28.08.2013 Freya Hoffmeister: Ihre 3. Etappe rund Südamerika (476. Fahrtentag) (Geschichte)

 

Seit dem 16. August 2013 paddelt Freya Hoffmeister wieder. Es ist nunmehr ihre 3. Etappe rund Südamerika im Uhrzeigersinn.

 

Die 1. Etappe begann sie am 30.08.11 in Buenos Aires (Argentinien). 247 Tage später beendete sie sie am 02.05.12 in Valparaiso (Chile). Insgesamt legte sie während dieser Zeit 7.676 km zurück.

 

Nach einem Heimaturlaub startete sie am 25.0812 in Valparaiso (Chile) ihre 2. Etappe, und zwar zunächst zusammen mit dem Dänen Peter Unold. Nach einem Weihnachtsurlaub in Deutschland war sie ab dem 09.01.13 wieder solo unterwegs. Während dieser Etappe paddelte Freya die gesamte pazifische Küste hoch, vorbei an Peru, Ecuador, Kolumbien bis nach Panama. In Höhe des Panamakanals querte sie am 14.03.13 hinüber in das Karibische Meer. Am 06.05.13 schloss sie nahe der Grenze zu Venezuela diese 7.736 km lange Etappe ab. Insgesamt 228 Tage benötigte sie dafür.

 

Nun steht sie am Beginn ihrer 3. Etappe. Über 10 Tage ist sie schon unterwegs. Z.Zt paddelt sie noch entlang des Golfs von Venezuela. Aufgrund des stetigen Gegenwindes, der fast ausschließlich mit 4-5 Bft. weht, kommt Freya nicht so wie geplant voran. Statt täglich ca. 50 km zu paddeln, muss sie sich derzeit mit 30-40 km begnügen. Wind & Welle stellen sich ihr in die Quere. Das ist nichts Neues für sie; denn seitdem sie in der Karibik paddelt, und das sind immerhin schon 53 Tage, läuft es nicht mehr so flott wie entlang der pazifischen Küste.

 

Überwiegend wurde ihr Vorankommen an der Pazifikküste vom stetig wehenden Nord-Wind und dem Humboldt-Strom unterstützt. Die Wellen waren dort wohl mit 3-5 Meter höher, aber es handelte sich dabei um Dünung, die ihr nur beim Anlanden & Starten in Form von Brandung Probleme bereitete. Nun aber kämpft sie sich durch eine kleinere, ca. 2 Meter hohe Windsee, die sich nicht nur durch ihre Steilheit und eine kurze Wellenlänge auszeichnet, sondern auch durch Schaumköpfe, die scheinbar miteinander wetteifern, Freya im Sekundentakt mit Salzwasser zu duschen.

 

Auf alle Fälle trägt diese Windsee dazu bei, dass Freya unterwegs auf dem Wasser keine Ruhepause und kein „Picknick“ einlegen kann. Die Folge: Sie muss manchmal bis zu 3x am Tag durch die Brandung hindurch am Festland anlanden, um sich dort von Wind & Wellen zu erholen und – mal abgesehen von Mücken & Sandflies – ungestört mit Nahrung zu versorgen.

 

Stichtag 10.05.14?

 

Es taucht daher die Frage auf, ob Freya es während dieser 3. Etappe schaffen wird, ihre Umrundung wie geplant dort zu beenden, wo sie am 30. August 2011 gestartet war? Vermutlich ja, aber sicherlich nicht zu ihrem 50sten Geburtstag am 10. Mai 2014!

 

Eigentlich sollte ja die 2. Etappe in Georgetown (Guayana) enden. Wind & Welle hinderten sie jedoch daran, im Mai 2013 bis dorthin zu paddeln. Jetzt muss sie erstmal dort ankommen, bevor es weiter gehen kann entlang der Atlantikküste von Guayana & Co., Brasilien und Uruguay bis hinunter nach Argentinien. Bis Georgetown werden es noch ca. 2.200 km sein und der Rest von ca. 7.800 km wird wohl 2014 erreichbar sein, aber sicherlich nicht während der 3. Etappe, die wie die beiden vorhergehenden Etappen jeweils von August bis Mai geplant ist.

 

Lassen wir uns überraschen, wie schnell sich Freya ihrem Ziel Buenos Aires annähern wird. Wenn sie dort nicht ankommen sollte, dann sicherlich nicht aus paddlerischen Gründen. Da können wir uns sicher sein; denn wer Island, Australien, Neuseeland (Südinsel) in Rekordzeit umrundet, das Kap Horn „bezwungen“ und die südamerikanische Pazifikküste problemlos hinter sich gelassen hat, den hält der Atlantik nicht mehr auf, und zwar auch dann nicht, wenn sie die nächsten ca. 5.300 km nicht nur gegen den Nordost- und Südost-Passat, sondern auch gegen die Karibische Strömung und den Süd-Äquatorialstrom anpaddeln muss.

 

Eine „Unbekannte“ sollte dabei jedoch nicht außer Acht bleiben; denn in der Karibik ist von Juni bis November Hurrikan-Saison. Da kann es schon mal passieren, dass zumindest die Ausläufer eines solchen Orkans, wenigstens aber die damit einhergehende Monster-Dünung genau auf jene Küstenabschnitte Südamerikas treffen, wo Freya Hoffmeister gerade entlang paddelt oder biwakiert …

 

Text: Udo Beier

Link: http://freyahoffmeister.com/freyas-blog/