05.12.2012 Brandungsstart: Hinaus durch die Brecher (Ausbildung)

 

Rob Mousley erläutert in dem Beitrag:

 

“Getting out through Surf. Advice from the Pros”

www.surfski.info/getting-started/tips-other/item/1058-getting-out-through-surf-advice-from-the-pros.html (18.08.12)

 

wie mit einem Surf-Ski die von einer Dünung erzeugte Brandung zu durchfahren ist. Dabei greift er auf beeindruckende Fotoserien bzw. Einzelfotos zurück. Außerdem befragte er 10 erfahrene Surf-Ski-Racer, wie sie die Brecher meistern.

 

Als Quintessenz für uns Küstenkanuwanderer bleibt Folgendes:

 

  1. Will man eine vor einem liegende Brandungszone durchqueren, sucht man vorher die richtige Stelle als Startposition aus. Dafür ist es wichtig, die Brandung ganz genau zu beobachten und jene Stelle zu suchen, wo die Brecher nicht ganz so hoch auflaufen (è i.d.R. liegen dort die Brandung erzeugenden Untiefen tiefer unter der Wasseroberfläche) und wo gegebenenfalls auch ein Brandungsrückstrom (è „Rip Current“) hinausläuft.
  2. Warte im Abstand zur Brandungszone ab, bis die Brecher weniger hoch auflaufen; denn jede „siebte Welle“ ist nicht nur höher, sondern auch niedriger!
  3. Wenn man meint, dass die Brecherhöhe akzeptabel ist, paddelt man mit voller Kraft (!!!) los und hört erst wieder auf zu paddeln, wenn man die Brandungszone hinter sich gelassen hat.
  4. Dabei ist es empfehlenswert, dann in den Brecher zu paddeln, nachdem er bricht, also genau dann, wenn er sich in Schaum „auflöst“.
  5. Je schneller man durch den Brecher paddelt, desto geringer ist die Gefahr, dass der Brecher einen rückwärts mitnimmt (è Rückwärtssurf).
  6. Beim Durchfahren des Brecher ist zum einen der Oberkörper nach vorne zu legen, um den anrauschenden Wassermassen möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, und zum anderen ein Paddelblatt ins Wasser zu tauchen, um ein Rückwärtssurfen zu verhindern bis abzubremsen.

 

Übrigens, je breiter & voluminöser ein Seekajak ist, desto eher neigt es in der Brandung zum „Kerzen“ und Rückwärtssurfen. Und: Je schmaler & schlanker ein Seekajak ist, desto eher neigt es zum Durchstechen des Brechers. Der Wasserdruck auf den Brustkorb des Kanuten kann beim Durchstechen so hoch sein, dass man für einen Moment nicht mehr die Kraft zum Atmen hat. Ungünstigenfalls kann der Wasserdruck sogar das Paddel erfassen und am Körper zerbrechen lassen, sofern es im Moment der Durchfahrt durch den Brecher gerade quer statt parallel zum Seekajak liegt.

 

Die Fotos in dem folgenden Beitrag von Rob Mousley:

 

“Awesome Oz Surf Photos”

www.surfski.info/latest-news/item/75-awesome-oz-surf-photos.html (2007)

 

zeigen anschaulich, gegen welche Wasserwucht ein Kanute anzukämpfen hat, wenn er versucht, durch Brecher zu paddeln.

 

Und die Fotoserie in dem letzten Beitrag von Rob Mousley:

 

“Surfing Dungeons – the Story”

www.surfski.info/latest-news/item/986-surfing-dungeons-the-story.html (2006)

 

vermittelt uns den Eindruck, dass selbst das “Unmachbare” machbar … und auch ein 50-km/h-Surf nicht unmöglich ist.

 

Text: Udo Beier