11.11.2001 Überlebensverpflegung  (Ausrüstung)

 

In der YACHT berichtet CARSTEN KEMMLING in dem Beitrag "Seenot für einen Tag" von einem 24-stündigen Überlebenstraining in einer Rettungsinsel. Als die 5 Testpersonen allmählich Hunger bekamen, griffen sie auf ihre Notverpflegung zurück. Wie es ihnen ergangen ist, wird auf S.32 geschildert (s. unten). Dies ist deshalb für das Küstenkanuwandern von Interesse, da es immer wieder Kanuten gibt, die bei anspruchsvolleren Touren auf irgendwelche ungewohnte, selbst ausgedachte oder von der Werbung angepriesene "Leistungs-Diäten" zurückgreifen, ohne zu wissen, ob die Produkte auch wirklich das halten, was man sich erhofft bzw. in den Prospekten und Katalogen versprochen wird. Es ist daher nicht erstaunlich, wenn diese schon nach 3-4 Std. anstrengender Paddelarbeit völlig erschöpft sind und so unter Krämpfen bzw. Übelkeit leiden, dass an ein Weiterpaddeln nicht zu denken ist.

 

"EXPERIMENT IN DER RETTUGNSINSEL: ... Jeder hat einen Beutel mitbekommen, voll sinnvoller Kost, empfohlen vom Outdoor-Laden. Mit überwiegend praktischen, wasserdicht verpackten Trockenriegeln, kohlenhydratreich und nahrhaft. Aber sinnvoll heißt nicht notwendigerweise schmackhaft.

 

Ekel ist das vorherrschende Gefühl, als wir den Inhalt der Cliff-Bar-Verpackung in die Münder schieben. Ein unappetitlicher tiefbrauner Happen mit weißen Stückchen, der leider genauso schmeckt, wie er aussieht. Wir sind noch nicht schiffbrüchig und ausgehungert genug, um den Riegel gebührend genießen zu können.

 

Die PowerBar-Produktpalette findet dagegen eher Zuspruch. Ausgenommen das Gel, ein flüssiges nährstoffhaltiges Konzentrat, das Ausdauersportlern über den "toten Punkt" hinweghilft, ohne den Magen zu belasten. Es ist ideal, um von Seekrankheit belastete Körper wieder aufzupäppeln, bewirkt bei einigen aber eher das Gegenteil. So wie der Schiffszwieback, den die Berufsseeleute als Notration mitbekommen. "Nicht mehr als fünf am Tag" solle man essen, warnt der Hersteller auf der Packung. Unnötig. Eine Situation, in der es einem so dreckig geht, dass man auch nur zwei davon isst, vermag sich das Gehirn kaum vorzustellen."

 

Quelle: YACHT (mailto:info@delius-klasing.de ), Nr. 23/01, S.24-33, hier: S.32: