02.03.2004 Kartenwinkelmesser (Ausrüstung)

 

Wie bestimmt man eigentlich zu Hause am Tisch, aber auch unterwegs im Kajak den genauen Kurs einer bestimmten Route, die entlang der Küste führt? Nun, man nehme eine (See-)Karte, markiere die markanten Eckpunkte (z.B. Seezeichen) der geplanten Tour auf der Seekarte und lese dann von der Karte je Eckpunkt den entsprechenden Kurs ab. Wer ein gutes Auge hat, kann durch Schätzen recht genau Werte ermitteln. Die Arbeit mit der folgenden Kompasseinteilung reicht i.d.R. bei der terrestrischen Navigation aus. Etwaige Fehler können unterwegs bei einer besseren Beurteilung der Navigationssituation korrigiert werden.

 

N         = 0° (Nord)

NNO    = 22,5° (nördliches Nord-Ost)

NO      = 45° (Nord-Ost)

ONO   = 67,5° (östliches Nord-Ost)

O         = 90° (Ost)

OSO   = 112,5° (östliches Süd-Ost)

SO      = 135° (Süd-Ost)

SSO    = 157,5° (südliches Süd-Ost)

S         = 180° (Süd)

SSW   = 202,5° (südliches Süd-West)

SW      = 225° (Süd-West)

WSW = 247,5° (westliches Süd-West)

W        = 270° (West)

WNW  = 292,5° (westliches Nord-West)

NW      = 315° (Nord-West)

NNW   = 337,5° (nördliches Nord-West)

N         = 360°/0° (Nord)

 

Wem das nicht genügt, greift auf ein „Geo-Dreieck“ zurück und liest den ungefähr einzuschlagenden Kurs ab.

 

Reicht einem die Genauigkeit immer noch nicht aus, besorgt man sich ein entsprechendes Kursgerät  (Kurslineale, Plotter), das im Allgemeinen in Seekartenfachgeschäften angeboten wird. Z.B. hat die Firma HANSE NAUTIC die folgenden „Kursgeräte“ im Angebot:

 

 

In Anbetracht dessen, dass eine Länge von über 35 cm unterwegs auf Tour nicht mehr so leicht zu handhaben ist, bietet sich zum Kauf lediglich der „Linex Plotter“ und das „Kurslineal alco 1248“ an, sofern man bereit ist, den sperrigen, aber schwenkbaren Plastikarm zu entfernen und durch einen durchsichtigen Plastikfaden (Angelschnur), der in der Mitte der Rose befestigt wird, zu ersetzen.

 

Den Kurs bestimmt man dann wie folgt: Man setze die Kursrose auf einen Kurseckpunkt, norde sie entlang der Längengrade ein (gegebenenfalls unter Beachtung der Missweisung) und lege die als „Peilfaden“ umfunktionierte Angelschnur genau in Richtung jenes Kurseckpunktes, für den der Kurs ermittelt werden sollte. Der gesuchte Kurs zum angepeilten Kurseckpunkt kann dort abgelesen werden,  wo der Peilfaden die Kursrose kreuzt.

 

Wem die Bastelei zu umständlich ist, kann auch auf das folgende Kursgerät zurückgreifen, welches u.a. von der Firma GLOBETROTTRER angeboten wird:

 

 

Übrigens, wem es gelingt, einen Peilfaden beim „Geo-Dreieck“ zu befestigen, müsste es auch als Kursgerät einsetzen können.

 

Und wem das alles zu altmodisch ist, der benutzt ein GPS-Gerät, in das er vorher alle markanten Eckpunkte einer geplanten Tour (sog. „Wegepunkte“) in einer „Route“ eingibt (Basis: Seekarte). Ruft man später die Route auf, kann man ihr dann genau entnehmen, wie der Kartenkurs zwischen zwei Wegepunkten lautet. Zusätzlich erhält man auch gleich die Information, wie lang die Strecke zwischen den beiden Wegepunkten und wie lang die Route insgesamt ist. Ruft man dann unterwegs einen bestimmten Wegepunkt auf, erfährt man u.a. ebenfalls den Kartenkurs, zusätzlich aber auch den Kurs über Grund (d.h. den Kurs unter Berücksichtigung der Wind-, Strömungsabdrift und – gilt wohl hauptsächlich für Skeg-Fahrer – der Kurshaltefehler durch den Kanuten) und das Paddeltempo (hier: Fahrt über Grund). Wenn die Batterien aber irgendwann ihren „Geist“ aufgeben, kann man hoffentlich wieder auf seinen eigenen „Geist“ zurückgreifen und mit dem Kartenwinkelmesser.

 

Link: HANSE NAUTIC è www.hansenautic.de

Link: GLOBETROTTER è www.globetrotter.de