29.05.2012 12 Rettungswesten (275-N-Klasse) im YACHT-Test (Ausrüstung)

 

In der YACHT berichtet H.Schmidt in dem Beitrag:

 

„Auftriebsriesen“

 

über die Testergebnisse von insgesamt 12 Rettungswesten der 275-Newton-Klasse (= mind. 27,5 kg Auftrieb).

 

Am besten schnitten die folgenden Modelle ab:

 

„Scout 3 D“ (Hersteller/Anbieter: Secumar)

 

„Crewfit 290 N“ (Hersteller: Crewsaver; Vertrieb: Crewsail)

 

„300N Premium“ (Hersteller: Lade OY Estonia; Vertrieb: Marinepool)

 

Es handelt sich hierbei allesamt um Rettungswesten, die im aufgeblasenen Zustand so voluminös erscheinen, dass damit nach einer Kenterung kein Wiedereinstieg ins Seekajak mehr möglich sein wird.

 

Die Ohnmachtssicherheit wurde – im Gegensatz zu den 150-N-Westen, bei denen der Über-Bord-Gehende voll bekleidet sich rückwärts ins Wasser fallen ließ - wie folgt getestet: Die Versuchsperson, bekleidet mit Ölzeug und Seglerstiefeln, ließ sich mit dem Gesicht nach vorne/unten ins Wasser fallen, um das „Drehverhalten“ der 275-N-Weste von Bauchlage zu Rückenlage zu prüfen. Insgesamt 6 Westen (= 50%) gelang es, die Versuchsperson trotz des Auftriebs der in der Kleidung eingeschlossenen Luft in die ohnmachtssichere Rückenlage zu drehen, und zwar neben den drei oben genannten Rettungswesten auch die folgenden Westen (Preis: ca. 100,- Euro):

 

„Professional 275“ (Hersteller: Lade OY Estonia; Anbieter: Compass)

„Pilot 275“ (Hersteller: Plastimo Marine, Vertrieb: Navimo)

„Virginia 275“ (Hersteller: A-Tech, Vertrieb: Sostechnic)

 

Fazit

 

In Anbetracht dessen, dass die 275-N-Rettungswesten im aufgeblasenen Zustand zu voluminös sind und dadurch nach einer Kenterung beim Wiedereinstieg hinderlich sind, sind solche Westen eigentlich nur für „echte“ Offshore-Seakayaker geeignet, die solo paddeln und sich tagelang weitab von der Küste aufhalten.

 

Die 150-N-Rettungswesten sind demgegenüber „eingefleischten“ Solo-Küstenkanuwanderern zu empfehlen, die auch noch unterwegs sind, wenn es mit 5 Bft. und mehr weht (= ab Salzwasserschwierigkeitsgrad: SSG III).

 

Küstenkanuwanderer, die nur im Schutz einer Gruppe hinaus aufs Meer paddeln, genügt dagegen eine Schwimmweste, sofern die Mehrzahl der Mitpaddler seetüchtig ist, also in einem „kentertüchtigen“ Seekajak paddeln und die nötigen Rettungstechniken beherrschen.

 

Nicht seetüchtige Paddler, also jene, die die Rettungstechniken nicht beherrschen und die mit anderen unterwegs sind, die nicht in der Lage sind, einem „Kenterbruder“ beim Wiedereinstieg zu helfen, denen ist bei jedem Wetter eine Rettungsweste zu empfehlen; denn diese Kameraden werden im Seenotfall an Land „flüchten“, um dort Hilfe anzufordern, während der „Kenterbruder“ draußen allein im Seegang treibt, da er irgendwann den Griffhalt zu seinem Seekajak verloren hat.

 

Text: U.Beier

Quelle: YACHT, Nr. 12/2012, S.78-85 – www.yacht.de

Link: www.kuestenkanuwandern.de/ausruest/120510.html