28.06.2006 Rettungswesten im Test (Ausrüstung)

 

Nachdem die Zeitschrift SEGELN in ihrem Juni-Heft die Funktionstüchtigkeit von Rettungswesten untersucht hat:

 

in: SEGELN, Nr. 6/06, S.26-31 – www.segelnmagazin.de

è www.kuestenkanuwandern.de/aktuell.html > Info v. 24.06.06 (Ausrüstung)

 

greift nun auch die YACHT in dem Beitrag von M.Matzek u. H.Schmidt:

 

„Die Grenzen der Sicherheit – 29 Rettungswesten: Sieger & Versager“

 

das Thema auf und prüft, inwiefern es den Rettungswesten gelingt, einen ohnmächtigen Schwimmer in die ohnmachtsichere Rückenlage zu drehen.

 

Die 1994 eingeführte CE-Norm (EN 396) verlangt beim Test dieser Eigenschaft, dass dies bei einer Testperson zu prüfen ist, die Badekleidung trägt (d.h. keine störende Kleidung, in der sich Lufteinschlüsse bilden können), und dass der Test bestanden ist, wenn diese Testperson, die auch eine Testpuppe sein kann (sog. Dummy) automatisch mit einem Freibord von mind. 8 cm innerhalb von 10 Sekunden in die ohnmachtsichere Lage gedreht wird, nachdem sie aus etwa 1 m Höhe mit dem Füßen voran senkrecht ins Wasser gefallen ist.

 

Solch eine Norm ist nicht praxisgerecht. Deshalb hat YACHT einen Menschen genommen, der mit normalem Ölzeug bekleidet ist (inkl. Shirt und Badehose, jedoch nicht mit warmer Unterbekleidung) und „bewusstlos mit dem Gesicht nach vorn auf eine unbewegte Wasseroberfläche fällt“. D.h. die Bedingungen werden wesentlich erschwert, da

 

(1.) nun die in der Kleidung sich befindende Luft sich im Rücken sammeln und ein Auftriebspolster bilden kann, welches ein Drehen in die ohnmachtsichere Lage erschweren kann, und da

(2.) das spiegelglatte Wasser keine Drehimpuls liefert.

 

Das Ergebnis dieses YACHT-Tests:

 

 

Übrigens, ein paar Westen funktioniert nicht, da sie entweder falsch verpackt waren bzw. die Vorrichtung des Auslösers versagte, da die Gaspatrone zu schwach angestoßen bzw. nicht fest genug verschraubt wurde.

 

Können wir Küstenkanuwanderinnen und –wanderer nun daraus folgern, nur noch Rettungswesten vom Typ 275 N zu tragen. Wer:

 

 

der sollte in der Tat den Kauf einer solch volumigen Weste in Erwägung ziehen, zumal die am besten getestete Weste (4,5 Sterne von 5 Sternen):

 

15 Sek. Drehzeit; 15 cm Freibordhöhe, 1 Reißverschlusstasche; 1,41 kg

 

mit 1,41 kg nicht wesentlich mehr wiegt als z.B.  die ansonsten ebenfalls – neben drei anderen Westen - recht gut bewertete Weste (4 Sterne):

 

keine Drehung; 11 cm Freibordhöhe, 1 Reißverschlusstasche; 1,25 kg.

 

100%ig Sicherheit können jedoch uns Küstenkanuwanderinnen und –wanderer auch nicht die Rettungswesten vom Typ 275 N bieten. Bei einem GAU, nämlich im Winter bei einer Kenterung noch vor dem Ausstieg einen Kälteschock zu erleiden, kann eine solche Rettungsweste auch nicht mehr helfen. In allen anderen Fällen, bei denen wir jedoch noch aussteigen und an die Wasseroberfläche auftauchen und den Drehvorgang in die ohnmachtsichere Lage unterstützen können, dürften die weniger voluminösen Rettungswesten vom Typ 150 N wenigstens noch so akzeptabel zu sein, dass hier nicht empfohlen werden kann, sie einfach wegzuschmeißen und sich eine voluminöser Rettungsweste anzuschaffen.

 

Ich persönlich trage übrigens die „Ultra 150“ von Secumar (inkl. Automatiksperre). Das YACHT-Urteil: „Guter Tragekomfort, schlanke Form“ kann ich nur bestätigen; denn beim Paddeln stört sie mich nicht, weder scheuert sie irgendwo noch gibt sie irgendwelche Bewegungsgeräusche ab.

 

Übrigens, YACHT weist u.a. daraufhin, dass:

 

 

Quelle: YACHT, Nr. 14/06, S.70-83 – www.yacht.de