14.04.2002 Vorsicht Zeckenbisse (Gesundheit)

"Paddelzeit ist Zeckenzeit!" - Zecken fallen nicht von den Bäumen, sondern man streift sie auf dem Weg vom Kajak zum Pausenplatz und unterwegs beim Herumlaufen an Land von Büschen bzw. Gräsern ab. Anschließend krabbeln sie am Körper hoch und suchen sich einen besonders gut durchbluteten Platz. Zecken können im Wesentlichen die Infektionskrankheiten "Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME)" und "Lyme-Borreliose" übertragen. Schützende Bekleidung und als Ergänzung die Anwendung der folgenden drei von der STIFTUNG WARENTEST (Nr.4/01) besonders empfohlenen Mittel können die Gefahr verringern, von einer blutsaugenden Zecke gebissen zu werden:

1. "Zanzarin Bio-Hautschutz Lotion" (nur in Apotheken erhältlich) (wirkt am

besten und hält bis zu 6 Std. vor, schützt jedoch nicht gegen Mückenstiche);

2. "Nexa Lotte natur Hautschutz-Milch" (wirkt bis zu 6 Std.);

3. "Autan Active Lotion" (wirkt etwa 4 Std.).

Die FSME wird vom Frühjahr bis zum Herbst insbesondere von Zecken übertragen, die es u.a. entlang der ost-schwedischen Schärenküste, der Alandinseln, Gotland, Öland, Bornholm und der Ostseeküste (östl. Polen bis hoch nach Estland) gibt. Symptome der Infektion sind grippeähnliche Erscheinungen (Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen), die nach ca. 7-10 Tagen sich bemerkbar machen. Nach einer weiteren Woche treten Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen auf, die im Koma enden können. Bei 2-3 % der Infizierten endet diese Art der Gehirnhautentzündung tödlich. Impfung ist möglich, aber nicht immer ohne Risiko.

Die Borreliose kann von jeder dritten Zecke übertragen werden, egal wo sie herkommt. Die Krankheit wird jedoch nicht sofort nach dem Einstich, sondern oft erst nach Stunden übertragen. Deshalb ist es empfehlenswert, am Ende des Tages den Körper nach möglichen Zecken abzusuchen, statt darauf zu warten, dass des nachts die blutsaugende Zecke sich durch einen Juckreiz bemerkbar macht. Symptome dieser Art der Infektion ist die "Wanderröte". D.h. einige Tage nach dem Zeckenbiss rötet sich die Haut rund um die Einstichstelle ringförmig. Es folgen dann Abgeschlagenheit, Benommenheit, Kopf-, Muskel-, vor allem unerklärliche Gelenkschmerzen und schließlich eine Gesichtslähmung. Borreliose muss mit bestimmten Antibiotika behandelt werden und zwar mit der stärksten Dosis und über mindestens 21 Tage. Anderenfalls kann die Infektion chronisch werden.

Wer meint, unter einer unerkannten "Borreliose" zu leiden und von den Ärzten nicht ernst genommen zu werden, dem wird empfohlen, in das Buch von Fischer/Siegmund: "Borreliose" bzw. die von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) herausgegebene Linksammmlung "Die Zeckensaison hat wieder begonnen" zu schauen.

Infos: TEST, Nr. 4/01, S.44-49 - www.stiftung-warentest.de

Literatur: U.Fischer/B.Siegmund: Borreliose - Zeckeninfektion mit Tarnkappe. S.Hirzel Verlag (142 S.) (14,80 Euro) - erhältlich über: www.amazon.de

Link: www.lwf.uni-muenchen.de/links/lwfinternet-info1.htm

Text: Udo Beier