21.04.2006 Gefahr „Seenotsignalmittel“? (Ausrüstung)

 

Im SEEKAJAKFORUM.de weist Jochen Grickschat in dem Thread:

 

„Wichtig! Rückrufaktion weißer Handfackeln!“

 

darauf hin, dass anlässlich einer Ausbildungsveranstaltung zur Demonstration einer „White Collision Warning Handflare“ (MK 7) (weiße Handfackel) (sog. „Antikollisionssignal“) der Firma Pains Wessex (Art.-Nr. 52651) beim Auslösen explodierte und schwersten Personenschaden verursachte. Die Firma Pains-Wessex zieht daraus die Konsequenzen und ruft alle diese in der Hand haltenden Signalmittel der Farbe weiß (MK 7) zurück. Es wird dringenst empfohlen, diese Signalmittel nicht mehr einzusetzen und sie stattdessen dorthin zurückzubringen, wo sie erworben wurden. Weitere Infos hierzu können auf der Homepage

 

www.adpr.co.uk/clients/pressroom.html > Info v. 4. + 5.05.06

 

abgerufen werden.

 

Auch wenn die Ursachen für diesen Unfall noch nicht bekannt sind, kennen wir die tragischen Folgen. An dieser Stelle soll das zum Anlass genommen werden, darauf hinzuweisen, dass solche pyrotechnischen Signalmittel stets nur im Seenotfall zu zünden sind. Es handelt sich hier um kein Spielzeug und auch um keine „Silvester“-Knaller, sondern um Sprengstoff. Auf Grund nicht entdeckter Fertigungsmängel bzw. Korrosion können immer mal wieder Probleme entstehen, die einen ordnungsgemäßen Ablauf des Zündungsprozesses verhindern. Günstigenfalls zündet dann das Signalmittel gar nicht, ungünstigenfalls zündet es mit etwas Verzögerung bzw. völlig unkontrolliert in Form einer Explosion.

 

Da gerade beim Küstenkanuwandern eine sachgemäße Lagerung der Seenotsignalmittel nicht immer 100%ig gewährleistet werden kann, sollten wir Küstenkanuwanderinnen & –wanderer jederzeit damit rechnen, dass bei der Zündung eines Seenotsignalmittels etwas schief gehen kann. D.h. solche Seenotsignalmittel zu zünden, sollte stets auf den Seenotfall beschränkt bleiben. Oder anders ausgedrückt: Nur wenn Lebensgefahr besteht und wir anderweitig nicht auf uns aufmerksam machen können, sollten wir zusätzlich das Risiko auf uns nehmen, mit Hilfe von Seenotsignalmittel den Notfall anzuzeigen.

 

In den letzten 20 Jahre habe ich jedoch nur davon gehört, das einige von uns Probleme mit den Fallschirmsignalraketen der Firma Comet hatten (hier: das Raketenteil löste sich nicht oder löste sich mit Verspätung aus dem Halterohr, sodass einige sich Brandverletzungen an den Händen zuzogen bzw. in Deckung gehen mussten, nachdem sie die Rakete unkontrolliert weggeworfen hatten und sich nun davor schützen mussten, von der auf dem Boden ca. 30 Sekunden herumfliegenden und schleudernden Rakete getroffen zu werden!!!). Ich selber habe einmal vor über einem Jahrzehnt verbotenerweise eine solche Fallschirmsignalrakete der Firma Comet kurz nach Ablauf des Verfalldatums per Seilzug aus der Ferne gezündet und musste feststellen, dass die Rakete mehrere Sekunden brannte, bevor sich das Raketenteil aus der Halterung löste und gen Himmel aufstieg.

 

Text: U.Beier – www.kanu.de/kueste/

Quelle: www.seekajakforum.de/forum/read.php?1,22698 (Info v. 21.4.06)

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