04.12.2014 Freya wieder auf Kurs Süd-West (Geschichte)

 

Am 25.11.14 beendete Freya Hoffmeister an ihrem 700. Fahrtentag rund Südamerika ihre Retour-Tour entgegen dem Uhrzeigersinn von Ricife in Richtung Sao Luis in Tutoia. In der Zwischenzeit sind 7 Tage vergangen. Freya nutzte sie, um ihren „Transfer“ per selbst gesteuerten Mietwagen von Sao Luis nach Recife via Tutoia (=> Seekajak abholen) und Fortaleza (=> reparierten Laptop abholen) zu organisieren und durchzuführen. An die 1.500 Euro hat sie diese über 1.600 km lange Landpartie gekostet und eine Menge Stress, denn anfangs lockte sie ihr brasilianisches Navi auf schier nicht enden wollende Feldwege:

 

Foto: Unterwegs in der „Pampa“ per Mietwagen (29.11.14)

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Aber Freya verlor dabei niemals ihr Ziel „Buenos Aires“ aus den Augen. Zumindest stieg sie am 3.11.14, also 8 Tage nach ihrem Tourenabbruch in Tutoia, beim Yacht-Club Recife wieder in ihr Seekajak und paddelte los – nun endlich wieder im Uhrzeigersinn - Richtung Süd-West über Rio de Janeiro bis nach Buenos Aires.

 

Grobplanung

 

Von Recife bis nach Buenos Aires sind es noch ca. 4.400 km, und zwar:

 

·         ca. 3.850 km entlang der brasilianischen Küste,

·         ca. 500 km entlang der Küste von Uruguay

·         und ca. 50 km über die Bucht des Rio de La Plata.

 

Bei einer Paddelleistung von Ø 45 km/Tag und mit je 1 Ruhetag nach 3 Paddeltagen könnte Freya frühestens in ca. 130 Tagen Buenos Aires erreichen. D.h. schon am 11. April 2015 könnte Freya ihre Umrundung Südamerikas beenden … sofern nichts dazwischen kommt!

 

Da sich Freya ununterbrochen nur max. 90 Tage in Brasilien aufhalten darf, muss sie jedoch ihren Heimaturlaub zum Jahreswechsel ganz genau planen; denn wenn sie schon vor Weihnachten zurück nach Deutschland flöge, müsste sie die noch verbleibenden Kilometer bis zur Grenze Uruguays in 90 Tagen schaffen. Anderenfalls müsste Freya nochmals Brasilien verlassen (z.B. für ein paar Tage nach Uruguay ausweichen), um anschließend nach ihrer erneuten Rückkehr die restlichen Kilometer entlang der brasilianischen Küste zu paddeln.

 

Das Beste wäre es, wenn sie – wie bei ihrer 1. Etappe auf Ihren Heimaturlaub verzichtete. … und das Zweitbeste, wenn sie mindestens bis zum 20.12.14 paddelte, um danach die kommenden Festtage in Husum zu verbringen. Die Planung sähe dann so aus:

 

·         Start: 3.12.14 in Recife (Kilometer: Null)

·         Zwischenstopp: 20.12.14 in Salvador (Flugplatz): ca. 730 km / 18 Tage (Bedingung: Ø 50 km/Tag mit 1 Ruhetag nach 5 Paddeltagen)

·         Rest-Strecke bzw. -Tage bis zur Grenze von Brasilien/Uruguay: ca. 3.120 km / 87 Tage (Bedingung: Ø 45 km/Tag mit 1 Ruhetag nach 4 Paddeltagen) (zzgl. 3 Reservetage)

·         Strecke/-Tage entlang der Küste von Uruguay: 500 km / 15 Tage (Bedingung: Ø 45 km/Tag mit 1 Ruhetag nach 3 Paddeltagen)

·         Querung Rio de La Plata hinüber nach Buenos Aires: ca. 50 km / 1 Tag (Non-Stop)

 

D.h. nach dem Heimaturlaub hätte Freya noch insgesamt 104 Fahrtentage vor sich. Würde sie nach 4 Wochen wieder zurückkehren nach Salvador, also dem Ort, wo sie am 20.12.14 aufgehört hatte zu paddeln, und  am 20.01.15 wieder in ihr Seekajak steigen, dann könnte sie Anfang Mai - also kurz vor ihrem 51. Geburtstag (10. Mai) - den Yacht Club in Buenos Aires erreichen.

 

Etappe 4.2: Recife – Buenos Aires

 

Der 1. Fahrtentag ab Recife begann – für Freya ungewöhnlich spät - um 6.45 Uhr. Sie paddelte gleich vorbei an einem ca. 25 km langen Küstenabschnitt, wo eigentlich wegen der Gefahr, von Haien angegriffen zu werden, die Ausübung jeglichen Wassersports verboten ist:

 

Foto: Vorsicht Haie (Recife)

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Einheimische Kanuten erzählten ihr jedoch, dass es nicht weiter gefährlich sei, dort entlang zu paddeln, auch wenn bislang keiner von denen dort mit einem Kajak unterwegs war. Trotz ihrer Medienpräsenz war es Freya auch möglich zu starten. Doch kurze Zeit später eilten ihr auf Jetskis zwei Wasserschutzpolizisten entgegen und deuteten ihr an, sofort anzulanden. Freya gelang es jedoch, die beiden Ordnungshüter davon zu überzeugen, dass ein Anlanden in der Brandungszone für sie gefährlicher sei als eine Weiterfahrt in Polizeibegleitung. Gesagt, Visitenkarten mit aufgedruckten Expeditionsziel überreicht, gelächelt, überzeugt, umgestimmt!

 

Foto: „Offizielle Begleitmannschaft

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Nach 28 km fand Freya in einer Flussmündung gegenüber der Stadt Candeias einen von der Brandung geschützten Platz. Danach verabschiedeten sich ihre offiziellen Begleiter, die jedoch zuvor auf Bitten Freyas sie noch auf eine kurze Spritztour mitnahmen. Auf Freyas Nachfrage hin, ob sie am nächsten Tag ab 5 Uhr früh am Morgen sie wieder begleiten würden, erhielt sie nur ein „müdes“ Lächeln.

 

Windprognose: Süd-Ost-Küste Brasiliens (Recife – Rio de Janeiro)

http://www.windfinder.com/weather-maps/forecast/#5/-15.835/-34.585

 

Text: Udo Beier

Link:  http://freyahoffmeister.com/2014/12/04/wed-0312-2014-day-708/