03.07.2005 Schwimm-Rettungswesten-Pflicht? (Ausrüstung)

 

In KANU SPORT bezieht Ulrich Clausing in dem Beitrag:

 

„Sicherheit im Kanusport: Rettungswesten können Leben retten“

 

anlässlich eines Unfalls auf dem Rhein bei Bonn, bei dem 2 Kanuten tödlich verunglückten, Stellung dazu, ob es eine gesetzliche Pflicht zum Tragen von Schwimm- bzw. Rettungswesten geben sollte.

 

Grundsätzlich lehnt U.Clausing eine solche Pflicht ab, da „es immer eine Vielzahl von Situationen gibt, in denen eine Tragepflicht nicht angemessen erscheint – etwa auf ruhigen Altrheinarmen, ohne Strömung und im Beisein von erfahrenen Begleitern. Auch sind individuelle Fähigkeiten mit zu berücksichtigen. … Hinzu kommt, dass eine Tragepflicht auch schnell den Blick für Gefahren verschließen kann …, denn neben dem Tragen der Schwimmhilfe oder Rettungsweste sind auch andere Faktoren zu berücksichtigen: ganz wichtig ist z.B. die Wassertemperatur. So schützt die Hilfe bzw. Weste zwar vor dem Untergehen, sie verhindert aber nicht, dass der Tod durch Unterkühlung eintreten kann, wenn keine rechtzeitige Hilfe geleistet werden kann. Wenn der Gesetzgeber also einen umfassenden Schutz der Wassersportler im Auge hat, müsste er auch gleich das Tragen von Kälteschutzanzügen vorschreiben. Eine solche Flut von Vorschriften will aber weder der Gesetzgeber noch der Wassersportler. Einen hundertprozentigen Schutz vor Unfällen gibt es nicht, aber jeder kann sich selbst dafür einsetzen, dass das Risiko von Unfällen gemindert wird. Die richtige Ausrüstung ist nur ein Aspekt für sicheren Kanusport! … Der DKV rät … daher allen Kanufahrern, sich aktiv mit möglichen Gefahren beim Paddeln zu beschäftigen. Schwimmhilfen oder Rettungswesten sind immer dann zu empfehlen, wenn das Gewässer aufgrund:

 

 

einem gekenterten Kanufahrer zur Gefahr werden kann. …“

 

Quelle: KANU SPORT, Nr. 7/05, S.14-18 – www.kanu-verlag.de