21.02.2014 Innovationsentscheidungen („Erstbefahrungen“) (Ausbildung)

 

Was ist nun unter dieser fünften Variante „risikobehafteter Entscheidungen“ zu verstehen?

 

Das Streben, etwas zu paddeln, was wir bislang noch nicht getan haben bzw. was vorher noch niemand anderes getan hat, kann zu „Innovationsentscheidungen“ führen. Dritte ordnen solche Entscheidungen recht schnell jenen Handlungen zu, die in erster Linie durch die „Außenwirkung“ motiviert werden. Wir erkennen solche Kritiker vielfach daran, dass sie die „Innovatoren“ für nicht mehr normal, sozusagen für „verrückt“ erklären, und dabei am Rande anmerken, dass sie selber so etwas „nicht nötig“ hätten.

 

Natürlich wollen „Innovatoren“ „Aufmerksamkeit erlangen, zumindest im Kreise von Gleichgesinnten. Und wenn sie nicht um „Aufmerksamkeit“ buhlen, so könnte es sich dabei auch um eine andere, eine „passivere“ Variante handeln, nämlich Dritten einfach zu „gefallen“.

 

Der Hang zu Innovationsentscheidungen kann beeinflusst werden:

 

 

Früher wurden solche Innovationsentscheidungen auch davon bestimmt, etwas zu entdecken, was der Gemeinschaft von Nutzen sein könnte. Aber dieses „Entdeckerstreben“ konnte schon früher nur recht selten unter Einsatz eines Kanus befriedigt werden, geschweige denn heute, wo jeder Winkel unserer Erde bekannt & erforscht ist.

 

Ja, und was ist das Kritische an einer Innovationsentscheidung? Wo liegt das Risiko? Nun, bei „Erstbefahrungen“ begeben wir uns ganz bewusst auf unbekanntes Gebiet. Wir hoffen, dass wir es trotz aller Schwierigkeiten schaffen werden. Wir setzen auf unsere Erfahrungen und unser Können, wohl wissend, dass beides nicht immer genügen wird. Wir bauen darauf, dass das Glück uns dabei nicht verlassen bzw. das Pech weniger dramatische Folgen nach sich ziehen wird. Aber wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir eine „Erstbefahrung“ sicher überstehen werden. Trotzdem nehmen wir das Risiko zu scheitern in Kauf bzw. wir blenden das Risiko einfach aus, ignorieren es. Das stärkt unser Selbstvertrauen, nimmt uns Angst & Zweifel und motiviert uns, das zu wagen, von dem wir schon länger träumen.

 

Solange wir nur „Gleichgesinnte“ zum Mitmachen animieren, muss das wohl hingenommen werden. Die „Innovatoren“ gehören halt genauso zu unserem Leben wie die „Imitatoren“.

 

Siehe hierzu auch den Beitrag „Risikobehaftete Entscheidungen“:

è www.kuestenkanuwandern.de/ausbild/131125.html

und den Beitrag über „Imitationsentscheidungen“ („Herdentrieb“):

è www.kuestenkanuwandern.de/ausbild/140203.html

 

Text: Udo Beier