14.12.2004 Seenotbaken (Ausrüstung)

 

In SEGELN stellt Gerald Sinschek in dem Beitrag:

 

„Kleine Helfer aus großer Not“

 

insgesamt 10 Seenotsender (sog. „Emergency Position Indication Radio Beacon“ – EPIRB) vor. Es werden 3 Systeme unterschieden:

 

1) Funkbojen (Frequenz: 121,5 MHz):

 

Empfang: Das analoge Zweiton-Signal kann von der Berufsschifffahrt, der zivilen Fliegerei und LEOSAR-Satelliten (Low Earth Orbit Search And Rescue Satellites) empfangen werden. Jeder Punkt der Erde wird spätestens nach 1 Std. von einem Satelliten überflogen. Die Übertragung des Notsignals kann jedoch nur erfolgen, wenn eine direkte Verbindung zwischen Seenotsender, Satellit und Bodenstation besteht, wobei der Abstand zwischen Satellit und Bodenstation max. 2.500-3.000 km betragen darf. Ab 2009 wird die Frequenz von den Satelliten nicht mehr aufgenommen.

 

- Einsatzbereich: Küstengewässer

- Alarmierungszeit: durchschnittlich 70 Minuten

- Positionsgenauigkeit: ca. 15 Seemeilen (sm)

- Gewicht: 215 g

- Preis: ca. 270 €

- ohne Blitzlicht

 

2) Seenotbaken (Frequenz: 406 MHz; mit/ohne GPS-Empfänger): (ca. 300.000 Geräte)

 

Empfang: Das digitale Signal kann nur über die obigen Satelliten empfangen, gespeichert und bei nächsten Überflug einer Bodenstation an diese übermittelt werden. Aufgrund der höheren Sendeleistung ist das Signal weniger störanfällig und eine Ortung dadurch genauer. Zusätzlich enthält das digitale Signal Infos über z.B. Bootstyp und Eigner. Manche Geräte verfügen über einen integrierten GPS-Empfänger, dessen Positionsdaten permanent aktualisiert und mit dem Signal versandt werden. Außerdem senden einige Geräte ein zusätzliches Peilsignal auf 121,5 MHz aus.

 

- Einsatzbereich: weltweit

- Alamierungszeit: max. 1 Std.

- Option: integrierter GPS-Empfänger

- Positionsgenauigkeit: ca. 1,5 sm (bis 3 sm?) (mit GPS: ca. 100 m)

- Gewicht: ca. 350 g

- Preis: ca. 880 € (mit GPS: ca. 1.300 €)

- ohne Blitzlicht

- ohne zusätzliches Peilsignal: 121,5 MHz

 

- Einsatzbereich: weltweit

- Alamierungszeit: max. 1 Std.

- Positionsgenauigkeit: ca. 1,5 – 3 sm

- mit Peilsignal: 121,5 MHz

- Gewicht: 450 g

- Preis: ca. 800 €

- ohne Blitzlicht

 

- Einsatzbereich: weltweit

- Alamierungszeit: max. 1 Std.

- Positionsgenauigkeit: ca. 1,5 – 3 sm

- zusätzlich: Peilsignal: 121,5 MHz

- mit Blitzlicht

- Gewicht: 900 g

- Preis: ca. 700 €

 

- Einsatzbereich: weltweit

- Alamierungszeit: max. 1 Std.

- integrierter GPS-Empfänger

- Positionsgenauigkeit ca. 100 m

- mit Peilsignal: 121,5 MHz

- mit Blitzlicht

- Gewicht: 950 g

- Preis: ca. 1.350 €

 

(baugleich: Pains Wessex Rescue 406 und Sailor SP 406)

- Einsatzbereich: weltweit

- Alamierungszeit: max. 1 Std.

- Option: integrierter GPS-Empfänger

- Positionsgenauigkeit: ca. 1,5 sm (bis 3 sm?) (mit GPS: ca. 100 m

- mit Peilsignal: 121,5 MHz

- mit Blitzlicht

- Gewicht: 700 g

- Preis: ca. 990 € (mit GPS: ca. 1.790 €)

 

3) Inmarsat-E-System (Frequenz 1,645 GHz): (ca. 1.800 Geräte)

 

Empfang: Das Signal kann über Inmarsat-E-Satelliten jederzeit empfangen werden, da die mindestens 4 Satelliten eine geostationäre Position einnehmen und jeden Bereich der Erde abdecken. Der Vorteil: Die Alamierungszeit beträgt nur wenige Minuten.

 

 

Die Geräte verfügen alle über einen integrierten GPS-Empfänger. Das Mark 4 s sogar über einen Radartransonder (Reichweite: 5 sm). Sie sind wegen Größe (22x30-62 cm), Gewicht (1.200 g bis 3.900 g) und Preis (ca. 2000 € bis 3.000 €) derzeit für das Küstenkanuwandern kaum geeignet (Ausnahme: Zweier-Fahrer). Es kann jedoch passieren, dass aus finanziellen Gründen die Firma Inmarsat den Betrieb der Satelliten einstellen wird.

 

Quelle: SEGELN, Nr. 1/05, S.28-31 – www.segelnmagazin.de

Link: www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotbaken.pdf