13.10.2005 Geschafft: Über 12.000 km durch Europa im Faltboot! (Geschichte)

 

Franziska und Rainer Ulm (geb. 1971 bzw. 1964) waren 5 ½ Jahr unterwegs und haben es nun endlich doch geschafft. Am 1.05.2000 starteten sie in 2 zu Einern umgebaute Zweier-Klepperfaltbooten („Aerius Quatro XT“) von Ulm aus auf der Donau. Jeder hatte ca. 100 kg Gepäck an Bord. Am 14.10.2005 werden Sie nach 1991 Tagen um 12 Uhr die Alster von Hamburg erreichen.

 

Insgesamt haben die beiden ca. 12.000 km zurückgelegt. Unterwegs wurden viele Pausentage eingelegt und Gastfreundschaften geschlossen & gepflegt. Nicht alles lief glatt. So mussten 1 Lebensmittelvergiftung und 2 Bandscheibenoperationen überstanden werden.

 

Zunächst paddelten sie die Donau hinunter bis aufs Schwarze Meer, welches sie nach 77 Tagen erreichten (Bericht Nr. 1-2). Dann ging es entlang der Küste des Schwarzen Meeres durch den Bosporus bis nach Istanbul (Bericht Nr. 3-4) und weiter durch das Marmarameer (1.11.00) entlang der türkischen Ägäis-Küste bis zur Halbinsel Bodrum (Bericht Nr. 5-9). Von dort aus erfolgte am 20.04.01 die Querung hinüber zur griechischen Insel Kos (Bericht Nr. 10). Nach dem Inselhopping in der Ägäis (Bericht Nr. 11+12) paddelten beide durch den Golf von Korinth aufs Ionische Meer (Bericht Nr. 11-13). 5 Monate waren sie insgesamt in Griechenland unterwegs. Die ca. 65 km lange Querung hinüber nach Italien zum Kap St. Maria di Leuca wurde am 14.10.01 von der Insel Korfu aus angegangen. Danach paddelten sie immer entlang der italienischen „Stiefel“-Küste, bis sie um den 14.2.03 Frankreich erreichten (Bericht Nr. 15-20). Zwischendurch stand Rainers erste Bandscheibenoperation in Rom an. … Weiter ging es zur spanischen Grenze (Bericht Nr. 21-23) und dann hinunter nach Gibraltar (Bericht Nr. 24-27). In den Hafen von Tarifa, dem südlichsten Punkt Spaniens, liefen sie am 13.2.04. ein. Über die spanische und portugiesische Atlantikküste erreichten sie schließlich den spanischen Hafen Portosion (nahe Kap Finisterre) (Bericht Nr. 28-32). Die zweite Bandscheibenoperation stand an (14.02.05). Danach ging es weiter, jedoch nicht mehr wie geplant entlang der Küste. Nach einem größeren „Landtransport“ setzten sie ihre Boote in den Kanal Nivernais (nahe Lyon/Frankreich) ein. Nun zogen sie als Wasserweg Kanäle und Flüsse vor. Über Paris (11.05.05), Belgien, den Niederlanden erreichten sie Deutschland an ihrem 1960. Tag Emden (13.09.05).(Bericht Nr. 33 ff.). In Hamburg-Blankenese trafen sie am 10.10.05 ein. Morgen, den 14.10.05, wollen sie so um 12 Uhr in die Binnen-Alster einlaufen und sich feiern lassen. Das haben sie auch verdient.

 

Respekt vor der Leistung dieser beiden und Dank an die vielen kommerziellen und privaten Sponsoren; denn ohne die Hilfsbereitschaft Dritter ist kaum solch eine 5 ½ Jahre dauernde Tour zu bewältigen. Zu nennen sind insbesondere die Firmen Mammut und Victorinox, aber auch Klepper, Hilleberg (für das Zelt „Saivo“) u.v.a.m. wie z.B. die Alpha-Klinik in München, deren Ärzte auf ihr Honorar verzichtet haben. Unerwähnt bleiben sollten nicht die schier unzähligen einheimischen Helfer vor Ort, die vor lauter Begeisterung & Anerkennung immer wieder die beiden tatkräftig unterstützten.

 

Leider sind die ins Netz gestellten Bericht nicht sehr aufschlussreich und etwas bruchstückhaft, was jedoch verständlich ist; denn sicherlich werden die beiden ein Buch über ihre Europa-Tour schreiben … da darf natürlich vorweg nicht alles schon erzählt worden sein!

 

Ob Kanuten über 5 Jahre benötigen müssen, um ca. 12.000 km zurückzulegen, sei dahingestellt. Ohne die Pflege der Gastfreundschaft vor Ort, ohne Probleme mit Körper, Ausrüstung Wetter & Behörden und quasi blind dafür, was an Land alles zu sehen & erleben ist, können 12.000 km eigentlich auch in einem Jahr herunter „geschrubbt“ werden. Zumindest ein paar Hamburger Wasserwanderer haben das schon geschafft.

 

Text: U.Beier

Link: www.ulm-outdoor.de