06.07.2014 Gekentert! Was nun? (Ausbildung)

 

Ja, was tun wir, wenn wir im Seegang kentern, aussteigen müssen und wieder einsteigen wollen?

 

Nun, klappt unsere Rolle mal wieder nicht und können wir auf die Unterstützung eines Mitpaddlers hoffen, dann bietet sich Folgendes an, was Gordon Brown in seinem Video „Sea Kayaking“ (Vol 2. (DVD)) sehr anschaulich demonstriert:

 

http://www.rapidmedia.com/kayaking/categories/skills/item/3315-video-heel-hook-self-rescue.html?utm_source=newsletter_369&utm_medium=email&utm_campaign=rmi-june-27&utm_campaign=website&utm_source=sendgrid.com&utm_medium=email

 

http://www.youtube.com/watch?v=j-zpJQeiaNc&feature=youtu.be

 

 

In vielen Videos wird das X-Lenzen mit leeren Seekajaks gezeigt. Wenn dann auch noch wenig Wasser in die Sitzluke des „Kenterkajaks“ eingedrungen ist, lässt sich der Bug des Kenterkajaks recht leicht auf das Retterkajak ziehen und anheben. Bei einem voll beladenen Seekajak mit voll gefluteter Sitzluke, kann jedoch nicht so leicht ge-Xt werden.

 

In einem solchen Fall bietet es sich an, wenn der „Kenterbruder“ zum Heck seines Seekajaks schwimmt und es so ins Wasser drückt, dass der Bug etwas herausragt, damit der „Retter“ den Bug leichter ergreifen und hochziehen kann. Meist genügt es, wenn das „Kenterkajak“ bis etwa zum Buglukendeckel über das „Retterkajak“ gezogen wird, damit das sich in der Sitzluke befindliche Wasser herauslaufen kann.

 

Wenn dem Retter das nicht genügt, kann er – das hoch auf seine Spritzdecke gezogene „Kenterkajak“ fest im Griff – sein Seekajak weg vom „Kenterkajak“ kanten. In diesem Fall wird das „Kenterkajak“ etwas höher gehoben, was meist reicht, damit das Wasser gänzlich aus der Sitzluke des „Kenterkajaks“ läuft.

 

Gordon Brown zeigt in dem Video sehr deutlich, wie der „Retter“ durch das Ankanten seines Seekajaks den Bug des „Kenterkajaks“ höher anheben und somit leichter lenzen kann.

 

 

Gordon Brown erläutert in seinem Video die „Parallel-Wiedereinstiegs-Methode“ (è „Heel-Hook-Reentry“ oder „Leg-over-Reentry“): Das gelenzte „Kenterkajak“ liegt parallel neben dem Retterkajak und zwar „Bug-zu-Heck“. Der „Retter“ sitzt in seinem Seekajak und hält an den Rettungshalteleinen das „Kenterkajak“ so fest, dass beim Wiedereinstieg des „Kenterbruders“ in seine Sitzluke das „Kenterkajak“ sich nicht verdrehen und so erneut Wasser in die Sitzluke fließen kann.

 

Gordon Brown zeigt sehr deutlich, auf was alles der „Kenterbruder“ zu achten hat, damit er wieder in seine Sitzluke zurückkehren kann.

 

(1) Zunächst einmal positioniert sich der „Kenterbruder“ direkt hinter seine Sitzluke.

(2) Dann hält er sich an seinem Seekajak fest und versucht den Fuß auf der Bug-Seite („Bug-Fuß“) in seine Sitzluke zu klemmen (è „Hell Hook“).

(3) Anschließend versucht er mit seiner „Bug-Hand“ möglichst die Rettungshalteleine des hinter seinem „Kenter-Kajak“ liegenden „Retter-Kajaks“ zu ergreifen.

(4) Danach zieht er sich unter dem Einsatz seines „Bug-Beines“ und seiner „Bug-Hand“ aus dem Wasser und „windet“ (dreht) sich in seine Sitzluke hinein!

 

Alles weitere inkl. Fehleranalyse können wir im Video von Gordon Brown sehen oder seinem Buch: „Sea Kayak. A Manual for Intermediate & Advanced Sea Kayakers“ (2006, S.70) entnehmen. Dort wird auch der „V-Wiedereinstieg“ (è „Lie-back-Reentry“) kurz erläutert.

 

Übrigens, beim Solo-Wiedereinstieg mit Hilfe des Paddel-Floats wird ebenfalls der „Bug-Fuß“ eingesetzt, um möglichst kraftsparend in die Sitzluke zurückzukehren. Siehe hierzu das Video von Jeremy Vore:

 

http://www.youtube.com/watch?v=FbIW-rQtqVQ#t=386

 

Ob wir bei kabbeligem Seegang ebenso leicht mit Hilfe des Paddel-Floats in die Sitzluke kommen und anschließend ohne erneuter Kenterung sowohl unser Seekajak lenzen als auch anschließend das Paddel-Float und gegebenenfalls die tragbare Lenzpumpe verstauen können, sei jedoch dahingestellt!?

 

Zusammenfassung: Udo Beier