16.08.2004 Seekajak-Kaufempfehlungen (Ausrüstung)

 

Im KANU-MAGAZIN bringen Jürgen Hoh und Norbert Erdmann in dem Beitrag:

 

„Klar Schiff. So finden sie das richtige Seekajak“

 

ein paar Tipps zum Kauf von Seekajaks. Sie gehen dabei auf die folgenden Fragen ein:

 

Frage 1:         Was will ich damit machen?

(Meilenfresser, Frachtschiffe, Kompaktboote)

 

Es fehlen jedoch die „Niedrigvoluminösen“, die „Sauwetterboote“ und die „Sportlichen“!

Ebenfalls fehlt ein Hinweis darüber, dass die „Meilenfresser“ erst ab einem Geschwindigkeitsbereich leichter laufen (ab ca. 7-8 km/h), den der weniger trainierte Paddler längere Zeit gar nicht durchhalten kann.

 

Frage 2:         Wer bin ich, was kann ich?

(Einsatzvorlieben, Gewicht, Körpergröße, Bootsvolumen)

 

                        Es wird deutlich hervorgehoben, dass:

 

Es wird jedoch nicht darauf hingewiesen:

 

Frage 3:         Was ist mir sonst noch wichtig?

(PE/GFK, Abschottung, Gepäckluken, Tagesluke, Sitzlukengröße, Sitz & Rückenlehnen, Sitzlukenfitting, Fußstützen; Steuer, Skeg oder Flosse; Decksausstattung, Ästhetik)

 

Es wird deutlich hervorgehoben, dass:

 

                        Es fehlen jedoch u.a. Hinweise darüber, dass:

 

Weiterhin wird in einem Exkurs zur „Trimmung & Luvgierigkeit“ Stellung bezogen. Leider wird dabei nicht darauf hingewiesen,

 

Übrigens, der „Trimmpunkt“ ist der Gewichtsschwerpunkt des Seekajaks, bei dem das Seekajak weder luv- noch leegierig ist, d.h. neutral läuft.

Er wird mit Hilfe z.B. eines Tragegurtes ermittelt. Der Gurt wird mittig unter das nicht mehr gierende Seekajak gelegt und von zwei Paddlern angehoben. Anschließend wird die Position des Gurtes solange nach vorne bzw. hinten korrigiert, bis das Seekajak ausbalanciert auf dem Gurt liegt. Die Position des Gurtes kennzeichnet dann den „Trimmpunkt“.

I.d.R. liegt er irgendwo in Höhe der Sitzschale. Wo genau, das muss – sofern man ein Seekajak mit Skeg oder ohne Steuer fährt - leider mühsam herausgefunden werden:

Ist das Seekajak luvgierig, d.h. wird der Bug beim Paddeln immer in den Wind (Luv) gedreht, muss man etwas Gepäckgewicht vom Bug zum Heck verlagern.

Und ist es leegierig, d.h. wird der Bug beim Paddeln immer vom Wind weg geweht (Lee), muss man etwas Gepäckgewicht vom Heck zum Bug verlagern.

Die Gewichtsverlagerung erfolgt so lange, bis dass das Seekajak nicht mehr giert, d.h. neutral läuft.

Übrigens, unterwegs auf dem Wasser kann man – worauf in dem Beitrag sehr richtig hingewiesen wird - durch Veränderung der Windangriffsfläche eine Korrektur am Trimm vornehmen:

Ist das Seekajak unterwegs luvgierig, lagert man auf dem Vorderdeck einen leichteren Gegenstand (z.B. Beutel, Reservepaddel). Das wirkt der Luvgierigkeit entgegen, macht aber u.U. das Seekajak leegierig, wenn das Gepäckstück zu voluminös ist.

Ist das Seekajak leegierig, packt man dagegen aufs Achterdeck leichteres Gepäck. Ist es danach luvgierig, war das Gepäckstück zu voluminös.

 

 

 

Außerdem werden 6 verschiedene Seekajaks vorgestellt und 3 Gruppen zugeordnet:

 

„Die Meilenfresser“ (Gesamtvolumen: max. 330 Liter)

 

è www.wildernesssystems.com bzw. www.kajak.de

è www.prijon.com

 

Statt des vollkommen unbekannten und in Deutschland kaum gefahrenen Seekajaks „Arctic Hawk“, hätte eines der folgenden Seekajaks besonders hervorgehoben werden können:

 

è www.lettmann.de

è www.mar-kayaks.pt bzw. www.gadermann.de bzw. www.knoydart.co.uk

è www.cdkayak.com bzw. www.canoes.de bzw. www.helmi-sport.de

è www.kajaksport.com bzw. www.gadermann.de

 

„Die Frachter“: (Gesamtvolumen: ca. 360-420 Liter)

 

è www.lettmann.de

è www.cdkajak.com bzw. www.canoes.de bzw. www.helmi-sport.de

           

Wer jedoch wirklich einen „echten“ Frachter sucht, dem wären die folgenden Seekajaks zu empfehlen,  die je nach Bedarf bis zu 490 Liter Volumen haben können:

 

è www.mar-kayaks.pt bzw. www.gadermann.de

è www.lettmann.de

è www.cdkajak.com bzw. www.canoes.de bzw. www.helmi-sport.de

è www.nanuk.de

è www.prijon.com

 

„Die Kompakten“:

 

è www.nanuk.de

è www.kajaksport.com bzw. www.gadermann.de

 

Da die KM-Autoren unter „kompakten“ Seekajaks solche verstehen, die nicht nur auf dem Meer bzw. Großgewässer, sondern „auch noch bei mittleren und kleinen Flüssen (eng, kurvig, strömend)“ eingesetzt werden können, ist die obige Auswahl zu kritisieren. Handelt es sich doch bei beiden Seekajaks um solche mit Skeg. Der dazugehörige Skeg-Schacht verträgt jedoch nicht die für Kleinflüsse typischen Grundberührungen und etwaige Beschädigungen lassen sich nicht mehr kurzfristig mit einem Gewebeband reparieren. Abgesehen davon ist der Skerray mit 516 cm für Kleinflüsse etwas zu lang und der Viking als GFK-Boot etwas zu scharfkantig im Bugbereich geformt. Empfehlenswerter wären daher Seekajaks unter 490 cm Länge (wendiger) aus PE (robuster) und mit Heckumklappsteueranlage (unempfindlicher), z.B.:

 

è www.prijon.com

è www.prijon.com

è www.phseakayaks.com bzw. www.gadermann.de

è www.necky.com bzw. www.necky.de bzw. www.paddling.de

è www.prijon.com

è www.wildernesssystems.com bzw. www.kajak.de

è www.kajak.de

è www.kajak.de

 

Bei dieser Aufstellung fehlen mindestens drei weitere Gruppen von Seekajaks, nämlich:

 

„Die Niedrigvoluminösen“: (Gesamtvolumen: max. 300 Liter)

(Hinweis: Je weniger Volumen ein Seekajak hat, desto weniger windempfindlich reagiert es, aber desto nasser kann es laufen!)

 

è www.phseakayaks.com bzw. www.gadermann.de

è www.phseakayaks.com bzw. www.gadermann.de

è www.nanuk.de

è www.nanuk.de

è www.prijon.com

 

„Die Sauwetterfesten”:

(Hinweis: Bei „Sauwetter“ sollte der Paddler jedoch auch selber „sauwetterfest“ sein!)

 

è www.assc.org.uk bzw. www.nanuk.de

è www.pietsch-hansen-kajaks.de

 

„Die Sportlichen“: (Gesamtvolumen: möglichst unter 310 Liter)

(Hinweis: Solche Seekajaks kann man jedoch nur dann sportlich paddeln, wenn man die nötigen Paddeltechniken beherrscht!)

 

è www.lettmann.de

è www.phseakayaks.com bzw. www.gadermann.de

è www.nanuk.de

è www.nanuk.de

è www.phseakayaks.com bzw. www.gadermann.de

 

Die „niedrigvoluminösen“ Seekajaks eignen sich gerade für Tagestouren und kleinere, leichtere Personen.

Die „sauwetterfesten“ Seekajaks sind jenen zu empfehlen, die – sofern sie auf die richtige Beladung achten - ab 5-6 Bft. Wind es leid sind, nicht nur mit dem Gewässer, sondern auch noch mit ihrem Seekajak kämpfen zu müssen.

Und die „sportlichen“ Seekajaks sollten sich jene anschaffen, die sich ein „spritziges“ Seekajak wünschen, wobei der „Spitzbergen“ besonders kipplig ist, dafür aber – zumindest bei „Ententeichbedingungen“ - extra schnell sein soll.

 

Übrigens, auch die „Skeg-Boote“ lassen sich mit einem Steuer (hier: Heckumklappsteueranlage) ausrüsten, wobei zu beachten ist, dass hierfür die meisten Seekajaks nicht konstruiert wurden, was entweder dazu führt, dass das Steuerblatt zu weit heraus hängt und im Seegang wenig effizient ist, oder was ein Abschneiden von 10-20 cm Heck erforderlich macht, damit das Steuerblatt etwas tiefer hängt!

 

Quelle: KANU MAGAZIN, Nr. 6/04, S.46-53 – www.kanumagazin.de

Links:

DKV-Marktübersicht Seekajaks (Einer) (jedes Jahr 1x aktualisiert)

è www.kanu.de/nuke/downloads/Marktuebersicht-SK1.pdf

U.Beier: Seekajak-Kauf: 10 praktische Hinweise:

è www.kanu.de/nuke/downloads/Seekajakkauf-Hinweise.pdf

U.Beier: Sauschnelle Seekajaks: Na, gibt’s denn so ‚was?:

è www.kanu.de/nuke/downloads/Sauschnelle-Seekajaks.pdf