02.08.2008 Sonnenschutz (Gesundheit)

 

In KANU SPORT ist von U.Beier der folgende Beitrag:

 

„Die Schattenseiten der Sonne“

 

erschienen. Zu den folgenden Themen wurde dabei Stellung bezogen:

 

1. Sonnenbrand & Hautkrebs

 

Aus dem Sonderheft „Hautschutz“ der Zeitschrift „FAKTOR ARBEITSSCHUTZ“, habe ich u.a. ein paar Infos zum Thema Sonnenschutz und die Verwendung von Sonnencreme zusammengetragen, die noch nicht so geläufig sind. Sie betreffen die Vermeidung von Sonnenbrand, welcher einen kurzfristig plagen kann, und die Vorbeugung von Hautkrebs, welcher eher langfristig ein Problem für die Kanuten darstellt.

 

  • Wer allzu häufig sich im Freien aufhält, sollte sich mit Bekleidung vor den Sonnenstrahlen schützen. Je dunkler der Stoff, je dichter das Gewebe, desto besser sein Schutz. Dichte Baumwollkleidung hat einen Lichtschutzfaktor (LSF) von ca. 40, leichte dagegen nur von ca. 10 LSF. Ein Sonnenhut mit breitem Rand bietet ebenfalls ca. 10 LSF.
  • 50 % der UV-Tagesdosis erhalten wir zwischen 11 – 13 Uhr.
  • 90% des UV-Lichts durchdringen die Wolkendecke und bis zu 85% der Strahlungsintensität kann von Sand und Wasser reflektiert werden.
  • Bis zu 50% der UV-Strahlung wirken auch im Schatten und 60% sind noch 0,5 m unter Wasser wirksam.
  • Bei starker UV-Strahlung sollte Sonnencreme mit einem LSF von 20 – 30 verwendet werden.
  • Sonnencreme schützt nicht vor dem bösartigen malignen Melanom, lediglich die weniger gefährlichen Formen von Hautkrebs lassen sich durch Sonnencreme teilweise verhindern. D.h. der Lichtschutzfaktor ist kein „Krebsschutzfaktor“.
  • Die Schutzwirkung der Sonnencreme ist höher, wenn die Creme in einem dünnen Film auf die Haut aufgetragen wird, statt sie in die Haut einzumassieren.
  • Nicht nur frühzeitiges Auftragen der Sonnencreme (20-30 Minuten vorher), sondern auch die regelmäßige Erneuerung im 2-Std.-Rhythmus ist wichtig. Der Schutzfaktor und die die  Schutzzeit erhöhen sich jedoch dadurch nicht.
  • Gefährlich sind nicht nur UVB- sondern auch UVA-Strahlen.
  • Mit Hilfe der ABCD-Regel können wir erkennen, ob ein Pigmentmal als kritisch einzustufen ist:

A = Ein Pigmentmal ist auffällig, wenn er asymmetrisch ist, d.h. wenn er in seiner Form nicht gleichmäßig rund oder oval aufgebaut ist.

B = Eine verwaschen wirkende Begrenzung oder Ausfransung gebietet Vorsicht.

C = Hat es mehrere Farbtöne (Colour), muss es genau beobachtet werden.

D = Liegt der Durchmesser über 5mm, sollt ein Hautarzt aufgesucht werden.

 

2. Kälteschock

 

Mit ihm müssen wir nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer rechnen. Insbesondere betrifft das den Wanderfahrer, der in der brütend heißen Sonne paddelt, ohne nass zu werden. Der Kälteschock kann nach einer plötzlichen Kenterung auftreten und führt dann entweder zu einer:

 

  • kurzzeitigem Atemblockade

 

oder zu:

 

  • unkontrolliert tiefes Einatmen,
  • Hyperventilation (Hecheln),
  • Atemnot
  • bzw. allgemeinen Koordinationsproblemen.

 

Die Folgen sind im Endeffekt dieselben: wir atmen Wasser ein und werden so innerhalb weniger Sekunden handlungsunfähig. Wer den Kälteschock vermeiden will, sollte – wenn er schon nicht wie die WW-Fahrer immer mal wieder rollen will – einfach immer und immer wieder seine Arm ins kühle Wasser eintauchen und ab und an seinen Kopf und seinen Sonnenhut mit dem Wasser, in dem er paddelt, befeuchten.

 

Siehe hierzu auch den in KANU SPORT, Nr. 3/06, S.35, veröffentlichten Beitrag von Huber/Schmidt:

 

è www.kanu.de/nuke/downloads/Kaelteschockreaktionen.pdf

 

3. Hitzeerschöpfung, Hitzschlag & Sonnenstich

 

Alle drei Krankheitserscheinungen treten sehr kurzfristig auf. Sie werden durch hohe Lufttemperaturen und beim Sonnenstich durch besonders intensive Sonnenstrahlung ausgelöst. Im Extremfall sind Bewusstseinsstörungen zu beobachten.

 

Die Hitzeerschöpfung tritt bei körperlicher Anstrengung auf und ist in erster Linie auf hohen Verlust an Flüssigkeit und auf zu geringe Flüssigkeitsaufnahme zurückzuführen. Unsere Haut ist zunächst gerötet, später blass und mit klebrigem Schweiß bedeckt. Wir frösteln und werden u.U. von Krämpfen geplagt. Da wegen der mit der Hitze einhergehenden Blutgefäßerweiterung der Blutdruck sinkt, ist ein (Volumenmangel-)Schock nicht auszuschließen.

 

Mit einem Hitzschlag ist bei schwüler Witterung zu rechnen, wenn im Körper sich die Wärme staut, da sie wegen zu warmer Kleidung nicht abgeleitet werden und der Schweiß nicht verdunsten kann. Unsere Haut ist am ganzen Körper warm, trocken und gerötet. Übelkeit und Kopfschmerzen plagen uns. Größere Kreislaufprobleme sind dann nicht mehr auszuschließen.

 

Der Sonnenstich stellt eine Hirnhautreizung dar, die auf fehlenden Kopf- und Nackenschutz zurückzuführen ist. Unser Kopf ist rot und heiß. Erst Stunden später machen sich die eigentlichen Folgen bemerkbar, wie Schwindelgefühl, Übelkeit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Krämpfe.

 

Bei allen drei „Sonnenschäden“ besteht Lebensgefahr. In der Literatur wird daher empfohlen, ärztliche Hilfe („Notruf“) in Anspruch zu nehmen und dann die betroffene Person in den Schatten zu legen, bei Hitzeerschöpfung die Beine des Betroffenen erhöht zu lagern bzw. beim Hitzschlag oder Sonnenstich den Betroffenen flach zu lagern, wobei jedoch der Oberkörper etwas erhöht liegen sollte. Außerdem sollten Getränke gereicht werden.

 

Siehe hierzu auch die auf der DKV-Homepage veröffentlichte Tabelle:

 

è www.kanu.de/nuke/downloads/Hitzschlag.pdf

 

Quelle: KANU SPORT, Nr. 8/08, S.20-21 – www.kanu.de

Literatur:

Zeitschrift „Faktor Arbeitsschutz, Sonderheft „Hautschutz“, Nr. 2/07

H.Karutz/M.v.Buttlar: dtv-Atlas "Erste Hilfe" (1999)

M.Kohlfahl: Medizin auf See. Erste Hilfe – Weitere Behandlung – Diagnose (1995)