10.03.2004 PE-Kajakbau (Ausrüstung)

 

In KANU MAGAZIN berichtet Manuel Arnu in dem Beitrag:

 

„Backe, backe, Boot - Firmenreport: PE-Bootsbau made in Germany

 

über die Eigenschaften von PE und PE-Kajaks. Bei dem gesundheitlich unbedenklichen, aber schwerer zu reparierenden PE wird unterschieden in:

 

  • Low Density PE (LDPE): dehnbar; mäßige mechanische Eigenschaften; Anwendung: z.B. Plastikfolien; einfache Kanus;
  • High Density PE (HDPE): stabiler; belastbarer: hohe Schlagfestigkeit auch bei niedrigen Temperaturen; hohe Zähigkeit/Elastizität; geringere Dichte als Wasser; (Anwendung: Wildwasserkajaks.

 

Folgende Herstellungsverfahren sind für den Kajakbau von Relevanz:

 

  • rotierte PE-Kajaks: Kajakhersteller: z.B. Lettmann;

Produktionstakt: ca. 1 Std. je Kajakform;

Eigenschaften: nahtfrei, stabilere Kanten und Ecken, größere Gestaltungsfreiheit in der Form-/Farbgebung, höheres Gewicht, schlechtere mechanische Eigenschaften (außer wenn „superlineares“ HDPE eingesetzt wird);

Produktionsvariante: 3fach hintereinander durchgeführte Füllung mit Material, wobei die mittlere Füllung leicht aufgeschäumt ist und zu steiferem Material führt;

  • geblasene PE-Kajaks: Kajakhersteller: z.B. Prijon;

maximal mögliche Kajaklänge: 530 cm;

Produktionstakt: ca. 8 Minuten je Kajakform – Ausbau max. 4 Std.;

Eigenschaften: beste mechanische Eigenschaften, höhere Dichte, leichter und widerstandsfähiger, eingeschränkte Formgebung, geringere Kantendicke, Quetschnaht (= mechanische Schwachstelle).

 

Lebensdauer: Bei PE-Kajaks werden 10-15 Jahre angesetzt, während ein gepflegtes handlaminiertes Kajak bis zu 40 Jahre halten kann.

 

Reparierbarkeit: Kleine Löcher können u.U. mit geschmolzenem PE zugetropft werden. Große Risse an stark beanspruchten Stellen (im Sitzbreich) können auch Experten nicht mehr reparieren.

 

Physikalisches Problem: Große Kajaks werden einfach zu schwer und instabil.

 

Quelle: KANU MAGAZIN, Nr. 3/04, S.42-45 – www.kanumagazin.de