30.09.2013 “Biskaya LV“ (Skeg) 535x53,5 cm; 295 Lit. Vol.) von LETTMANN (Ausrüstung)

 

In KANU-SPORT berichtet Lars Everding in dem Beitrag

 

„Praxis: Seekajak-Bootstest – Lettmann Biskaya LV“

 

über das Seekajak „Biskaya“, welches LETTMANN erstes Seekajak ist, das extra als Skeg-Seekajak konzipiert wurde. Ansonsten bietet jedoch LETTMANN fast alle seine anderen Seekajaks auf Wunsch ebenfalls mit Skeg an (Ausnahme: jene Seekajaks mit integrierter Steueranlage, wie „Nordstern“, „Hanseat“ und „Godthab XL“)

 

Der „Biskaya“ wird in 3 verschiedenen Volumengrößen angeboten, und zwar:

 

 

Insofern müsste für all jene Küstenkanuwanderinnen und -wanderer, die sich für den „Biskaya“ interessieren, eine Variante mit einem geeigneten Volumen zu finden sein. Für welches Volumen sie sich entscheiden werden, hängt zum einen vom Sitzhalt & -komfort im Cockpit ab (wobei die Süllrandmaße von allen drei Volumenvarianten identisch sind: 79x40 cm Innenlänge) und zum anderen vom zu transportierenden Gesamtgewicht (= Boots-, Körpergewicht und Ausrüstungsgewicht). D.h. wer nur Tagestouren plant, der kann sich eher für ein niedrigeres Volumen entscheiden, als jene, die stets eine Woche & länger mit dem „Biskaya“ unterwegs sein möchten.

 

Und wer es sich nicht zutraut, den Skeg-Biskaya zu beherrschen (ist es doch ein Unterschied, ob nur kurzweilige Spritztouren oder tagelange Gepäckfahrten unternommen werden), der kann sich für jene Ausrüstungsvariante entscheiden, die LETTMANN mit einem „integrierten Steuerskeg“ ausstattet. Es handelt sich hierbei um eine Variante von LETTMANNs „integrierte Steueranlage“ (wie wir sie z.B. vom „Nordstern“ her kennen), mit dem Unterschied jedoch, dass das Steuerblatt nicht am Ende des Hecks, sondern – wie ein Skeg – unter dem Heck platziert wird. Diese Platzierung hat dabei den Vorteil, dass das Steuerblatt sowohl als Skeg (zum Korrigieren von Luv- bzw. Leegierigkeit) oder – im voll ausgefahren Zustand – als Steuer (zum aktiven Kurvenfahren) eingesetzt werden kann.

 

2012 hatte ich die Gelegenheit, einen „Biskaya“ mit Steuerskeg während einer 4-tägigen Gepäckfahrt bei bis zu 6 Bft. zwischen den nordfriesischen Halligen zu paddeln. Es handelte sich dabei um eines der ersten Serienmodelle, dessen Steuerskeg mir bei den Gewässerbedingungen schon am ersten Tag große Probleme bereitete, Probleme die mir auf Binnengewässern zuvor nicht auffielen: Die Steuerpedalausschläge waren so „schwammig“, dass Fußbewegungen nicht hinten beim Steuerblatt ankamen (Grund: zu elastische Steuerpedalen bzw. Steuerleinen?). Außerdem riss am Ende des ersten Tages, die Leine, mit der das Steuerblatt verstellt werden konnte. (Siehe hierzu mein zusammenfassender Fahrbericht:

 

è www.kanu.de/nuke/downloads/Kajak-Biskaya-Lettmann.pdf ).

 

Lars Everding hat nun seinerseits die Skeg-Variante des „Biskaya LV“ anlässlich von Tages- und Mehrtagestouren mehrere Monate unter realistischen Gewässerbedingungen getestet. Er hatte nichts an dem „Biskaya LV“ auszusetzen. Das kann für den „Biskaya“ sprechen, aber auch gegen den „Tester“. Vielleicht bestätigt das auch nur die These, dass die „Fahrt durchs Wasser“ zu 80 % von der Person und nur zu 20 % vom Seekajak bestimmt wird. D.h. wer ein exzellenter Seakayaker ist, der kommt mit jedem „guten“ Seekajak „sehr gut“ zurecht. M.E. spricht nichts dagegen, dass der „Biskaya“ ein „gutes“ Allround-Seekajak ist. Sein Design ist nicht „extravagant“, seine Abmessungen sind in Ordnung, d.h. liegen so zwischen 500 - 550 cm  Länge und 52 - 58 cm Breite, sowie die Volumen-Varianten scheinen zumindest von der Papierform her okay zu sein (Vorsicht, ich habe persönlich die 330-Liter-Variante mit 360 Liter ausgelitert!?).

 

Wem der „Biskaya“ zu kurz ist, der kann sich ja für den – dann jedoch weniger wendigen, aber auch weniger voluminösen – „Skinner“ (mit Steuerskeg) (560x54 cm; ca. 285 Liter Vol.) entscheiden, und wem er zu langsam ist, der sollte sich mal jene auf Schnelligkeit getrimmten Seekajaks (ab 550 cm Länge) anschauen, die sich neuerdings allesamt dadurch auszeichnen, dass es am Bug und Heck keine solchen Überhänge mehr gibt, die für die grönländischen Kajaks so typisch sind. Auf diese Weise erreicht man nämlich, dass die Wasserlinienlänge nahezu mit der Länge über Alles übereinstimmt und so die Bootsbauweisheit „Länge läuft!“ richtig zur Geltung kommt. Übrigens, LETTMANN bietet auch solch ein Seekajak an, nämlich den „Speedliner“ (mit Klappsteuer) (585x53 cm; ca. 389 Liter Vol.).

 

Text: Udo Beier

Quelle: KANU-SPORT, Nr. 9/13, S.40-41 – www.kanu.de

s. auch: SEEKAJAK, Nr. 136/13, S.32-34 – www.salzwasserunion.de