06.04.2005 50 Jahre Lindemann-Atlantik-Überquerung (Geschichte)

 

In der YACHT erinnert Udo Hinnerkopf in dem Beitrag:

 

„Kurs West! Nicht aufgeben!“

 

an Hannes Lindemanns (nunmehr 82 Jahre alt) erste Atlantiküberquerung im Einbaum. 1956, also 1 Jahr später, wiederholte er die ca. 4.800 km lange Querung in einem Faltboot, wobei er jedoch mehr über den Ozean gesegelt als gepaddelt ist.

 

Quelle: YACHT, Nr. 8/05, S.64-67 – www.yacht.de

 

Anmerkungen U.Beier: Übrigens:

 

è www.kuestenkanuwandern.de/aktuell.html > Info v. 10.09.03 (Geschichte)

è www.kuestenkanuwandern.de/aktuell.html > Info v. 8.04.04 (Geschichte)

è www.seakayakermag.com/02Feb/atlantic01.htm

è www.outdoorchalenge.co.uk/nakc2000

è www.kuestenkanuwandern.de/akutell.html > Info vom 19.01.2002 (Abenteuer)

 

Dr. med. Hannes Lindemann hat die Erlebnisse seiner Touren in dem Buch

 

„Allein über den Ozean“ (Edition Maritim (184 S.)

 

veröffentlicht. Hauptsächlich über seine Faltboot-Tour habe ich 1988 die folgenden Zusammenfassung geschrieben (siehe: Seekajak, Nr. 14/88, S.67-69):

 

Hannes Lindemann startet am 20.10.56 von Las Palmas aus mit Kurs auf St. Martin (Karibik):

 

 

Ihm ging es dabei nicht um den „Rekord“, sondern „um die Lösung der psychologischen Probleme des Überlebens auf See … die Lindemann im kleinstmöglichen Boot, unter den extremsten äußeren Bedingungen, am besten zu finden glaubte“. Außerdem wollte er „Schiffbrüchigenproblemen“ nachgehen. „Moral, Anpassungsfähigkeit, positive Denkweise und richtige Führung“ scheinen für Lindemann der Schlüssel zum Überleben auf See zu sein. So berichtet er von einem Notfall, wo fast alle Schiffbrüchigen innerhalb von 6 Tagen umkamen, obwohl ohne jegliche Wasser- und Lebensmittelvorräte in dieser Gegend 9 Tage Überleben möglich gewesen wäre. In einem 24seitigen Schlussabschnitt Lindemann auf entsprechende Probleme ein, so auch auf das Beten:

 

 

Lindemann weist besonders auf die Bedeutung des „Autogenes Trainings“ hin:

 

 

So „pflanzte“ sich Lindemann vorher 6 Monate lang folgende „formelhaften Vorsätze“ in sein Unterbewusstsein ein:

 

 

Lindemann ist der Überzeugung, dass er die vielen Krisensituationen nicht ohne dieses mentale Training gemeistert hätte.

 

Auch versuchte er mit Hilfe des „Autogenen Trainings“ die Durchblutung der problematischen Körperteile zu beeinflussen und zu fördern. So betrieb er 3x täglich für 5 Minuten „Gefäßgymnastik“, d.h. in völlig entspannter Lage konzentrierte er sich auf Folgendes:

 

 

Diese Übung setzte er solange fort, bis er die vermehrte Durchblutung als Wärmegefühl empfand. Bei bewegtem Wetter verzichtete er jedoch hierauf. Mehr dazu kann in seinem folgenden Buch nachgelesen werden:

 

„Überleben im Stress. Autogenes Training“

 

Was ist aus der Sicht des Küstenkanuwanderns sonst noch besonders bemerkenswert?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Tag: Polizeiboot überfahrt den Ausleger;

  2. Tag: Seitenschwert geht verloren;

57. Tag: Kenterung (fast alles geht verloren; 9 Std. im Wasser);

59. Tag: Kenterung (der Rest ist auch weg, bis auf 11 Dosen Milch á 410 gr.);

60. Tag: Sextant ist verrostet;

66. Tag: Steuerblatt verloren (zum zweiten Mal; nun wird mit dem Paddel gesteuert, mal vorwärts, mal rückwärts!).