger Dünung plötzlich & unerwartet von einem Brecher im knietiefen Wasser überrascht & umgeschmissen wurde und mit ansehen  musste, wie ihr Seekajak ohne sie „strandete“.

 

Text: U.Beier