27.11.2003 GPS-Erfahrungen: 10 Infos (Kurzfassung) (Ausrüstung)

 

Ich möchte kurz meine Erfahrungen skizzieren, die letztlich darin gipfeln, dass ich seit Jahren wohl ein GPS-Gerät stets bei meinen Küstenkanuwanderungen mitführe, aber nur in begründeten Fällen einsetze.

 

1. Eignung

 

a) Ein GPS-Gerät macht die Navigation komfortabler.

b) Ein GPS-Gerät trägt zur Risikoverminderung nur bei Touren ohne Landsicht bei.

c) Ein GPS-Gerät ersetzt nicht die grundlegenden Kenntnisse der Navigation, sondern setzt sie voraus.

d) Wer ein GPS-Gerät nur sporadisch nutzt, hat i.d.R. Bedienungsprobleme.

 

2. Problematik

 

a) Ein GPS-Gerät trägt zur Sicherheitsgefährdung bei, wenn es dazu verleitet, bei kritischeren Gewässerbedingungen hinaus aufs Meer zu paddeln (z.B. starke Abdrift, Nebel, Dunkelheit; Off-Shore).

b) Ein GPS-Gerät kann ausfallem (hier: Batterie-, Empfangsprobleme).

c) Ein GPS-Gerät kann bei schwierigeren Gewässerbedingungen (hier: Seegang, Windböen, Sonnenblendung) nicht immer bedient bzw. abgelesen werden.

 

3. Wasserdichtigkeit, Transporttauglichkeit & Bedienungsfreundlichkeit

 

a) Ein lt. Prospekt wasserdichtes GPS-Gerät ist i.d.R. nur „regenfest“, aber nicht „brandungsfest“.

b) Um hier auf Nr. Sicher zu gehen, sollte man sich für ein „schwimmfähiges“ Gerät entscheiden (z.B. Magellan Spor Tak Pro bzw. Garmin GPS 72).

c) Ein GPS-Gerät gehört zusätzlich in eine wasserdichte Hülle, welche als Nebeneffekt die sichere Lagerung auf Deck erst ermöglicht.

d) Ein GPS-Gerät kann in einer solchen Hülle nur bedient werden, wenn die Bedienungstasten vorne, aber nicht seitlich angebracht sind (wie z.B. bei den Garmin eTrex-Geräten).

e) Die Bedienung eines GPS-Gerätes fällt u.U. auch leichter, wenn die Bedienungstasten unterhalb des Monitors liegen.

f) Ein GPS-Gerät ist unterwegs so zu lagern, dass man das Gerät bedienen und ablesen kann, ohne es in die Hand nehmen, d.h. das Paddel zur Seite legen zu müssen.

 

4. Gruppenprobleme

 

a) Wenn ein GPS-Gerät bei einer Tour dabei sein soll, nimm selber eines mit.

b) Verlass dich nicht auf die Kameraden. Vielleicht können bzw. wollen sie das Gerät nicht bedienen oder sie arbeiten mit den falschen Koordinaten oder sie verwenden alte Batterien.

c) Werden mehrere GPS-Geräte verwendet, sind die eingegebenen Wegepunkte abzusprechen.

 

5. Planungsphase

 

a) Ein GPS-Gerät zwingt einen dazu, sich intensiv mit Tourenverlauf und Kursen auseinanderzusetzen.

b) Auch wer nicht beabsichtigt, während der Tour sein GPS-Gerät einzusetzen, hat in einer kritischen Situation – vorausgesetzt er hat das Gerät griffbereit auf Deck gelagert - immer noch die Freiheit, auf die eingegebenen Daten zurückzugreifen.

 

6. Geschwindigkeitskontrolle

 

a) Mit Hilfe des GPS-Gerätes kann man das Tempo ermitteln, wie schnell das Kajak sich über Grund bewegt.

b) Gerade bei Gegenwindkursen, bei Touren kurz vor Einbruch der Dunkelheit aber auch beim Pausemachen auf offener See kann das von Interesse sein.

 

7. Kurskontrolle

 

a) Mit Hilfe des GPS-Gerätes kann man die Einhaltung seines Kurses kontrollieren.

b) Vorteilhaft sind dabei GPS-Geräte, die die Abweichung vom geplanten Kurs nicht grafisch, sondern in Zahlen (hier: Abweichung in Metern) angeben.

 

8. Abdriftkontrolle

 

a) Mit Hilfe eines GPS-Geräte kann man die Abdrift kontrollieren.

b) Insbesondere bei Seitenwind bzw. Seitenströmung bietet bei schlechten Sichtverhältnissen bzw. fehlendem Horizont das GPS-Gerät für uns Kanuten die exakteste Möglichkeit, einen Kurs zu finden, bei dem die Abdrift am geringsten ist.

 

9. Positionskontrolle

 

a) Mit Hilfe eines GPS-Gerätes kann man genau ermitteln, wo man sich befindet.

b) Nicht immer ist es möglich, durch Identifizierung einzelner Fahrwassertonnen bzw. terrestrischer Merkmale (z.B. Leuchtturm, Kirche, Kliff, Wald) seine Position zu bestimmen.

 

10. Entfernungskontrolle

 

a) Mit Hilfe eines GPS-Gerätes kann man genau ermitteln, wie weit es bis zum nächsten Wegepunkt ist.

b) Wer im Laufe der Zeit im GPS-Geräte alle wichtigen Wegepunkte gespeichert hat, klickt nur auf den gewünschten Wegepunkt und heraus kommt die Entfernung der vor einem liegenden Passage. Quasi als Zugabe bekommt man auch gleich exakt den Kartenkurs zum nächsten Wegepunkt geliefert.

 

Text: Udo Beier