15.08.2006 GPS – Allgemeine Aspekte (Ausrüstung)

 

KANU MAGAZIN hat in seiner September/Oktober (Nr.5/06) – Ausgabe eine neue Artikelserie (sog. Workshop) eröffnet:

 

„GPS-Orientierung für Paddler“

 

die von Uli Benker bearbeitet wird. Teil 01 hat den Titel:

 

„Gewusst wie, gewusst womit“

 

ist ganz allgemein gehalten und bringt mehr oder weniger deutlich ein paar grundlegende Empfehlungen. Z.B.:

 

Anmerkungen: In Prospekten werden viele GPS-Geräte als „wasserdicht“ bezeichnet. Lesen wir genau nach, finden wir z.B. den Hinweis „wasserdicht bis 1 m (IPX7)“. Wenn wir uns überlegen:

(a)   dass Uhren, die bis 30 m wasserdicht (≈ 3 Atmosphären/Bar) sind, nur als „water resist(ant)“ bezeichnet werden, die lediglich Folgendes erlauben: „Geringe Berührung mit Wasser (Handwaschen, Regen usw.)“ nicht jedoch „Leichte Berührung mit Wasser (Abwaschen, Küchenarbeit, Schwimmen usw.)“,

(b)   dass Uhren, die bis 50 m wasserdicht sind, zum Schwimmen geeignet sind,

(c)   und dass erst Uhren, die mindestens bis 100 m wasserdicht sind, auch zum Wassersport (Schnorcheln) geeignet sind,

so können wir uns vorstellen, wie wenig ein Gerät mit Tastatur wasserdicht ist, das nur den Druck von 1 m Wassertiefe „zeitweilig“ aushält.

Übrigens, die Norm IPX8 verspricht den „Schutz gegen dauerndes Untertauchen“ und die Norm IPX6 verspricht den „Schutz gegen starkes Strahlwasser“. Wenn wir uns also auf die Wasserdichtigkeit eines GPS-Gerätes verlassen möchten, dann sollte in den technischen Daten ausdrücklich versichert werden, dass das Gerät die beiden Normen IPX8 und IPX6 erfüllt. (è www.kuestenkanuwandern.de/aktuell.html > Info v. 16.11.05)

Und auch dann noch sollte  das GPS-Gerät – wie KM empfiehlt – extra wasserdicht eingepackt werden, da die Verpackung zusätzlich einen Stoßschutz bietet und es ermöglich, das GPS-Gerät gegen Verlieren auf Deck zu sichern.

Solche wasserdichten Verpackungen haben jedoch ein Problem: In der Verpackung bildet sich irgendwann – spätestens bei kleinen Undichtigkeiten - bei Sonneneinstrahlung Wasserdampf, der dazu führt, dass das GPS-Gerät plötzlich nicht mehr funktioniert. Das Gerät ist dann aus der Hülle zu nehmen und in der Sonne zu trocken. Nach wenigen Minuten ist es dann wieder funktionstüchtig. Dumm nur, wenn das auf hoher See bei Wind & Seegang erfolgt, wenn wir beide Hände für das Paddel benötigen. Es wird daher empfohlen, die Entstehung des Wasserdampfes mit entsprechenden Mitteln zu bekämpfen (z.B. Reiskörner, Chemie).

Apropos Schutzhülle, die auf dem Titelfoto abgebildete Hülle wird per Klettverschluss verschlossen, welcher nicht tauchdicht ist. Er lässt immer wieder mal etwas Wasser in die Hülle eindringen, welches bei Sonneneinstrahlung verdampft und das GPS-Gerät dann irgendwann ganz plötzlich nicht mehr weiter funktionieren lässt.

Schutzhüllen setzen weiterhin voraus, dass die Tastatur sich auf der Gerätevorderseite befindet und nicht zu winzig ist. Die an den Seiten angebrachte Tastatur lässt sich i.d.R. nur schwer bedienen.

 

Anmerkungen: Eigentlich könnten wir von einer Fachzeitschrift erwarten, dass sie – z.B. was EGNOS betrifft – nicht nur irgendwelche Prospektangaben wiederholt, sondern kritisch informiert, was das noch in der Testphase sich befindende EGNOS wirklich leisten kann; denn EGNOS wurde eigentlich für die Luftfahrt konzipiert, die über einen freien Horizont verfügt. (è www.kowoma.de/gps/waas_egnos.htm )

     

Anmerkungen: Der Druck auf die MOB-Taste kennzeichnet den Punkt der Kenterung. Nicht nur die Paddler, sondern auch der Kenterbruder wird durch Brandung, Strömung bzw. Wind abgetrieben, sodass die Markierte Position das Auffinden des Kenterbruders erleichtert. Wer jedoch die Abdrift des Kenterbruders dabei nicht berücksichtigt, werden wir den Kenterbruder niemals finden.

 

 

Anmerkungen: Die Ablesbarkeit ist bei vielen GPS-Geräten ähnlich problematisch wie bei Handys. D.h. wenn die Geräte in eine Hülle gepackt werden, die dann von der Sonne beschienen wird und schließlich auch noch etwas beschlägt, dann hat man mit den meisten Geräten Schwierigkeiten, mit ihnen zu arbeiten.

 

Anmerkungen: Leider ermöglichen die meisten GPS-Geräte es nicht, auf dem Display einen Kartenausschnitt anzuzeigen, der einem eine übersichtliche Navigation erlaubt, sodass wir zur Orientierung immer noch eine See- oder topografische Karte auf Deck haben sollten. Außerdem sind die Preise für die elektronischen Seekarten für Kanuten, die 4-5 mal im Jahr aufs Meer paddeln und bislang es scheuten, dafür aktuellen Seekarten zu kaufen, zu hoch. Wir werden wohl noch ein paar Jahre warten müssen, bis die Preise für solche aufladbare Seekarten, die stets auf dem neuesten Stand sein müssten, für das Küstenkanuwandern akzeptabel sind.

 

 

Anmerkungen: Bei Touren auf dem Meer reichen 20 Routen nicht aus. Meistens fallen wegen der Zahl alternativer Routen schon bei einer 3-4 tägigen Tour 10 – 15 Unterrouten an. Wer dann nicht immer auf seinen PC zurückgreifen will, um Zugriff zu weiteren Routen zu erhalten, sollte daher darauf achten, dass das GPS-Gerät mindestens Platz für 50 Routen hat.

 

Anmerkungen: U.Beierwww.kanu.de/kueste/

Quelle: KANU-MAGAZIN, Nr. 5/06, S.58-61 – www.kanumagazin.de