27.10.2008 Messe: „Hanseboot“ (Hamburg) (Ausrüstung)

 

Vom 25.10.-2.11.09 hat die „Hanseboot“ wieder ihre Tore geöffnet. In Halle B1 (Erdgeschoss) finden wir die Kanu-Aussteller. Der Rest (z.B. Neo, Trockenanzüge; GPS, Rettungswesten, Seenotsignalmittel; Literatur) ist vereinzelt auf die anderen Hallen verteilt.

 

Leider hat sich der Trend, dass immer weniger Kanu-Hersteller bzw. –händler bereit sind, auf der „Hanseboot“ präsent zu sein, bestätigt. Dieses Jahr fehlen LETTMANN und PADDEL-MEIER. Was bleibt sind (in alphabetischer Reihenfolge): EKÜ, GADERMANN, NAUTIRAID, NEUMANN, KLEPPER und JÜBERMANN (mit seinem einzigartigen Angebot an für Kanuten maßgeschneiderte Karten) … und die muss man nun im Erdgeschoss der Halle B1 richtig suchen; denn der Rest der Halle wird von den Surfbranche dominiert, die bis zum letzten Jahr im 1. Geschoss zu finden war.

 

Das Angebot an Produkten, die das Küstenkanuwandern betreffen, wird nunmehr eindeutig von GADERMANN „beherrscht“.

 

Lediglich NEUMANN ( www.willyneumann.de ) hält noch die Stellung und hat jene Seekajaks ausgestellt, die wir uns schon im letzten Jahr auf der Messe anschauen konnten:

 

  • „Tümmler“ (480x61cm),

„Robbe“ (510x58cm);

„Stingray“ (570x52cm),

 

sowie zwei ROTOMOD-Seekajaks – www.rotomod.com

 

„Presto 4.75“ (475x58cm);

„Presto“ 5.37 (537x60cm)

 

Immerhin hatte ich die Gelegenheit, mir die neueste Variante der NAVIGATOR-Steueranlage von KAJAK-SPORT (Finnland) ( www.kajaksport.com ) anzuschauen. Eine Schwachstelle dieser Steueranlage war bislang, dass das Steuerblatt beim schnelleren Paddeln etwas aufschwimmen konnte. Bei dem neuen Modell soll das nicht mehr möglich sein. Erreicht wird dies dadurch, dass beim Herunterlassen des Steuerblattes ein Knebel in einer Mulde einrastet. Beim Ausprobieren funktioniert das jedoch nicht 100%ig; denn das Gummi, welches das Steuerblatt hinunter zieht, war nicht jedes Mal in der Lage zu erreichen, dass der Knebel einrastet. Immerhin sorgt jetzt der Knebel dafür, dass das Steuerblatt nicht mehr so leicht verloren gehen kann, wenn die Steuerblatt-Hochziehleine mal reißen sollte.

 

Lohnt sich eigentlich noch für Küstenkanuwanderer der Besuch der „Hanseboot“? Nun, immerhin gibt es den „Gezeitenkalender der Deutschen Bucht 2009“. Aber ist der den Eintritt von 13,- Euro (Rentner: 11,- Euro) wert? Außerdem gibt es ja noch den Stand von GADERMANN. Wer jedoch die Möglichkeit hat, GADERMANN direkt in seinem Geschäft in Norderstedt (Hummelsbütteler Steindamm 70, 22851 Norderstedt bei Hamburg) aufzusuchen, braucht dort jedoch keinen Eintritt zu bezahlen und hat zudem die Möglichkeit, sein gesamtes Angebot anzuschauen.

 

Letztlich muss jeder selber entscheiden, ob er die „Hanseboot“ besucht. Vielleicht gibt es ja noch andere Dinge, die einen interessieren könnten. Wer sich nur für Kanus & Zubehör begeistern kann, dem müsste es auch genügen, wenn er ab 15 Uhr die Halle B1 der „Hanseboot“ aufsucht. Immerhin kostet der Eintritt dann fast nur noch die Hälfte.

 

Was aber hat nun dieses Jahr GADERMANN ( www.gadermann.de ) den Küstenkanuwanderern auf der „Hanseboot“ zu bieten? Allerhand; denn GADERMANN hat in der Zwischenzeit ein großes Sortiment von Seekajaks unterschiedlichster Hersteller im Angebot, z.B.:

 

 

Gezeigt wird das Modell:

 

„Cetus“ (544x54 cm / ca. 370 Liter Volumen);

 

nicht jedoch die neuesten PE-Seekajaks:

 

„Scorpio 168“ (509x54 cm / ca. 285 Liter Vol.);

„Scorpio 170“ (516x56 cm / ca. 305 Liter Vol.).

 

 

Der britische Seekajakhersteller hat in Deutschland sein Händlernetz ausgeweitet. NANUK hat seine „Monopol“-Stellung verloren. GADERMANN konnte als neuer Händler gewonnen werden. Gezeigt wird das Modell:

 

„Avocet LV“ (485x52 cm) (LV = Low Volume).

 

 

Bekannt geworden sind die SKIM-KAYAKS durch die Modell

 

„Dex“ (495x51 cm / ca. 280 Liter Volumen) und

„Distance“ (585x52 cm / ca. 360 Liter Volumen).

 

GADERMANN zeigt auf der Messe das neue Modell:

 

„Differ“ (535x52cm / ca. 320 Liter Volumen).

 

 

Die beiden britischen Anbieter der ROCKPOOL-Kajaks haben sich getrennt. Der eigentliche Konstrukteur hat eine eigene Firma aufgemacht und bietet Seekajaks unter der Marke TIDERACE an. Ab Frühjahr 2009 wird GADERMANN die folgenden Seekajaks im Angebot haben:

 

“XCITE-S” (500x51 cm / ca. 310 Liter Vol.);

„XCITE“ (525x53 cm / ca. 366 Liter Vol.);

“XPLORE-S” (530x51 cm / ca. 360 Liter Vol.)

“XPLORE” (549x53 cm / ca. 380 Liter Vol.);

“XPLORE-X” (549x60 cm / ca. 430 Liter Vol.).

 

 

Gezeigt wird eine größere Auswahl dieser Seekajaks, z.B.:

 

„Aurora“ (500x58 cm / ca. 305 Liter Volumen);

“Magellan” (550x58 cm / ca. 367 Liter Volumen).

 

Ebenfalls zu sehen ist ein Kajak der “Eski”-Serie mit einem erstmals bei Lettmann-Seekajaks zu findenden Skeg. Es handelt sich um ein Skeg, welches auch bei den KAJAK-SPORT-Seekajaks ( www.kajaksport.com ) eingesetzt wird.

 

 

GADERMANN wird in Zukunft auch diese estnischen Seekajaks in seinem Verkaufssortiment haben. Auf der Messe werden sie jedoch noch nicht ausgestellt.

 

Die TAHE-Bootsmodell sind recht vielfältig, manche unterscheiden sich aber kaum voneinander:

           

Typ: 483x52 cm (Modell: "Reval Mini")

Typ: 505x54 cm (Modell: "Wind 505", "Wind W-Line")

Typ: 520x56 cm (Modell: "Seaspirit", "Gulfspirit", "Bayspirit")

Typ: 545x50 cm (Modell: "Greenland")

Typ: 535x54 cm (Modell: "Wind 535")

Typ: 555x54 cm (Modell: "Reval", "Reval R-Line")

Typ: 585x54 cm (Modell: "Wind Viking 585")

 

Das Besondere insbesondere dieser TAHE-Seekajaks wird wohl der Preis (?) sein. Ansonsten handelt es sich um typische "Me too"-Produkte, d.h. der Hersteller möchte auch auf dem Seekajakmarkt vertreten sein, will aber nur imitieren statt durch Innovation zu glänzen. Die Innovationen überlassen sie wohl lieber den anderen, z.B.:

 

LETTMANN (z.B. verstellbare Schenkelstützen auch bei Laminat-Seekajaks; integrierte Steueranlage; Steuerpedalen mit fixer Fersenabstützung, um beim Paddeln die Beinarbeit effizient zu unterstützen);

 

KAJAK-SPORT (z.B. integriertes elastisches Steuerblatt);

 

P&H (z.B. Verarbeitung verschiedener PE-Materialien).

 

Dabei gibt es doch so vieles an den Seekajaks zu verbessern!

 

  • Warum entwickelt keiner einen Süllrand, der das Anlegen der Spritzdecke erleichtert?
  • Warum gibt es immer noch "Flip-off"-Steueranlagen, dessen Steuerblätter beim Surfen aufschwimmen und mangels seitlicher Führung hin & her flattern (früher hatte NECKY so etwas aus biegfestem Metall und VALLEY aus biegfestem Plastik im Angebot) bzw. wer kommt denn nur auf diese veraltete Idee, bei Seekajaks wieder Steueranlagen anzubieten, deren Steuerblätter - wie bei Flusskajaks üblich – nach dem Hochziehen steil in den Himmel ragen und folglich bei einer Kenterung in der Brandung bei Grundberührung abbrechen können? Abgesehen davon, warum verwenden fast alle Hersteller immer noch Steuerblätter, die nicht hydrodynamisch geformt sind?
  • Warum werden vielfach die Hecks von Seekajaks hoch gezogen? Das verkürzt doch nur die Wasserlinienlänge und erschwert die Effizienz der vorgesehenen „Flip-off“-Steueranlage!
  • Warum gibt es überwiegend noch Rückenlehnen/-gurte, die beim Wiedereinstieg nach einer Kenterung sich verdrehen können, sodass ein Hinstellen des "Kenterbruders" mit provoziertem Wiederausstieg vorprogrammiert ist?
  • Warum gibt es kaum Kartendecks, auf denen man einen größeren Seekartenausschnitt (DIN A 3-Quer-Format) faltenfrei, einsehbar und so fest lagern kann, dass weder Wind noch Welle sie von Deck wehen bzw. spülen können?
  • Warum werden Cockpits (Sitzluken) gebaut, die zum einen viel zu viel Stauraum verschenken und zum anderen es dadurch ermöglichen, dass nach einer Kenterung mit Ausstieg viel zu viel Wasser eindringen kann?

 

Weiterhin hervorzuheben bei GADERMANNs Angebot ist ein Paddelpflötchen des dänischen Herstellers PADLER, welches über eine längere Stulpe verfügt, deren Öffnung es ermöglicht, auch ohne Hilfe der zweiten Hand oder der Zähne unkompliziert & schnell hineinzuschlüpfen. Bislang gab es nur ein ähnliches Modell mit sehr kurzer Stulpe, welches lediglich für die Übergangszeit Schutz vor Kälte bieten soll.

 

Anzumerken ist schließlich etwas über die elastischen Lukendeckel von KAJAK-SPORT, an deren Konstruktion auch LETTMANN beteiligt war. Seit einiger Zeit gibt es eine leichtere Variante mit relativ starrem Deckel, die jedoch den Nachteil haben soll, dass sie nicht ganz so gegen Wasser abdichtet wie die ursprünglichen vollelastischen Deckel. Wer also mit dieser neueren Lukendeckelvariante Dichtigkeitsprobleme hat, die ihn stören, sollte seine Deckel austauschen, statt im Bootsrumpf nach Löchern zu suchen.

 

Text: U.Beier