08.02.2013 GREENLAND GT (545x54 cm) von ZEGUL (Ausrüstung)

 

Im KAJAK-MAGAZIN veröffentlicht Björn Nehrhoff von Holderberg den folgenden Beitrag:

 

„Zegul Greenland GT: Voluminöser Allrounder in Greenland-Style-Optik“

 

In dem Bericht stellt er den „Greenland GT“ vor und deutet seine Fahreigenschaften an.

 

„Greenland GT“: (Knickspant/Skeg) (Zuladung: 135 kg)

Grundmaße: 545x54 cm; ca. 17-24 kg; ??? Liter Vol.; starre Schenkelstützen

Sitzluke: 82x45 cm (Außenmaße?)

elastische Gepäcklukendeckel: Ø 24 cm Bug / Ø 15 cm Tagesluke (hinten) + Oval: 44x26 cm Heck

Link: www.zegulmarine.com/kayaks/zegul-greenland-gt/

 

Vom Namen her besteht eine Verwandtschaft zu den beiden folgenden Modellen von ZEGUL (früher unter der Marke „TAHE“ geführt):

 

„Greenland“: (Knickspant/Skeg) (Zuladung: 100 kg)

Grundmaße: 543x50 cm, ca. 16-22 kg; ca. 224 Liter Vol.

Sitzluke: 47x39 cm (Innenmaße); 22 cm Innenhöhe vorne / 13 cm Außenhöhe hinten

elastische Gepäcklukendeckel: Ø 24 cm Bug / Ø 24 cm Heck

 

„Greenland T“: (Knickspant/Skeg) (Zuladung: 135 kg)

Grundmaße: 545x53 cm; ca. 17-24 kg; ca. 250 Liter Vol.; starre Schenkelstützen

Sitzluke: 78x40 cm (Innenmaße); 26 cm Innenhöhe vorne / 15 cm Außenhöhe hinten

elastische Gepäcklukendeckel: Ø 24 cm Bug / Ø 15 cm Tagesluke (hinten) + Oval: 44x26 cm Heck

 

Der Unterschied dieser 3 Seekajaks liegt hauptsächlich im Volumen. Während die beiden als erstes auf dem Markt gekommenen Boote mit ca. 224 Liter Volumen und ca. 250 Liter Volumen noch sehr dicht beieinander liegen und der Volumenklasse „XS“ zugeordnet werden können (è nasslaufend, wenig Windwiderstand, eher geeignet als „Rollmaschine“ und nichts für Gepäcktouren), gehört der „Greenland GT“ einer höheren Volumenklasse an.

 

Leider erfahren wir jedoch aus der Homepage www.zegulmarine.com nichts über das Volumen, sondern nur etwas über die (max.?) Zuladung („approx. Capacity“) (è 135 kg). Und auch der Autor dieses Berichts macht sich nicht die Mühe, das neueste Seekajak von Zegul/Tahe auszulitern. Schade, handelt es sich doch um eine zentrale Maßangabe, die man z.B.  mit Hilfe einer geeigneten Wasseruhr (für ca. 15,- Euro) ermitteln kann.

 

Dem Leser dieses Berichts bleibt also nichts anderes übrig, als aus der Überschrift des Artikels „Voluminöser Allrounder“ und aus dem konkreten Hinweis des Autors „Das Cockpit bietet wirklich viel Platz für große Paddler. Mit meinen 189 cm bekomme ich die Beine ohne Änderung der Sitzposition heraus und herein.“ in Verbindung mit dem vagen Hinweis „… das ausgeprägte Volumen sorgt dafür, dass mit dem GT auch längere Touren mit mehr Gepäck durchgeführt werden können.“ auf das tatsächliche Volumen zu schließen.

 

Dabei könnte die Angabe über die (max.?) Zuladung/Kapazität/Tragfähigkeit von 135 kg einen weiteren Hinweis liefern?! Wenn man aber berücksichtigt, dass beim „Greenland“ (ca. 224 Liter Vol.) die Zuladung lt. Hersteller bei 100 kg und beim  „Greenland T“ (ca. 250 Liter Vol.) bei 135 kg liegen soll, dann dürfte beim „Greenland GT“, dessen Zuladung ja lt. Hersteller ebenfalls bei 135 kg liegt, das Gesamtvolumen keine 275 Liter übersteigen ….wenn, ja wenn nicht ein anderes Seekajak von ZEGUL, nämlich der „Baidarka“ (548x55 cm; ca. 357 Liter Vol.) lt. Hersteller eine Zuladung von 140 kg hätte. Nun, irgendwas stimmt hier nicht mit den Daten von ZEGUL. Wahrscheinlich wurden die Werte für die maximale Zuladung nur geschätzt, wobei diese Schätzung wohl stark von dem Wunsch beeinflusst wurde, dass möglichst viele Kanuten diese Kajaks als für sich geeignet ansehen sollen.

 

Es ist bedauerlich, dass eine Fachzeitschrift, die ja in erster Linie von ihren Lesern lebt, hier für so wenig Aufklärung sorgt. Natürlich möchte der Leser etwas über die Fahreigenschaften eines Seekajaks erfahren, aber technische Daten sollten sich nicht nur auf Länge und Breite von Kajak und Sitzluke beschränken. Weitere Daten sind wünschenswert (z.B. Volumen und Volumenverteilung auf Bug und Heck, tatsächliches Gewicht, Innenmaße für die Sitzluke (und zwar: Länge/Breite, Innenhöhe vorne, Außenhöhe hinten), Wasserlinienlänge, Wasserwiderstand). Der us-amerikanische SEA KAYAKER zeigt mit seinen Testberichten („Kayak Reviews“), dass das möglich ist. Leider hat sich das bei KAJAK-MAGAZIN; KANU-MAGAZIN, KANU-SPORT und OCEAN PADDLER noch nicht herumgesprochen.

 

Genug der „Datenschelte“, welche (Fahr-)Eigenschaften hat nun lt. Björn Nehrhoff von Holderberg der „Greenland GT“?

 

Der Autor – ein erfahrener Küstenkanuwanderer und „Haus“-Autor von KAJAK-MAGAZIN – ist voll des Lobes! … zu viel des Lobes? Leider berichtet er nicht, bei welchen Gewässerbedingungen er mit wie viel Gepäck gepaddelt ist. Außerdem wäre es interessant gewesen zu erfahren, wie das seine Lebensgefährtin, die ja auch eine Küstenkanuwanderin ist, sieht.

 

Text: Udo Beier

Quelle: KAJAK-MAGAZIN, Nr. 2/13, S.94 – www.kajak-magazin.com

Link: www.zegulmarine.com/kayaks/zegul-greenland-gt/