08.12.2012 9 Stirnlampen zur Auswahl (Ausrüstung)

 

Im KAJAK-MAGAZIN stellt Jörg Knorr in dem Beitrag:

 

„Von der Stirnfunzel zum Kopfscheinwerfer“

 

9 verschiedene Stirnlampen vor. Es handelt sich dabei wohl eher um einen Vergleich von Prospektdaten (z.B. Wasserschutz nach IP, Lumen, Lichtdauer, Gewicht), nicht jedoch um einen vergleichenden Test.

 

Erwähnenswert halte ich folgende beiden Lampen:

 

BLACK DIAMOND „Icon“:

plus: als einzige Lampe wasserdicht nach IPX7 (è 30 Min. 1 Meter Wassertiefe);

plus: bis 200 Lumen hell;

minus: 232 g schwer, dafür 4x AA-Batterien;

minus: viel „Gerödle“ auf dem Kopf, u.a. wegen zusätzlichem Band über den Kopf und spiralförmigen Stromkabel zum Batteriefach;

?: keine Info darüber, ob der Ein/Aus-Schalter im verpackten Zustand versehentlich angeschaltet werden kann!?

 

MAMMUT „X-Shot“:

plus/minus: erfüllt nur IPX6 (è 3-minütiges starkes Strahlwasser aus jeder Richtung (100 Liter/Min.)), wobei der Literatur nicht zu entnehmen ist, ob Stufe 6 wasserdichter ist als Stufe 7 !?

plus: bis 200 Lumen hell;

plus: 150 g schwer, dafür 3x AA-Batterien;

plus: rotes Rücklicht auf dem hinteren Batteriebehälter (dann haben die Mitpaddler es leichter, einem in Dunkeln zu entdecken);

plus: einfaches Kopfband, was beim Paddeln ausreichen müsste!?

plus: Doppel-Klickfunktion verhindert unbeabsichtigtes Anschalten.

 

In Anbetracht dessen, dass dieser Bericht in einer Paddel-Zeitschrift erscheint, wundert es schon, dass ausführlich über die Eignung der Lampen für Radfahrer, Jogger, Wanderer/Trekker/Bergsteiger geschrieben wird, wir aber überhaupt nichts über die Eignung fürs Paddeln erfahren!

 

Wir finden wohl den tabellarischen Hinweis „Wasserschutz“. Der begnügt sich jedoch auf den kurzen Hinweis „nach Standard IPXY“, ohne jedoch zu erwähnen, dass die vier Lampen, die nur IPX4 bzw. IPX5 erfüllen, eigentlich für unseren Wassersport nicht geeignet sind (4 = geschützt gegen Sprühwasser aus allen Richtungen; 5 = geschützt gegen Strahlwasser aus allen Richtungen (12,5 Liter/Min.)), und zwar erfüllen IPX4 nur „LED Lenser H14“, „Petzl Tikka XP2“, „liteXpress Liberty 121 Sensor“ und IPX5 nur „Light & Motion Solite 100“.

 

Ja, wenn eine Zeitschrift nicht seine (potenziellen) Anzeigenkunden verärgern möchte, muss ein Autor in der Lage seine, auf Kritik zu verzichten bzw. sie so zu verstecken, dass sie eigentlich keinem mehr auffällt. Das trifft z.B. auch für das Eigenschaftsmerkmal „Schutz gegen versehentlichen Anschalten“ zu. Was nützt uns die beste Lampe, wenn wir sie abends aus dem Gepäcksack kramen und feststellen müssen, dass wir sie vorher beim Verpacken versehentlich angeschaltet haben!? Nun, der Autor weist nur bei der MAMMUT-Lampe darauf hin, dass sie „vor unbeabsichtigten Anschalten gesichert“ ist, was wahrscheinlich bedeutet, dass alle anderen 8 Lampen nicht über solch eine Sicherung verfügen.

 

Außerdem erwähnt der Autor nur bei der LIGHT & MOTION-Lampe, dass „der Akku am Hinterkopf kaum wahrnehmbar ist“, woraus wir selber schließen können, dass bei den anderen vier Lampen das Batteriefach hinten am Stirnband stört!?

 

Schließlich stellt sich die Frage, warum für die Leser einer Paddel-Zeitschrift nicht eine andere Auswahl von Stirnlampen vorgenommen wird, und zwar eine Auswahl von Lampen, die alle zumindest IPX7 erfüllen (è dicht bis 1 m Wassertiefe für 30 Min.).

 

Z.B. werden solche Stirnlampen (inkl. einfachem Kopfband, kein extra Batteriefach am Hinterkopf) angeboten von:

 

SILVA „Ninox“:

IPX7: 30 Minuten dicht bis 1 m Wassertiefe;

max. 110 Lumen; max. 50 m Leuchtweite,

30-50 h Dauerlicht, 3x AAA-Batterien; 85 g,

Einschaltsicherung durch Verdecken des Schalters.

http://silva.se/node/65

 

und von:

 

FENIX „HL21“:

IPX8: 30 Minuten dicht bis 2 m Wassertiefe;

max. 90 Lumen; max. 93 m Leuchtweite;

2:53 h Dauerlicht;1x AA-Batterie; 87 g;

mit ungesichertem Druckschalter

www.fenixlight.de/pages/stirnlampen/hl21.php

 

liteXpress „Liberty Aqua 1“:

IPX8: dicht bis 30 m Wassertiefe;

max. 137 Lumen; max. 112 m Leuchtweite;

1:20 h Dauerlicht; 4x AAA-Batterien; 180 g; mit Drehschalter.

www.litexpress.com/de/stirnlampen/liberty/liberty-aqua-1/

 

SPARK „ST6-500 CW“:

IPX8: besser als IPX7

max. 500 Lumen; max. ca. 50 m Leuchtweite;

1,4 – 192 h Dauerlicht; 2x Cr 123-Batterien; 171 g;

jedoch mit doppeltem Kopfband und mit ungesichertem Druckschalter.

www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=204437

 

Zur Info:

Die Leuchtweite hat was mit der Bündelung des Lichtstrahls zu tun; deshalb kann eine Lampe mit weniger Lumen bei schmaler Lichtbündelung weiter leuchten als eine Lampe mit viel Lumen aber breiter Lichtbündelung.

Außerdem gibt es anscheinend keine einheitliche Norm zur Lumen-Bestimmung; zumindest fand ich in einem Lampen-Forum mal den Hinweis auf „China“-Lumen, als ob für Lampen aus chinesischer Produktion mit Lumen-Angaben geworben wird, die um 100 % zu hoch angesetzt sind.

Und: IPX8 setzt einen Schutz voraus, der IPX7 übersteigt, was jedoch genau zu spezifizieren ist. Bei der SPARK-Lampe fehlt diese Info:

www.kuestenkanuwandern.de/ausruest/120930.html

 

Übrigens, eine Stirnlampe dient der Orientierung zu Land und auf dem Wasser (z.B. Lesen der Karte, Ablesen des Kompass, Hilfe nach einer Kenterung, Identifizierung von Hindernissen, Warnung Dritter). Sie ersetzt nicht das von den Schifffahrtsstraßenordnungen geforderte weiße Positionslicht:

 

www.kanu.de/nuke/downloads/Nachtpaddeln.pdf

www.kanu.de/nuke/downloads/Beleuchtung.pdf

 

Text: Udo Beier

Quelle: KAJAK-MAGAZIN, Nr. 1/13, S.50-53 – www.kajak-magazin.com