27.03.2013 Wasserdichtes Handy (Ausrüstung)

 

Wozu brauchen wir eigentlich ein wasserdichtes Handy?

Reicht es nicht aus, wenn wir unser Handy z.B. in ein wasserdichtes Gepäckfach vor der Sitzluke verstauen oder in einem wasserdichten Gepäcksack?

Oder genügt es nicht, wenn wir das Handy in einer wasserdichten Hülle verstauen?

Und warum soll es griffbereit gelagert werden?

 

Nun, solange wir auf dem Meer (oder einem Großgewässer) paddeln, muss es uns möglich sein, u.a. per Handy einen Seenotfall zu melden. Voraussetzung dafür ist es, dass das Handy griffbereit am Körper verstaut wird, wasserdicht ist und sitzend in einem Kajak bzw. – als „Kenterbruder“ – schwimmend im Wasser bedient & benutzt werden kann.

 

Es genügt daher nicht, ein Handy wasserdicht wegzupacken, z.B. unter Deck in einem Gepäcksack oder auf Deck in ein Staufach. Der Gepäcksack ist auf dem Wasser bei Wind & Welle – wenn überhaupt – nur schwer erreichbar. Demgegenüber ist wohl das Staufach – z.B. direkt auf dem Kartendeck - erreichbar, aber das heißt noch lange nicht – und das gilt gleichermaßen auch für den Gepäcksack – dass bei einem Seenotfall das Handy sofort gefunden, herausgeholt und so benutzt werden kann, dass es nicht nass wird. Voraussetzung für die Nutzung eines Handys während eines Seenotfalls ist daher, dass das Handy entweder wasserdicht ist oder zumindest in einer wasserdichten Hülle verpackt ist. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Handy griffbereit nicht auf Deck, sondern am Körper – z.B. in einer Tasche der Schwimmweste – verstaut wird; denn wie sonst könnte ein „Kenterbruder“, der zu allem Unglück bei dem Seegang nicht nur kenterte, sondern auch noch sein Seekajak verloren hatte, an sein Handy kommen und es nutzen?

 

Optimal für das Küstenkanuwandern ist ein Handy, das auch ohne Hülle wasserdicht ist. Die Frage ist nun, ob solche Handys auch angeboten werden?

 

In der YACHT berichtet N.Theurer in dem Beitrag:

 

„Auf Tauchstation“

 

über den Test, wie wasserdicht insgesamt 9 Handys und 6 Smartphones sind, die lt. Herstellerangabe u.a. einen der beiden IP-Standards erfüllen:

 

 

è www.kuestenkanuwandern.de/ausruest/120930.html

 

Erwähnenswert ist hierbei Folgendes:

 

 

Übrigens, dass „MTT Super-Robust“ verfügt über den stärksten, aber nicht auswechselbaren (!?) Akku (3.600 Ah) und die längste Sprechzeit (30 h).

 

Leider macht YACHT keine gerätespezifischen Aussagen über

 

 

was wichtig ist, wenn der Nutzer ins Wasser fällt und danach bei Wind, Welle & Wasser versucht, mit dem Handy Kontakt mit der Seenotrettung aufzunehmen:

 

Seenotfallmeldung per Handy:

Deutschland: Tel. 124124 oder Tel. 0049-421536870) aufzunehmen!

Ausland: Tel. 0049-421 536 870 (Weitervermittlung durch Seenotrettung Bremen)

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Dänemark: Tel. 0045-666 348 00

Finnland: Tel. 112 oder 00358-20 410 00

Frankreich: Tel. 112 oder 1616

Griechenland: Tel. 108

Großbritannien: Tel. 112

Irland: Tel. 112

Island: Tel. 112 oder 00354-54 521 00

Italien: Tel. 1530

Kroatien: Tel. 9155 oder 00385-51 9155

Niederlande: Tel. 112 oder 0031-900 0111

Norwegen: Tel. 120 oder 0047-227 743 60

                                oder 0047-515 170 00 (Stavanger) oder 0047-755 590 00 (Bodö)

Portugal: Tel. 112

Schweden: Tel. 112 oder 0046-860 179 00 (Stockholm)

                                 oder 0046-463 169 9080 (Göteborg)

Spanien: Tel. 0034-900 202 202

Türkei: Tel. 158 oder 0090-312 158 0000

Quelle: www.skipperguide.de

Bei Antritt einer Tour ins Ausland ist die Aktualität der jeweilig gültigen Telefon-Nr. zu überprüfen.

 

Dafür wurde festgestellt, dass bei Smartphones Wassertropfen auf dem Display die Bedienbarkeit beeinträchtigen, mit einer Ausnahme, die aber dafür nicht wasserdicht war.

 

Text: U.Beier

Quelle: YACHT, Nr. 8/13, S.78-85 – www.yacht.de

Link: Testdaten-Tabelle è www.onedirect.com/pics/MTT/yacht-08-13.pdf