17.01.2011 Marktübersicht 2011 – Seekajaks (Einer) (Ausrüstung)

 

Die

 

„DKV-Marktübersicht – Seekajaks (Einer)“

 

ist aktualisiert worden (Stand: 1/11) und kann auf der DKV-Homepage eingesehen werden:

 

www.kanu.de/nuke/downloads/Marktuebersicht-SK1.pdf

 

Insgesamt enthält die Marktübersicht die Daten von über 300 Seekajaks, die von mehr als 100 europäischen Herstellern/Händlern/Importeuren angeboten werden. Übrigens, es werden nur Seekajaks aufgeführt, die mindestens 470 cm lang sind und – abgesehen weniger Ausnahmen - über mindestens eine doppelte Abschottung verfügen. Das Volumen dieser Seekajaks reicht von 222 Liter bis über 500 Liter.

 

Warum werden die Seekajaks in dieser Marktübersicht nach Volumen sortiert?

 

Nun, ich hätte auch die Länge eines Seekajaks als Kriterium auswählen können, letztlich weil viele Küstenkanuwanderer am liebsten ein leicht laufendes Seekajak haben möchten und denken, dass gemäß der Bootsbauerweisheit „Länge läuft“ ein langes Seekajak ein schnelleres Seekajak sei. Für den Leichtlauf ist jedoch nicht die Länge, sondern die – von den meisten Herstellern verschwiegene - Wasserlinienlänge eines Seekajaks entscheidend, und auch das gilt nur in Verbindung z.B. mit:

 

·         einer möglichst schmalen Wasserlinienbreite,

·         möglichst wenig Kielsprung,

·         möglichst konvexem Unterwasserschiff,

·         möglichst ausgeprägtem Rundspant,

·         möglichst geringem Gewicht.

 

Da jedes Seekajaks in der Praxis andere Designmerkmale aufweist, wirkt sich die Länge von Seekajaks der gängigen Größenklasse (4,70 m bis 5,50 m) allein auf den Wasserwiderstand (hier: Wellenwiderstand plus Widerstand der benetzten Bootsfläche) erst dann aus, wenn schneller als 8 km/h gepaddelt wird, zumindest gilt das für über 100 Seekajaks, die vom us-amerikanischen SEA KAYAKER seit getestet wurden:

 

www.kanu.de/nuke/downloads/Resistance.pdf

 

Die „Länge über alles“ liefert also nur eine vage Hoffnung, dass ein langes Seekajak auch schnell laufen könnte, nichts mehr.

 

Aus dem Volumen dagegen kann man Folgendes u.a. ableiten, nämlich etwas

 

·         über das Gepäckvolumen (=> Bug- und Heckvolumen),

·         über das Cockpitvolumen (=> je größer das Cockpitvolumen desto schlechter kann der Schenkel- und Hüfthalt sein und desto mehr Wasser ist nach einer Kenterung mit Ausstieg zu lenzen),

·         über die Windempfindlichkeit (=> je weniger beladen ein Seekajak wird, desto windempfindlicher kann es werden und desto schwerer wird einem das Kurshalten fallen können)

·         über den Nasslauf, Kippligkeit und Manövrierbarkeit (=> je stärker beladen ein Seekajak wird, desto nasser kann es laufen, desto weniger kippelig könnte es sein und desto behäbiger ist es zu manövrieren).

 

Solange man es also vorzieht, mit seinem Seekajak Tages- oder Gepäcktouren statt Wettfahrten zu machen, sollte man folglich mehr auf das Volumen eines Seekajaks achten. Bei der Länge genügt es, wenn das in Frage kommende Seekajak so zwischen 4,70 m und 5,50 m liegt. Damit das möglich ist, sind die Seekajaks in der DKV-Marktübersicht so sortiert worden, dass die Seekajaks mit niedrigem Volumen am Anfang stehen (z.B. „Black Pearl LV“ <546x50cm und 222 Liter Volumen> des norwegischen Herstellers SEABIRD) und mit hohem Volumen am Ende aufgeführt werden (z.B. „Solstice Titan“ <540x61cm und 531 Liter Volumen> des kanadischen Herstellers CURRENT DESIGNS). Zum Schluss wird noch eine Menge von Seekajaks aufgeführt, deren Hersteller nichts über das Volumen ihrer Seekajaks aussagen. Ob sie das nicht können, nicht wollen oder nicht für wichtig erachten, darüber muss jeder hier selber sich ein Urteil bilden.

 

Text: Udo Beier