18.07.2007 OUTDOOR-Zelttest (Ausrüstung)

 

In OUTDOOR veröffentlicht Borris Gnielka unter dem Titel:

 

„Die besten Zelte des Jahres: Home, Sweet Home.

OUTDOOR präsentiert Ihnen die 12 besten Zelte für Trekking- und Bergtouren“

 

OUTDOOR stellt dabei Zelte vor, die bei bisherigen Tests mit am besten abgeschnitten hatten. Insgesamt werden 6 Trekkingzelte vorgestellt, die nur die Testurteile „überragend“ (allein für: „Hilleberg Keitum“) und „sehr gut“ (für: „Vaude Space III light“, „Exped Venus II Extrem“, „Marmot Swallow 2P“, „Salewa Sierra Leone“ und „Rejka Cataluna“) erhalten hatten.

 

Außerdem werden 6 Leichtzelte präsentiert, die allesamt mit „sehr gut“ abschnitten: „Hilleberg Nallo 2“, Mountain Hardwear 2“, „Exped Vega“, „Jack Wolfskin Lighthouse I RT“, „Terra Nova Laser Competition“ und „Robens Lemon Light“.

 

Getestet wurden dabei:

 

 

Leider wird bzgl. des Kriteriums „Wetterschutz“ nicht offen gelegt, wie diese Testergebnisse zustande kamen.

 

Anders sieht das z.B. bei den Tests des norwegischen Verbrauchermagazins „FORBROKER“ (Nr. 4/06) aus. Es testete u.a. auch Wasserdichtigkeit, Reißfestigkeit, Weiterreißfestigkeit, Abriebfestigkeit und die Qualität der Nähte (inkl. Bandverschweißung). Auch wurde erläutert, wie diese Kriterien getestet wurden:

 

a)      Wasserdichtigkeit: Die Wasserdichtigkeit wurde gemäß der Norm „NS – ISO 811:1992“ geprüft. Dieser Test misst die Wasserdichtigkeit des Stoffes bei zunehmenden statischen Druck (Wassersäule) bis die ersten 3 Tropfen durchdrücken. Der Maximaldruck der mit dem Apparat erreicht wurde, war 1.000 mbar (entspricht etwa 10.200 mm Wassersäule). Es wurden jeweils 5 Muster des Außenzelt-Stoffes getestet. Wenn die 5 Resultate sehr verschieden waren, wurden nochmals weitere Muster getestet.

b)      Abriebfestigkeit: Der Zeltbodenstoff wurde gemäß der Norm „EN 530:1994“ und der Abriebverlust gemäß der Norm „NS-EN ISO 12947-3:1999“ getestet. Dabei werden 3 Muster des Stoffes in einem Martindale Abriebtest-Apparat eingespannt, der den Stoff mit feinem Glasschleifpapier P600 unter einem Druck von 9 kPA fortlaufend abscheuert. Dies erfolgte in Intervallen von jeweils 50 Abriebzyklen bis zu 200 Zyklen, dann jeweils 100 Abriebzyklen bis zum Testende. Das Abriebmaterial wurde nach jedem zweiten Intervall entfernt. Der Test wurde solange durchgeführt bis ein Loch in der Beschichtung des Stoffes entstand. Ebenso wurde ermittelt, wann die ersten 2 Fäden des Gewebes zerrissen waren, auch wurde der Gewichtsverlust des Gewebes durch Abrieb festgestellt.

c)      Reißfestigkeit bzw. Weiter-Reißfestigkeit: Die Reißfestigkeit bzw. Weiter-Reißfestigkeit wurde gemäß der Norm „NS-EN ISO 13934-1:1999“ bzw. „NS-EN ISO 13937-1:2000“ ermittelt. Dabei wurden jeweils 5 Stoffmuster in jeder Richtung des Außenzelt-Stoffes genommen (Ketten- wie Schuss-Richtung). Je höher der Wert, desto weiterreißfester ist der Stoff.

 

Am besten Schnitt dabei das Zelt „Exped Orion Extreme“ ab (80 Punkte). Dann folgten „North Face VE 25“ (77 Punkt), „Fjällräven Akka R/S 3 (76 Punkte), „Helsport Fjellheimen 3 Camp“ (74 Punkte), „Haglöfs Genius 23“ (71 Punkte). „Halti Alfa XPD II“ (67 Punkte), „Hilleberg Nallo 3 GT“ (61 Punkte), „McKinley Escape 3 Camp“ (49 Punkte) und „Bergans 6003 Kompakt 3-Manns“ (46 Punkte).

 

Da in Deutschland gerade die „Hilleberg“-Zelte dank des Vorurteils „Preis bürgt für Qualität!“ und der „guten Presse“ als „Spitzenzelte angesehen werden, möchte ich den norwegischen Test-Kommentar hier einmal vorstellen:

 

 

Leider versäumten auch die Norweger zu testen, wie sich UV-Strahlen auf die Haltbarkeit der Zeltstoffe auswirken. Ist das doch geraden beim Küstenkanuwandern wichtig, wenn bevorzugt Standquartiere ausgewählt werden.

 

Quelle: OUTDOOR, Nr. 8/07, S.92-97 – www.outdoor-magazin.com

Link: (zum Test des norwegischen “FORBROKER”)

è www.exped.com > Zelt Orion Extrem