10.05.2004 Marktübersicht Kajaks (Ausrüstung)

 

In KANU MAGAZIN wird unter dem Titel:

 

„Das Boot für alle Fälle“

 

eine Marktübersicht von Kajaks (Touren-, See- und Wildwasserkajaks) herausgegeben. (Daneben wird noch eine Übersicht über Kanadier und Falt-/Luftboote gebracht.)

 

U.a. werden insgesamt 29 PE-Einer-Kajaks und 57 laminierte Einer-Kajaks (451 cm und größer) sowie 4 PE-Zweier-Kajaks und 19 laminierte Zweier-Kajaks (501 cm und größer) vorgestellt, die fürs Meer geeignet sein sollen.

 

Leider gibt es immer noch Hersteller, die nicht wissen, über welches Volumen ihre Seekajaks (insgesamt 30 Modelle = 27% aller Modelle) verfügen. Sie erschweren dadurch dem interessierten Käufer die Möglichkeit, allein mit Hilfe der Marktübersicht eine erste Einschätzung über die persönliche Eignung eines Seekajaks vorzunehmen.

 

Es sollte dabei jedoch nicht geleugnet werden, dass in der Marktübersicht teilweise Angaben darüber gemacht werden, für welches Fahrergewicht (hier: „empfohlenes Fahrergewicht für optimale Bootskontrolle“) ein Seekajak geeignet ist. Überprüft man jedoch diese Angaben, so muss man feststellen, dass diese vom Hersteller gemachte Angaben, eigentlich mehr dazu dienen, einen möglichst großen Kundenkreis für seine Seekajaks anzusprechen, als den Kunden zu beraten. Z.B. trifft das für den „Seelöwe“ (Vol. ca. 480 Liter) von Paddel-Meier zu, der für Kanuten ab 50 kg Gewicht empfohlen wird. Realistischer sieht da die Empfehlung für den „Anas Acuta (Vol. ca. 288 Liter) von Valley aus, da hier mindestens 60 kg Körpergewicht gefordert werden.

 

Übrigens, wer sich einen ersten Überblick verschaffen möchte, ob ein Seekajak für einen zu klein bzw. zu voluminös ist, der sollte mit folgender „Faustformel“ arbeiten, wobei unter Transportgewicht:

 

 

zu verstehen ist; denn die drei Größen zusammen entscheiden darüber, ob ein Kajak kontrollierbar ist:

 

 

D.h. ein 350-Liter-Seekajak sollte ein Mindesttransportgewicht von ca. 105 kg auf die Waage bringen. Wiegt das Kajak 30 kg und z.B. die Kanutin 55 kg, so empfiehlt es sich noch mindestens 20 kg Ausrüstung (= „Ballast“) mit sich zu schleppen, damit sie in ihrem Seekajak bei Wind nicht zum „Spielball“ des Meeres wird. Übrigens, das gilt so ab 4-5 Bft. Wind. D.h. bei „Ententeichbindungen“ spielt das Transportgewicht nur eine untergeordnete Rolle, etwa dann, wenn einem das Seekajak ohne Beladung zu „kipplig“ erscheint.

 

Übrigens, was die Länge eines Seekajaks betrifft, so spielt diese im Vergleich zum Volumen nur eine „Nebenrolle“, sofern man sich für ein Seekajak entscheidet, dass zwischen 500 – 550 cm liegt. Die „Bootsbauerweisheit“, dass nämlich „Länge läuft“, beginnt nämlich erst so ab 4,5 Knoten  über 8,3 km/h) relevant zu werden. Das ist aber ein Tempo, welches deutlich über der üblichen Reisegeschwindigkeit von Küstenkanuwanderinnen und –wanderer liegt.

 

Quelle: KANU MAGAZIN, Nr. 4/04, S.70-77 – www.kanumagazin.de