07.05.2003 Ausweichsregeln (Befahrensregelung/Recht)

In der YACHT berichtet Chr.Schumann in dem Beitrag:

"Unheimliche Begegnungen"

einen Überblick über die geltenden Ausweichregeln entlang der Küste.

Folgende Punkte sind - inkl. einiger Ergänzung von mir - hervorhebenswert:

In der SeeSchStrO steht dazu in § 23 noch Folgendes, worauf der Autor nicht hinweist:

  1. "Grundsätzlich muss links überholt werden. Soweit die Umstände des Falles es erfordern, darf rechts überholt werden."
  2. Der Überhohler muss "die Fahrt so weit herabsetzen oder einen solchen seitlichen Abstand vom vorausfahrenden Fahrzeug einhalten, dass kein gefährlicher Sog entstehen kann und während des ganzen Überholmanövers jede Gefährdung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist". Und weiter: "Das vorausfahrende Fahrzeug muss das Überholen soweit wie möglich erleichtern."
  1. "Kann in einem Fahrwasser nur unter Mitwirkung des zu überholenden Fahrzeugs sicher überholt werden, so ist das Überholen nur erlaubt, wenn das zu überholende Fahrzeug auf eine entsprechende Anfrage oder Anzeige des überholenden Fahrzeug hin eindeutig zugestimmt hat."

Zusätzlich wird in KVR Regel 9 (b) (Enge Fahrwasser) noch Folgendes vorgeschrieben: "Ein Fahrzeug von weniger als 20 m Länge ... darf nicht die Durchfahrt eines Fahrzeugs behindern, das nur innerhalb eines engen Fahrwasser sicher fahren kann."

Dabei gilt auch die KVR Regel 8 (e) zu bedenken: "Um einen Zusammenstoß zu vermeiden oder mehr Zeit zur Beurteilung der Lage zu gewinnen, muss ein Fahrzeug erforderlichenfalls seine Fahrt mindern oder durch Stoppen oder Rückwärtsgehen jegliche Fahrt wegnehmen."

D.h. wird ein Kanute von einem Fährschiff in einem engen Fahrwasser überholt, ist es zumutbar, dass er das Fahrwasser verlässt, damit das Fährschiff sicher vorbei kommt (KVR Regel 9 (b)), und gegebenenfalls seine Fahrt stoppt (KVR Regel 8 (e)). Aber die Fähre sollte die Fahrt herunter nehmen, damit der Kanute im Flachen nicht von dessen Schwell gefährdet wird (§ 23 (2)) und zusätzlich durch einen Signalton auf seine Schwierigkeiten beim Überholen hinweisen (§ 23 (4)).

Dies ist wichtig zu wissen, denn die "in einem Fahrwasser fahrenden Fahrzeuge haben Vorfahrt gegenüber Fahrzeugen, die in das Fahrwasser einlaufen, das Fahrwasser queren, im Fahrwasser drehen ..." (§25 (2) SeeSchStrO)

Aber: "Wer ein Fahrwasser in Längsrichtung befährt, darf nicht mehr als 10° davon abweichen - ansonsten gilt er als kreuzendes oder querendes Fahrzeug."

Und: "Wer außerhalb des Fahrwassers fährt, sollte dies so deutlich tun, das es jeder erkennen kann." (§22 (2) SeeSchStrO)

Quelle: YACHT, Nr. 10/03, S.46-51 - www.yacht.de

Literatur: Gesetzestext "KVR/SeeSchStrO", Delius Klasing Verlag, 2. Aufl. 1999

Weiere Infos zu "Ausweich- und Fahrregeln" sind abrufbar unter:

www.hamburger-kanu-verband.de/aktuellall.php?sparte=7 > Info v. 28.02.03