19.09.2003 Seh-Probleme (Gesundheit)

Nahezu zeitgleich nehmen das KANU-MAGAZIN und der us-amerikanische SEA-KAYAKER zum Thema Sehen beim Paddeln Stellung:

"Besser sehen beim Kanufahren - auch mit Brille und Kontaktlinsen"

(Autor: Manfred Froschauer, Optiker)

"The Eyes Have It - Eyewear Solutions for Paddlers"

(Scott Lynch)

In beiden Beiträgen wird auf das Problem des Beschlagens der Brillengläser hingewiesen. Je dichter dabei die Brille vor den Augen platziert ist, desto schlechter ist die Belüftung und umso schneller können die Gläser beschlagen. Antibeschlagmittel (gibt es beim Optiker) sollen dem entgegenwirken. Eine "Clean-coating-Beschichtung" sorgt dafür, dass u.a. die Wassertropfen leichter abperlen können. Gegebenenfalls greift man auf entsprechend Mittel zurück, die eigentlich dafür sorgen sollen, dass die Regentropfen leichter von der PKW-Frontscheibe abperlen können (gibt es bei Tankstellen). Übrigens, wer als "Fehlsichtiger" auf modische Sportbrillen zurückgreift, unter denen die geschliffenen Gläser per Innenclip befestigt werden, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Sichtproblem sich verdoppelt; denn nun können gleichermaßen die inneren und äußeren Gläser beschlagen bzw. vom Spritzwasser dermaßen benetzt werden, dass die Durchsicht immer schlechter wird.

Beide Autoren sind sich einig, dass bei Salzwassertrips eine Sonnenbrille zu tragen ist, sofern die Sonne scheint, ansonsten kann es zu Bindehautentzündungen kommen. M.F. (vom Beruf Optiker) empfiehlt dabei als Glastönung die Farben Orange, Rost- oder Rotbraun. Weniger geeignet sollen Grau, Blau oder Grün sein, insbesondere wenn die Gläser sehr dunkel eingefärbt sind, da man Hell-Dunkel-Unterschiede (d.h. Kontraste) weniger gut erkennen kann.

Da man Brillen verlieren kann, sollte man sie sichern und zusätzlich eine Reservebrille dabei haben. S.L. bringt einen Tipp, wie man sich eine Brillensicherungshalteleine selber basteln kann. Da ich persönlich unterwegs in der Brandung schon mehrere Brillen verloren habe, kann ich jedoch nur empfehlen, die Brille per Seilsicherung fest mit der Schwimmweste zu verbinden; denn alle anderen Sicherungen am Hinterkopf bzw. um die Ohren herum drücken entweder oder halten nicht mehr, wenn ein "Dumper" einen überspült.

Kontaktlinsen können übrigens nicht beschlagen und sind "immun" gegen Spritzwasser. Leider schützen sie nur dem Teil des Augapfels gegen UV-Strahlen, der von der Kontaktlinse bedeckt wird. Außerdem gehen sie bei starkem Spritzwasser bzw. bei Kenterungen leicht verloren. Dagegen hilft nur, genügend preiswerte "Tageslinsen" vorrätig zu haben. Wenn man dann jedoch fernab vom jeder Anlandemöglichkeit paddelt, dann wird es unangenehm.

Quelle:

KANU-MAGAZIN, Nr. 6/03, S.52-53 - www.kanumagazin.de

SEA-KAYAKER, Nr. October 03, S. 50-55 - www.seakayakermag.com

Anmerkungen:

Übrigens, ich habe mal versucht meine persönlichen Probleme mit der Weitsicht per Fernglas zu lösen. Erst war es ein wasserdichtes 7x50 Glas, dann eines zu 6x30. Leider war es mir kaum möglich, bei Seegang konzentriert z.B. nach einer Tonne zu suchen, als ob die Vergrößerung die Schaukelei im Kajak verstärkt. Außerdem hatte sich das Spritzwasserproblem verdoppelt; denn nun waren nicht nur meine Brillegläser innen und außen mit Spritzwasser benetzt, sondern zusätzlich befanden sich auch Spritzer auf den Innen- und Außenlinsen des Fernglases. D.h. eigentlich habe ich auf dem Wasser mit dem Fernglas stets weniger gesehen als ohne.

Außerdem, die Firma Rupp + Hubrach bieten jetzt auch gebogene Brillengläser für Fehlsichtige in verschiedenen stärken an ( www.rh-brillenglas.de ).