01.07.2014 Starten & Anlanden (Ausbildung)

 

Nicht immer kann vom Steg, von einer niedrigen Böschung oder von einem flachen Sandstrand aus gestartet und auch dorthin wieder zurückgekehrt werden:

 

http://www.youtube.com/watch?v=UqrtZJkA-qo (Stegvariante) (Alex)

 

http://www.youtube.com/watch?v=wFU3ub-Nym4 (Stegvariante) (Steve Gibons)

 

http://www.youtube.com/watch?v=AigEzKlry9c (Flachwassereinstieg)

 

http://www.youtube.com/watch?v=LOaSwKGExOc (diverse Ein-/Ausstiegsvarianten)

 

http://www.youtube.com/watch?v=j50kSU6Zobs (Sea Kayaking Scotland)

 

Manchmal muss stattdessen beim Starten/Anlanden ein Felsen ausgewählt werden oder ein steiler Strand, ein Abhang oder ein Ufer mit Wackersteinen jeglicher Ausprägung. Dann erfordert das Ein-/Aussteigen etwas mehr Geschicklichkeit; denn die „Paddelbrücke“ – also die Nutzung des Paddels als Ausleger und Sitzhilfe - ist bei solchen Bedingungen nicht mehr möglich.

 

Wer über eine große Sitzluke verfügt, ist dabei im Vorteil. Die Sitzluke sollte jedoch nur so groß sein, dass wir geradeso im Sitzen die Beine hineinziehen bzw. herausstrecken können. Ist die Sitzluke größer, lässt sich wohl noch leichter ein-/aussteigen, wäre da nicht die allzu große Spritzdecke, die uns dann insbesondere beim Einsteigen behindern könnte. Übrigens gibt es beim Einstieg noch eine weitere Behinderungsquelle: die Rückenlehne; denn beim Einstieg könnte eine zu locker und hoch angebrachte Rückenlehne sich verdrehen.

 

Leon Somme & Shawna Franklin zeigen in einem Video, wie das Starten bzw. Anlanden bei einer sehr hohen Steganlage/Brücke aussieht:

 

http://www.rapidmedia.com/kayaking/categories/video/item/3309-video-high-dock-landing.html

 

Das setzt jedoch nicht nur genügend Geschicklichkeit, Gleichgewichtsgefühl & Übung voraus, sondern auch den Wiedereinstieg „à la Cowboy“, insbesondere aber ein leeres Seekajak. Zumindest wird es beim Hochziehen eines beladenen Seekajak auf eine hoch gelegene Kante eines Stegs Probleme geben, insbesondere wenn das Seekajak nur mit einer Leine Bug voraus über die obere Stegkante hochgezogen wird (è Beschädigungsgefahr der Verklebung der vordere Schottwand)!?

 

Und Mitch Mitchell zeigt in seinem Video, wie wir bei Brandungsbedingungen von einem flachen Sandstrand aus starten sollten:

 

http://www.youtube.com/watch?v=4bqFjEK3mnE (Start durch die Brandung)

 

was jedoch nicht immer so leicht aussieht, wie dort vorgeführt. Leider habe ich kein Video gefunden, das zeigt, wie von einem steilen Strand aus zu starten ist; denn in einer solchen Situation gibt es das Problem, dass das Heck noch am Strand festhängt, währen der Bug schon im tiefen Wasser aufschwimmt.

 

Die Folge: Entweder nimmt uns das rücklaufende Wasser eines Brechers mit hinaus ins Tiefe oder wir kentern, und zwar spätestens dann, wenn wir vom auflaufenden Brecher quer (auf den Sandstrand) getrieben werden.

 

Die Lösung: Wir lassen uns von einem Dritten mit Schwung ins tiefe Wasser schieben oder wir schieben unsere Seekajak selber ins Wasser, schwimmen dann hinterher und steigen anschließend draußen im ruhigeren Wasser ein (è „Cowboy-Wiedereinstieg“ bzw. „Reentry & Roll“).

 

Und was ist, wenn draußen das Wasser nicht „ruhig“ ist, da die Brandungszone sehr breit ist, und kein Dritter uns beim Starten helfen kann? Nun, dann müssen wir uns halt einen Strandabschnitt suchen, der nicht so steil aus dem Wasser ansteigt. Gibt es solch einen Strandabschnitt nicht, dann wäre es besser gewesen, wenn wir zum Starten einen anderen Strandabschnitt ausgewählt hätten, z.B. eine Stelle, wo der Wind nicht auflandig auf den Strand weht und die Wellen dort aufsteilen und brechen lässt.

 

Zum Schluss noch ein Video von „Paddle TV“, das das Anlanden durch die Brandungszone auf einen flachen Strand demonstriert:

 

http://www.youtube.com/watch?v=pUm4Xp9824Y (Infos nach 25 Sek. Werbung)

 

Auch hier sind die Anforderungen an das Anlanden auf einen steilen Strand weitaus höher. Sie setzen das richtige Timing voraus (è Anlanden exakt dann, wenn der Brecher das Wasser hoch hinauf auf den Strand spült) oder einen Dritten, der am Strand schon auf einen wartet und uns hoch Richtung trocken Strand zieht, wenn wir mit dem Brecher angesurft kommen. Dieser „Dritte“ sollte ein erfahrener Küstenkanuwanderer sein, der als erster anlandet, um danach den ihm nacheinander folgenden Mitpaddlern beim Anlanden zu helfen, damit sie nicht von einem Brecher quer getrieben werden und noch ganz zum Schluss kentern.

 

Text: U.Beier