29.06.2002 "Ferienzeit ist Fotozeit" (Ausrüstung)

oder: Wie bekomme ich meine Filme unbeschädigt durch die Röntgen-Kontrollen?

Die Photographic and Imaging Manufacturers Association / International Imaging Industry Association hat hier zum Thema veröffentlicht:

www.i3a.org/pr_12_03_01.html

Quintessenz aus eigener Erfahrung: Film-Patronen aus der Verpackung und aus den Dosen nehmen. Patronen lose in einen durchsichtigen Plastikbeutel legen und griffbereit beim Handgepäck haben. Vor der Kontrolle rausnehmen und dem Personal zur Handkontrolle übergeben. Personal kontrolliert dann jede Patrone einzeln visuell per Hand. (es sei denn, sie sind unfreundlich und weigern sich).

Bei Röntgenkontroll-Geräten von "Heimann" ist eine Durchleuchtungskontrolle üblicherweise (bisher) unschädlich. Heimann-Geräte findet man vor allem in Europa. Dennoch sollte man dabei aber Folgendes beachten, vor allem wenn viele Kontrollen auf einem langen Flug drohen: Filme separat aufs Band legen. Nicht im Fotokoffer oder im übrigen Handgepäck lassen; denn moderne Röntgengeräte schalten automatisch die Röntgenenergie um, wenn mit der eingebauten Bildverarbeitung die Strukturen innerhalb des Gepäcks nicht mehr aufgelöst werden können. Ist also Metall im Koffer, wird die Energie und die Dosis erhöht - beginnende Gefahr für den Film. Wenn Filme extra durchlaufen, passiert ihnen das aber nicht, da das Personal schon beim ersten Schuss sieht, was Sache ist.

Was man garantiert nicht machen sollte: Filme in den Bleibeutel legen. Dann "hämmert" sich die Röntgenanlage durch. Die Energie/Dosis wird solange erhöht, bis man durch kommt. Es kommt aber noch was hinzu: In der Röntgentechnik werden Bleifolien auch als Intensifier (Verstärker) verwendet - zur Bildverbesserung (Ausfiltern von Streustrahlung, aber auch zur Elektronenverstärkung - electron intensification). Das bedeutet: Bleibeutel, Bleitaschen, Bleiboxen verschlimmbessern die Situation anstatt sie zu verbessern; schmeißt sie schlicht weg! Auch wenn der Fotohandel sie immer noch anpreist und einige unverbesserliche "Profi"-Fotografen darauf schwören.

Text: Wolfgang Bisle