20.04.2007 Sportbrillen (Ausrüstung)

 

Das Angebot an sog. „Sportbrillen“ wird immer größer und technisch immer ausgefeilter:

 

 

Die Preise sind nach oben offen.

 

Diese Sportbrillen haben jedoch einen Nachteil. Sie sind eigentlich nur bei stärkerem Wind für den Kanuwandersport geeignet. Ansonsten können die Gläser mangels ausreichender Belüftung, die auf die enge Positionierung um die Augenpartien herum – aber auch durch die vielfach getragenen Schirmmützen - zurückzuführen ist, sehr leicht beschlagen. Und wenn erst einmal ein Brecher uns den Kopf wäscht, sehen wir mit solchen Gläsern doppelt so schlecht; denn dann ist nicht nur das Klarglas auf beiden Seiten mit Wassertropfen benetzt, sondern – sofern wir uns für solch eine Produktvariante entschieden haben - zusätzlich auch noch das aufgesteckte Filterglas beidseitig mit Wassertropfen belegt. Und sollten wir mal mit solch einer Brille auf der Nase eskimotieren, dann läuft das Wasser, welches zwischen die klaren Innengläser und die darüber gesteckten farbigen Außengläser dringt, etwas länger ab, sodass die Sicht nach dem Hochrollen für ein paar – u.U. entscheidende Sekunden – zunächst etwas benebelt, anschließend etwas verschwommen, dann regelrecht „bekleckert“ und schließlich – während des „Abdampfens der Gesichtsfeuchtigkeit – einfach trübe ist. Ob die u.U. angebotene hydro- und oleophobe Beschichtung wirklich ausreicht, beides – nämlich Beschlagen und Bekleckern – zu kompensieren, sollten wir uns beim Preis solcher Brillen vor dem Kauf schriftlich zusichern lassen. Übrigens, meist reicht die Äußerung einer solchen Absicherung aus, dass der Verkäufer sich spätestens dann von solchen Werbeaussagen distanziert.

 

Wer also eine Brille zum Küstenkanuwandern sucht, sollte solche Sportbrillen links liegen lassen und stattdessen sich für eine ganz normale Brille entscheiden, die möglichst über kleinere Gläser verfügt und die dazu nicht so eng um die Augen anliegen sollte, um auf diese Weise zu verhindern, dass die Gläser allzu leicht beschlagen können. Gegen das Bekleckern mit Salzwasserspritzern ist in der Regel nichts zu unternehmen. I.d.R. verdunsten wohl diese Spritzer im Laufe einer Paddeltour. Leider hinterlassen sie dabei verkurstete Überreste, die erst bei einem Spülgang wieder entfernt werden können.

 

Das ist auch ein Grund dafür, warum wir beim Küstenkanuwandern nur dann eine Brille tragen, wenn wir es müssen, und zwar aus optischen Gründen bzw. aus Gründen des Schutzes vor den UV-Strahlen der Sonne.

 

Übrigens, wenn die Brillenträger unter uns ohne Brille nicht mehr die Seekarte vor sich ablesen können, sollten sie sich beim Kauf einer Sonnenbrille dafür entscheiden, eine mit optischen Gläsern, nötigenfalls mit  Gleitsichtgläsern zu kaufen. Ansonsten müssen sie die Navigation anderen überlassen.

 

Am wichtigsten bei all diesen Brillen ist eigentlich, dass sie auch nach einer Kenterung oder beim Überspülen durch einen Brecher nicht verloren gehen. Uns muss es dabei bewusst sein, dass gebogene Brillenbügel oder ein Brillenband keinen 100%ig Schutz vor dem Verlust liefern können. Spätestens wer schon zum zweiten Mal seine Brille auf dem Meeresboden versenkt hat, wird auf eine simple, aber fast sehr sichere Methode zurückgreifen: Er befestigt an seinem Brillenbügel ein dünnes Band, welches z.B. an der Schwimmweste angebunden ist. Fällt die Brille während einer Kenterung von der Nase, bleibt sie am Band hängen. Wenn wir das sofort merken, setzen wir sie wieder auf. Ansonsten könnte es jedoch passieren, dass wir sie beim Wiedereinstieg beschädigen.

 

Text: U.Beier