29.10.2002 Einige Neuheiten von der HANSEBOOT 2002 (Ausrüstung)

Bei einer Durchsicht sind mir folgende Besonderheiten in Sachen Küstenkanuwandern auf der "hanseboot" in Hamburg aufgefallen:

1) AQUA SPLASH - www.aqua-splash.de

a) Seekajak "Argonaut" (530x52cm; Vol. ca. 310 Liter (?)):
Cockpit: 79x41cm; 2 ovale Gepäcklukendeckel (System Lettmann/KajakSport: 44,5x25,5cm), Flip-off-Steueranlage mit Steuerpedalen, Kartendeck-Lenzpumpe.

b) Neuseeländisches Segel (Fächerform; mit Halterung vor dem Buglukendeckel;
gelb/blau mit Fenster); ca. 200,- Euro (Link:
www.pacificaction.co.nz ).

Übrigens, eine Bauanleitung für solch ein Segel gibt es unter:
http://home.clear.net.nz/pages/grantglazer/kayak/Hintssail.htm

2) GLOBETROTTER - www.globetrotter.de

Faltboot von Bergans (Norwegen) "Ally" (560x58cm; 22kg; Vol. ca. 420 Liter): Besonderheit: mit 2 doppelten Decksreissverschlüssen.

3) GADERMANNwww.gadermann.de

Sein Angebot an den britischen P&H-Seekajaks wird immer größer. Mit Ausnahme des Capella (PE) verfügen nun alle über eine 3-fache Abschottung mit 2 runden und 1 ovalen Lukendeckel aus Weichplastik (Valley oder Kajak-Sport). Alle Boote gibt es u.a. mit Skeg oder Flip-off-Steueranlage, festinstallierter Fronthandpumpe und integriertem Kompass:

Neu:
Easky (PE-Sandwich) (457x58cm; Vol. ca. 277 Liter; Knickspant)
Vela (477x54cm; ca. 256 Liter; Knickspant)
Capella (PE-Sandwich) (503x56cm; ca. 299 Liter)
Capella (511x56cmj; ca. 321 Liter)
Sirius (516x52cm; ca. 305 Liter)
Orion (518x61cm; ca. 330 Liter)

Neu:
Bahiya (534x52cm; Knickspant)
Quest (536x56cm; ca. 328 Liter)
Spitzbergen (580x52cm, ca. 390 Liter).

4) JÜBERMANN - www.juebermann.de

Der bekannte Kanute (Uelzen-Nordkap retour) und Kartograph E.Jübermann hat einen neuen Wasserwander-Atlas herausgegeben:
"Tourenatlas - Wasserwandern - Nr.6: Deutschland-Nordost"
mit 64 Kartenblätter im Maßstab: 1:75.000) (Stand: 1/02)

22 Kartenblätter davon betreffen die Osteseeküste zwischen Travemünde und Uckermünde. Den Karten können z.B. die Beschaffenheit der Küste, die Lage von DKV-Vereinsgeländen, Zelt-, Pausenplätzen, Häfen entlang der Küste sowie die gesetzlichen Befahrensregelung entnommen werden. - Es handelt sich um eine lobenswerte Arbeit, die so nur ein Profi erstellen kann. Die Ausgaben aus "nassfesten" Papier kostet 19,50 Euro.

5) Kajak-Sport (Finnland) - www.kajaksport.fi

Auf der "hanseboot" fielen mir nur noch Seekajaks auf, die mit den elastischen Gepäcklukendeckeln ausgerüstet sind, die Lettmann konstruiert hat und beim finnischen Hersteller KAJAK SPORT produzieren lässt. Im Vergleich zu den britischen Lukendeckeln (Valley), die aus dem nicht UV-beständigen PU-Material bestehen soll, sind die finnischen Deckel aus Gummielastomer. Der Vorteil dieses Materials soll es auch sein, das es im Winter nicht so hart wird, sodass man den Deckel auch noch leicht schließen und mit klammen Fingern auch wieder öffnen kann. Diese Luken gibt es in rund (ca. 15cm, 19cm und 23cm) und oval (ca. 42x30 und 44x26cm).

6) LETTMANN - www.lettmann.de

a) PE-Seekajak "Odin" (515x57cm; Vol. ?):
Cockpit: 72x37cm; Gepäcklukendeckel (System Lettmann/KajakSport: 1 runder Bug-Lukendeckel: 23cm; 1 runder Tageslukendeckel: 18,5 cm; 1 ovaler Heck-Lukendeckel: 42x30cm); Flip-off-Steueranlage.

b) Seekajak "Eski 550" (550x57cm; Vol. ca. 360 Liter):
Cockpit: 77,5x38,5cm; Gepäcklukendeckel (System Lettmann/KajakSport: je 1 ovaler Bug- und Hecklukendeckel: 44x26cm bzw. 42x30cm; Flip-off-Steuernanlage.
Der "Eski 550" ist die Einfachversion des "Nordstern", übrigens der schon länger erhältliche "Eski 525" entspricht in etwa dem "Hanseat". Auf der nächsten Messe in Düsseldorf kommt noch ein "Eski 500" heraus, der dem "Asiak" entsprechend soll.

c) Steueranlage "Navigator": mit neuartiger Aufzugsvorrichtung, und zwar wird das Blatt nicht durch Drehung aufs Achterdeck gezogen, wie bei den Flip-off-Steueranlagen; vielmehr wird das Blatt per Seilzug einfach durch den Steuerblock aufs Achterdeck geholt, zurück geht es dann wieder allein per Gummizug. Die Tauglichkeit als Seekajak-Steuer ist fraglich, da das Steuerblatt durch den Wasserdruck nach hinten weggedreht/-gedrückt werden kann.

7) NEUMANN - www.willyneumann.de

Allgemein: Alle Neumann-Seekajaks erfüllen die französischen Anforderungen an Seekajaks, mit denen man mehr als 300 m von der Küste sich entfernen darf (hier: das voll gelenzte Kajak muss auch bei 35 kg Zuladung noch schwimmfähig sein). Erreicht wird dies durch Ausschäumen von Bug-/Heckspitze und einem Schaumsitz!

a) Seekajak "Hunter": 540x56cm (Vol. ?);
Cockpit: 76,5x40,5cm, Lukendeckel Sytem Lettmann/KajakSport aus Gummielastomer: 1x rund (19cm) - 1x oval (44x26cm), mit Knierohr und Flip-off-Steueranlage mit Steuerpedalen.

b) Veränderung Seekajak "Eski Robbe": 525x62cm (Vol. ?);
neu: mit Flip-off-Steueranlage und Steuerpedalen (Option).

c) Einzelanfertigung: Holz-Seekajak "Georgian Bay" (Bauplan Rob Macks, USA):
Eigenanfertigung mit unglaublich beeindruckenden Intarsienarbeiten.

8) ZÖLZER - www.zoelzer.de

a) Nicht neu, aber nicht überall erhältlich: eine tragbare Handlenzpumpe (von Prijon) mit Metallstangenführung (im Vergleich zu jenen mit Plastikstangenführung scheinen diese Pumpen zuverlässiger zu arbeiten) (Preis: ca. 40,- Euro).

b) Kartentasche mit neuartiger Verschließung: die Metallschiene, die die Öffnung der Kartentasche zusammendrückt, braucht nicht mehr voll abgeschraubt zu werden, sodass die 4 Schraubräder nicht so leicht verloren gehen können. Erreicht wird dies dadurch, dass die durchsichtige Plastikhülle an der Öffnung profiliert ist, sodass die Hülle seitlich in die leicht geöffnete Metallschiene hineingeschoben werden kann.

c) Frontdeckstasche mit Rollverschluss (in 2 Größen) (statt der Seekarte auf dem Kartendeck zu platzieren). Da Rollverschlüsse nicht druckwasserdicht sind, könnte es jedoch bei einer Kenterung passieren, dass die eindringenden Wassertropfen die in der Tasche gelagerten Gegenstände befeuchten. Als Prototyp ist jedoch auch eine Frontdeckstasche mit wasserdichtem Reißverschluss im Angebot.

d) Kieltasche mit wasserdichtem Reißverschluss (liegt zwischen den Beinen des Kanuten).

e) Überarbeitung: Oker-Bootswagen mit neuartigen Schaumreifen (plus Federverschluss), und zwar in 2 Größen:

Der Federverschluss ist aus Edelstahl und ersetzt den verlustgefährdeten Splint. Ob die großen Räder gerade noch sandtauglich sind bzw.der Federverschluss den harten Alltag im salzigen Sand aushält, wäre noch zu überprüfen.

Übrigens, alle Zölzer-Bootswagen verfügen über eine Edelstahlachse. Im Vergleich dazu bieten Dritte auch Bootswagen mit Alu-Achse an, die jedoch nicht abriefest genug ist. Gerade bei sandigem Untergrund könnte es hier schon nach wenigen Einsätzen Probleme geben.

f) Zölzer-Faltseekajak "Qlassiq" (547x57cm, ca. 380 Liter): Der Prototyp besteht aus einem Mittelteil, ist starr (Glasfasergemisch) und entspricht dem "Yukon E" (Prijon). Seine Enden sind abgeschottet. Der Bug- und Heckteil ähnelt einem Faltboot mit 10 Senten. Im abgebauten Zustand können beiden Teile in der Sitzluke verstaut werden.

g) Wasserdichte Reißverschlüsse: Bislang verwendet Zölzer "Dynat"(?)-Reißverschlüsse, deren Dichtungsteil je nach Gebrauch nach 2-3 Jahre verschleißt und langsam undicht wird. Zölzer wollte sie durch "T-Zipp"(?)-Reißverschlüsse ersetzen, da diese weniger verschleißanfällig sind. Der Austausch wurde jedoch nur dort vorgenommen, wo die Reißverschlüsse nicht so lang sein mussten und sich nicht verknicken bzw. verdrehen können; denn dann erwiesen sie sich nicht als vollständig dicht!

7) Seenot-Funkbake von McMurdo/Pains-Wessex (deutscher Händler: Hagenuk) - www.hdw-hagenuk.de

Schon im letzten Jahr wurde die handliche Seenot-Funkbanke "Fastfind Plus" auf der "hanseboot" angeboten. Sie ermöglicht über die LEOSAR und GEOSAR Cospas-Sarsat Satelliten dank eines eingebautem GPS-Moduls und dank eines 406 MHz Senders und 121,5 MHz Peilsenders eine schnelle Alarmierung (innerhalb von 5 Minuten (statt: 90 Minuten), bei hoher Positionsgenauigkeit (75 m statt ca. 3 Seemeilen). Leider nahm bislang die deutsche Regulierungsbehörde keine Registrierung dieses Gerätes vor. Spätestens soll dies in 5 Wochen erledigt sein, sodass man sich dann die Anschaffung eines solchen Gerätes überlegen kann (Preis: ca. 1.315,- Euro).

Text: Udo Beier