29.03.2012 Küstentauglicher Bootswagen (Ausrüstung)

 

In KANU-MAGAZIN stellt Falk Bruder in dem Beitrag:

 

„Machen Sie Ihrem Boot Beine.

Worauf achten bei der Wahl des Bootswagens“

 

6 Bootswagen unterschiedlicher Hersteller vor und zählt auf, auf was alles zu achten ist.

 

Ein Punkt betrifft die richtige Position des Kajaks auf dem Bootswagen:

 

Wenn das Kajak schwer ist, ist es für denjenigen, der das Kajak zieht, am leichtesten, wenn es mittig – also in Höhe des Gewichtsschwerpunktes auf den Bootswagen geladen wird. Wir brauchen das Kajak nur zu ziehen, aber nicht noch zusätzlich zu tragen.

 

Leider wird jedoch nicht darauf hingewiesen, dass bei sehr weichem Gelände (z.B. Sand oder Watt) die Räder eines Bootswagens desto tiefer eingedrückt werden können, je mehr Last der Bootswagen zu tragen hat. Um dem entgegenzuwirken, legen wir das Seekajak nicht mittig auf den Bootswagen. Dann muss wohl während des Transportes ein Teil der Last der Kanute selber, statt sein Bootswagen tragen, aber er kommt wenigstens voran!

 

Es empfiehlt sich daher, bei einem Seekajak in schwierigem Gelände den Bootswagen hinter der Sitzluke zu befestigen, also etwa zwischen zweitem und drittem Drittel des Seekajaks. Will der Bootswagen dann immer noch nicht so richtig rollen, sollte der Bootswagen noch weiter nach hinten bis Ende des dritten Viertels verlagert werden, was jedoch heißen würde, dass wir ca. 75% unseres Seekajaks selber tragen müsste. Reicht das immer noch nicht, muss:

 

 

Auf die richtige Räderwahl in Abhängigkeit vom Untergrund wird jedoch in dem Beitrag ausführlich verwiesen und auch auf jene Aspekte, dass:

 

 

Natürlich sollte ein Bootswagen auch geländegängig, leicht verstaubar, leicht aber stabil und korrosionsbeständig sein. Gerade bei Salzwassertouren ist letzteres sehr wichtig und zwar gilt das für jedes Teil des Bootswagens (also: das Bootswagengestell, die Räder samt ihrer Verschlüsse und die Schnallen der beiden Festmachergurte).

 

Und – leider wird darauf ebenfalls nicht hingewiesen – insbesondere bei Salzwassertouren ist es wichtig, dass zumindest das Bootswagengestell sich so klein verpacken lässt, dass es quasi noch in ein voll beladenes Seekajak passt; denn es reicht schon, wenn u.U. die Räder als Deckslast verpackt werden müssen. Käme dann noch obendrauf das Bootswagengestell, könnte nach einer Kenterung die erfolgreiche Anwendung einzelner Rettungstechnik gefährdet sein. Daraus lässt sich folgern, dass es sich beim Küstenkanuwandern nicht empfiehlt, den Bootswagen samt montierten Rädern umgedreht auf dem Achterdeck festzumachen.

 

Unter dem Blickwinkel des Küstenkanuwanderns (darauf geht KANU-MAGAZIN jedoch nicht ein!) eignet sich daher von den 6 vorgestellten Bootswagen nur ein einziger, nämlich der von ZÖLZER gebaute „OKER I Edelstahl“ (Nicht zu verwechseln mit dem im KANU-MAGAZIN abgebildeten Modell „OKER I“ (aus Alu)!): Er wiegt 2,8 kg, ist für 50 kg Tragkraft ausgelegt, wird nur mit breiten Schaumrädern (25x7 cm; mit Gleitlager) ausgeliefert, das zusammengelegte Gestell hat die folgenden Maße: 50 cm lang plus 20 cm Umfang.

 

Übrigens, einst wurde das Grund-Modell von zwei Kieler Studenten entwickelt (ausgeliefert mit großen Rädern (30x4,8 cm) und kleinen Rädern (19,5x4,8 cm), wobei diese kleinen Räder nur für festen Untergrund zu empfehlen sind) und später von LETTMANN nachgebaut (aber nicht vertrieben, da er nicht bereit gewesen sein sollte, die geforderten Lizenzgebühren für den damals noch unter Gebrauchsmusterschutz stehenden Bootswagen zu bezahlen(!?)). Dann so um 2004 „tauchte“ Freya Hoffmeister auf, sah das Modell, lieh es sich aus, ließ die Einzelteil von einem Metallhandwerker nachbauen und bot es ein paar Wochen später für einige Jahre als Serienmodell an.

 

Seit einiger Zeit hat nun ZÖLZER das Konstruktionsprinzip bei seinem Edelstahlmodell „OKER I“ (nicht bei dem Alu-Modell!) aufgegriffen, bei dem das Gestänge von Elastikleinen zusammengehalten wird. Leider hat ZÖLZER bis 2011 zu dünne bzw. zu elastische Elastikleinen verwendet, sodass nicht erst im schlickigen Watt die Gefahr besteht, dass beim Anheben des Bootes samt Bootswagen der Bootswagen allzu leicht im Schlick hängen bleibt und das Gestell sich auseinander zieht!? Wie ich mich bei einem Modell von 2012 überzeugen konnte, hat ZÖLZER dieses Problem nun beseitigt. Er hat das Edelstahlmodell mit zwei Extra-Gummis ausgerüstet, die das Auseinanderziehen des Bootswagengestells verhindern. Das überarbeitete Modell ist bei ZÖLZER für ca. 200,- Euro erhältlich. Vorsichtshalber sollte man jedoch bei der Bestellung angeben, dass man das Edelstahlmodell haben möchte, welches mit den „Extra-Gummis“ ausgestattet ist.

 

Was die von ZÖLZER verwendeten Räder betrifft, dürfte eigentlich kaum was auszusetzen sein, obwohl ich persönlich je nach Bodenbeschaffenheit lieber Räder der Größe 30x4,8 cm bzw. 19,5x4,8 cm verwende. Freya griff auf Baumarkträder zurück (die sich eigentlich bewährt haben) und für die im Vergleich zu den ZÖLZER-Rädern Folgendes zutrifft:

 

 

Letzteres ist nicht ganz unwichtig; denn z.B. beim Lagern auf dem Achterdeck muss man die Räder ja irgendwie befestigen können. Die ZÖLZER-Räder haben eine Felge mit 5 Öffnungen. Dort hindurch kann ohne Probleme eine Befestigungsleine gezogen werden.

 

Zum Schluss noch ein „Spruch“ mit einem „wahren“ Kern:

 

 

Vielleicht hilft er einem bei der Kaufentscheidungsfindung!?

 

Text: U.Beier

Quelle: KANU-MAGAZIN, Nr.2/12, S.60ff. – www.kanumagazin.de

Link: www.kanu.de/nuke/downloads/Bootswagen.pdf