31.03.2005 Lenzklappen: ein Erfahrungsbericht (Ausrüstung)

Lenzklappen werden u.a. für Segeljollen angeboten. Läuft das Cockpit voll, werden die Klappen am Boden nach unten herausgedrückt. Spätestens wenn die Jolle ins Gleiten kommt, zieht ein Sog, der unter den Klappen entsteht, das Wasser heraus. Das klingt beeindruckend. Deshalb hatte ich vor Jahren in einen 475 cm langen "Shoreline" (Northshore) (ca. 275 Liter Volumen) 2 Lenzklappen (kleinste Größe) einbauen lassen.

Die Wirkung der Klappen war erstaunlich. Nach ca. 100 m Spurt war die randvoll mit Wasser gefüllt Sitzluke nahezu gelenzt. Leider funktionierte dieser Sogeffekt nur, wenn Tempo, Beladung und Seegang stimmten:

a) wenn ich in der Lage war, das Seekajak maximal zu beschleunigen;

b) wenn das Seekajak (mindestens 2-fach abgeschottet) leer war, d.h. mit Fahrtgepäck blieb etwa soviel Wasser in der Sitzluke, wie das Gepäck die Wasserlinie meines Seekajaks tiefer sinken ließ, außerdem gab es Probleme, das Seekajak auf Geschwindigkeit zu bringen;

c) wenn Ententeichbedingungen herrschen, d.h. bei Seegang klappt es nicht, sei es, dass ich dann nicht so schnell paddeln konnte bzw. dass mögliche Wasserverwirblungen unterm Seekajak keinen Sogeffekt entstehen ließen, der nun mal nötig ist, um das Wasser aus der Sitzluke zu lenzen.

Da zusätzlich die beiden Lenzklappen leckten, weil sich ab & an darin Seetang o.ä. verfing bzw. weil sich im Laufe der Zeit die Verklebung der Lenzklappen lockerte, demontierte ich sie wieder nach ein paar Jahren. Eigentlich vermisse ich sie nur noch nach einer Tour, wenn ich meine Sitzluke durchgespült habe. Denn es war schon recht praktisch, einfach an Land die Klappen zu öffnen und das mit einem Schlauch eingefüllte Wasser (inkl. Sand) wenigstens per Schwerkraft restlos lenzen zu können.

Text: U.Beier