15.03.2003 E-Lenz-Pumpen: diverse Modelle (Ausrüstung)

Die Zeitschrift SEGELN hatte 2001 die folgenden Modelle getestet (Modell / Stromaufnahme / gemessene Förderleistung pro Minute bei 1 Meter Förderhöhe / Testurteil / Bemerkung):

Atwood Guardian / 1,5 A / 19,4 Liter / bedingt empfehlenswert / Pumpe ist nur schwer vom Sieb zu trennen!

Mayfair Bilge Mate / 2 A / 16,9 Liter / bedingt empfehlenswert / Pumpe löst sich zu leicht vom Sieb und ist danach nicht mehr funktionsbereit!

Plastimo Bilgepumpe / 4,2 A / 30 Liter / bedingt empfehlenswert / Korrosionsspuren am Alu-Motor. Pumpe ist nur schwer vom Sieb zu trennen!

Whale Supersub 500 / 2,5 A / 29 Liter / sehr empfehlenswert / speziell für flache Bilgen entwickelt. Ventil verhindert Luftstau!! Einfach zu reinigen!

Atwood V750 / 1,4* (24V) / 31,6 Liter / bedingt empfehlenswert / Einfach zu reinigen!

Mayfair 750 / 2,5 A / 27,7 Liter / bedingt empfehlenswert / Leicht zu reinigen!

Rule 800 / 2,8 A / 31,6 Liter / empfehlenswert / Sieb lässt sich nicht abnehmen. Der Impeller kann nicht gereinigt werden!

Whale 3000 / 4,6 A (gemessen: 2,8 A) / 30 Liter / bedingt empfehlenswert / Sieb lässt sich nicht abnehmen. Impeller kann nicht gereinigt werden!

Atwood Heavy Duty 1700 / 5,8 A / 52,9 Liter / bedingt empfehlenswert / Unnötig großes Gehäuse. Förderrate lt. Herstellerangabe: 107 Liter !?

Jabsco 1950 / 12 A (gemessen 7A) / 72 Liter / sehr empfehlenswert / Kabel gegen Eindringen von Wasser geschützt!

Rule 1500 / 4,8 A / 56,2 Liter / sehr empfehlenswert / Kabel gegen Eindringen von Wasser geschützt!

Whale 9000 / 8 A / 56,2 Liter / empfehlenswert.

Nun, die Auswahl ist groß, die Leistungsunterschiede (jedoch bei einer für Seekajaker zu hohen Förderhöhe) ebenfalls und die Anforderungen an die Batterieleistung beachtenswert.

In einem meiner Seekajaks ist eine Handlenzpumpe installiert ("Compac 50") und in dem anderen eine E-Lenzpumpe (lt. Herstellerangabe fördert sie 38 Liter/Min., gemessen habe ich jedoch nur 15 Liter).

In Anbetracht dessen:

a) dass ich beim meinen E-Pumpen-Kajak zur Reserve stets noch eine tragbare Handlenzpumpe mitführen "muss";

b) dass mein erster Pumpenschalter mit Gummimanschette korrodierte;

c) dass mein zweiter Pumpenschalter wohl bislang korrosionsfest ist, aber sich dafür bei leichtem Druck (z.B. Welle, Berührung beim Schließen der Spritzdecke) von allein anschaltet, ohne dass ich es bei Wind-/Seegangsgeräuschen mitbekomme;

d) dass meine E-Pumpe entgegen den Händler- und Herstellerzusagen nur wenig leistet;

e) dass ich bei einem Mitpaddler mal erlebt hatte, wie sich seine E-Pumpe an Land plötzlich von alleine anschaltete und schließlich nicht mehr ausschalten ließ;

f) dass die fest installierte "Compac 50" Lenzpumpe von Henderson - lt. Herstellerangaben (?) - 45 Liter in der Minute lenzt (bei 60 Pumpzüge pro Minute);

g) dass ich kein Solo-Paddler bin, d.h. dass ich i.d.R. immer einen Kameraden zur Seite habe, der mich beim Lenzen per Hand stützen könnte;

h) dass ich bislang äußerst selten meine Lenzpumpe einsetzen musste;

frage ich mich, ob ich mir nochmals eine E-Lenzpumpe einbauen lassen würde?

Meine Antwort als einer, der von Elektrik nicht viel versteht und folglich nicht in der Lage ist, die E-Pumpe so an die Gegebenheiten des Küstenkanuwanderns anzupassen, dass sie für längere Zeit "optimal" funktioniert, ist klar: Nein! Bei meinem "Steuer-Seekajak" erlebe ich bei jeder Tour viele Male am Tag die Vorteile des Steuers, aber bei meinem "E-Pumpen-Seekajak", da warte ich immer noch darauf, die E-Pumpe mal richtig - also nicht nur "just for fun" - einsetzen zu können. Lohnt sich da das Risiko, dass sie im entscheidenden Moment nur unzureichend oder gar nicht funktioniert?

Nun, als "Wochenend"-Paddler könnte ich wohl noch mit diesem Risiko leben, aber als "Touren"-Paddler? Während einer 9-tägigen Touren entlang der westfriesischen Inseln schaltete sich meine Pumpe am 2. Tag versehentlich und unbemerkt an. Da ich für mein 450g-Ladegeräte keinen Platz mehr in meinem randvoll mit Verpflegung und sonstiger Ausrüstung beladenen "Oland" (ca. 325 Lit. Vol.) hatte, war ich froh, dass ich für die restlichen 7 Tage eine tragbare Handpumpe als Reservepumpe dabei hatte.

Quelle: SEGELN, Nr. 7/01, S.72ff. - www.segeln-magazin.de